BVB: Lucien Favre wackelt bei Borussia Dortmund - mögliche Nachfolger
Lucien Favre geht in seine Schicksalswoche beim BVB. Tritt seine Mannschaft in der Champions League beim FC Barcelona und im anschließenden Bundesligaspiel bei Hertha BSC ähnlich auf wie zuletzt beim 3:3 gegen den SC Paderborn, dürfte die Zeit des Schweizers bei Schwarz-Gelb abgelaufen sein. Wer aber könnte kurzfristig auf den 61-Jährigen folgen? Das sind die möglichen Favre-Nachfolger.
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"Lucien, du hast weiterhin unser Vertrauen, aber eines ist klar: Am Ende ist Fußball immer über Ergebnisse definiert", sprach Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke seinen Trainer öffentlich auf der Jahreshauptversammlung am Sonntag an. Der Schweizer macht trotz der spielerisch zuletzt äußerst dürftigen Auftritte, die im peinlichen 3:3 gegen den SC Paderborn gipfelten, vorerst weiter.
Doch es wird bedrohlich eng für den Trainer. Die Spiele beim FC Barcelona (Mittwoch ab 21:00 Uhr im Liveticker auf Eurosport.de) und Hertha BSC (Samstag ab 15:30 Uhr im Liveticker) werden über Favres Schicksal entscheiden.
"Wir hoffen, dass es gelingt, eine Wende zum Positiven herbeizuführen", so Watzke. Gelingt diese Wende nicht, wird der BVB reagieren müssen, indem sie einen neuen Chef-Coach installieren. Kandidaten gibt es einige - Eurosport.de befasst sich mit deren vier.
Königslösung: Mauricio Pochettino
Natürlich schwirrt der Name des Argentiniers aktuell bei fast jedem Top-Klub herum. Der 47-Jährige führte Tottenham Hotspur im vergangenen Jahr bis ins Champion-League-Finale, leistete vor seiner Entlassung lange Zeit herausragende Arbeit in London und führte die Spurs zur absoluten Weltklasse. Pochettino lässt offensiven, attraktiven Fußball spielen. Das würde zum Spielermaterial der Borussia, die vor allem auf den Flügelpositionen mit schnellen, technisch beschlagenen Offensivspielern nominell hervorragend besetzt ist, passen.
Seine Künste als Motivator sind ebenfalls bekannt. Ein Gesamtpaket, das den geneigten BVB-Fan an Jürgen Klopp erinnert. Knackpunkt könnte die Sprachbarriere sein. Pochettino spricht kein Deutsch. Zudem wird der Coach von diversen anderen Topklubs umworben. Vom FC Bayern beispielsweise, der noch immer für eine Dauerlösung als Nachfolger für Niko Kovac sucht.
Bundesliga-Lösung: Niko Kovac
Der Kroate ist seit gut drei Wochen ohne Job. Als Ex-Coach des FC Bayern bringt er trotz seines jungen Alters (48) eine Menge an Erfahrung mit. Er spricht die deutsche Sprache und kann sowohl das Double mit dem FC Bayern, als auch den DFB-Pokal-Sieg mit Eintracht Frankfurt vorweisen.
Eigentlich ein Typ, wie gemacht für den BVB. Allerdings gab es eben auch Dinge, die zuletzt nicht so gut gelaufen sind beim ehemaligen Bundesligaspieler. Beim FC Bayern scheiterte er letztlich auch daran, dass sich Spieler bei der Vereinsführung gegen ihn aussprachen. Auch einem gewissen Mats Hummels sagt man nach, nicht besonders gut mit Kovac auszukommen. Schwierig, denn Hummels spielt wieder beim BVB und ist einer der wichtigsten Stützen der Mannschaft.
Interne Lösung 1: Matthias Sammer
Sammer genießt als Ex-Spieler der Borussia großes Ansehen im Verein und hat aktuell auch einen Posten in der Führungsetage inne. Der gebürtige Dresdner ist externer Berater der Geschäftsführung und übernahm den BVB schon einmal in Krisenzeiten (2000). Zunächst als Co-Trainer von Udo Lattek, später als alleiniger Chef. Seine Amtszeit fand mit der deutschen Meisterschaft im Jahr 2002 ihren Höhepunkt. Ein weiteres Trainer-Engagement in Dortmund ist dennoch nicht denkbar.
Grund dafür ist ein Zitat des Europameisters von 1996 aus dem Jahr 2012:
Klar, 2012 ist lange her, trotzdem dürfte sich an Sammers Standpunkt in der Zwischenzeit vor allem vor dem Hintergrund seiner Krankheitsgeschichte nichts geändert haben. 2016 erlitt der 52-Jährige einen Schlaganfall, der ihn zum Rücktritt als Sportvorstand beim FC Bayern zwang. Seitdem versucht Sammer kürzer zu treten.
Interne Lösung 2: Sebastian Kehl
Auch Kehl stünde als interne Lösung kurzfristig zur Verfügung. An der Mannschaft ist er als Leiter der Lizenzspielerabteilung eine Art Bindeglied zur Geschäftsführung und demnach nah dran an der Mannschaft. Mit Marco Reus, Marcel Schmelzer, Lukasz Piszczek, Mats Hummels und Mario Götze spielte er als Kapitän während seiner aktiven Zeit noch zusammen. Kehl ist absolute Respektsperson der Spieler.
Das Problem: Kehl besitzt nur die A-Lizenz, könnte somit also nicht in der Champions League auf der Bank sitzen. Der 39-Jährige käme höchstens als Co-Trainer in Frage. Im Gespann mit Edin Terzic, aktuell zweiter Mann hinter Favre und ehemaliger Jugendtrainer sowie Scout beim BVB, wäre ein Engagement jedoch vorstellbar.
Es ist jedoch eher unwahrscheinlich, dass Kehl seine Zukunft im Verein auf dem Trainerposten sieht. Vielmehr wird ihm eine Zukunft als Nachfolger von Sportdirektor Michael Zorc vorausgesagt.
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