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Drei Dinge, die auffielen: Hinteregger zwischen Himmel und Hölle

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Bayern-Star Müller (li.) und Frankfurts Hinteregger (re.)

Fotocredit: Imago

VonTom Müller
24/05/2020 Am 08:54 | Update 24/05/2020 Am 08:54

Der FC Bayern München muss beim 5:2 (2:0) gegen Eintracht Frankfurt zwar kurz zittern, fährt aber dennoch mit Rückenwind zum Gipfel nach Dortmund. Gegen die SGE zeigte sich besonders das Mittelfeld um Thomas Müller in Spiellaune, dem ein ganz besonderer Meilenstein gelang. Aufseiten der Frankfurter erlebte derweil Martin Hinteregger eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Drei Dinge, die uns auffielen.

1. Hinteregger zwischen Himmel und Hölle

Martin Hinteregger musste nach der Partie im Interview mit "Sky" selbst ein bisschen schmunzeln. "So etwas passiert, was soll man machen?", sagte der Österreicher angesprochen auf sein kurioses Eigentor zum 2:5-Endstand aus Sicht der Frankfurter beim großen FC Bayern: "Das war sicher eines meiner schönsten Eigentore - und hoffentlich das letzte."

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Der Österreicher erlebte in der Allianz Arena am Samstagabend eine Achterbahnfahrt der Gefühle und erzielte nicht einen, nicht zwei, sondern ganze drei Treffer. Wie eingangs erwähnt, leider nicht alle in das Gehäuse von Manuel Neuer. Aber alles der Reihe nach.

Denn zwischen der 52. und 55. Minute schien Hinteregger in einer vor Spektakel nur so strotzenden zweiten Hälfte zum Helden zu avancieren.

Innerhalb von drei Minuten erweckte er mit einem Doppelpack die zu diesem Zeitpunkt schon totgeglaubte Eintracht wieder zum Leben und stellte von 0:3 auf 2:3. Erst per Volley, dann per Kopf vollendete er zwei Ecken von Sebastian Rode. Bereits die Treffer Nummer sieben und acht für den 27-jährigen Innenverteidiger in dieser Saison nach Standards. Ein neuer Bundesliga-Rekord, für den es nach Abpfiff sogar Lob vom Gegner gab.

Zum Happy End wie beim 5:1 im Hinspiel sollte es für die Hessen aber diesmal nicht reichen. Auch, weil Hinteregger eben noch einmal netzte. Und zwar per Slapstick-Einlage, bei der er sich einen verstolperten Abschluss von Serge Gnabry so unglücklich zwischen beiden Hacken hin - und herspielte, dass dieser an Kevin Trapp vorbei ins eigene Tor rollte (74.). Kurz zuvor hatte sich bereits Kapitän Gelson Fernandes einen dicken Schnitzer vor dem 4:2 durch Alphonso Davies (61.) erlaubt.

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Trainer Adi Hütter wollte jedoch trotz der fünften Niederlage in Folge das Positive aus der Partie mitnehmen. "Auf der einen Seite sind fünf Gegentore zu viel, aber auf der anderen Seite freuen mich die beiden Tore von Hinteregger", so der 50-Jährige: "Nach dem 0:3-Rückstand hat uns keiner mehr etwas zugetraut und die Mannschaft hat zurückgefightet."

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2. Assist-König Müller und seine kongenialen Partner

Dass Frankfurt in der ersten Hälfte dermaßen hinterherlief, lag auch am grandiosen Zusammenspiel von Bayerns Mittelfeld-Trio bestehend aus Joshua Kimmich, Leon Goretzka und Thomas Müller.

Wer gedacht hatte, dass dem Rekordmeister durch das verletzungsbedingte Fehlen von Thiago (Adduktorenprobleme) ein Stück Kreativität abhandenkommen würde, der wurde eines Besseren belehrt.

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Besonders Müller und Goretzka wirbelten im ersten Spielabschnitt pausenlos, tauschten immer wieder mit den Flügelspielern die Positionen, rissen Lücken und nutzten intelligent die sich bietenden Räume. Ein Paradebeispiel war der Treffer zum 1:0, in dessen Entstehung Müller dank eines klugen Laufweges auf der linken Seite freigespielt wurde und Goretzka im Rückraum mustergültig bediente.

"Das ist die Qualität von Thomas Müller, dass er den Ball nicht blind reinschlägt, sondern nochmal den Kopf hebt und mich dann super findet", lobte Goretzka seinen kongenialen Partner, der seinen 17. Assist in dieser Saison markierte und damit den Bundesliga-Rekord von Kevin De Bruyne aus der Saison 2014/15 einstellte.

Während Kimmich seinen beiden offensiveren Nebenmännern als Sechser den Rücken freihielt und selbst immer wieder Initiator vieler Chancen war (106 Ballaktionen), ließ Müller in der 41. Minute noch sein siebtes Saisontor folgen und staubte folgerichtig ein Sonderlob von Coach Hansi Flick ab ("Man muss heute Thomas Müller herausheben").

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3. Bayern nimmt faden Beigeschmack mit nach Dortmund

Bei all dem Lob für die erste Hälfte, blieb bei den Beteiligten auf Seiten der Münchner aufgrund der wilden zweiten Hälfte ein fader Beigeschmack haften.

"Vor allem dieses erste Gegentor, wenn der Ball im Fünfmeterraum springt und keiner von uns sich zuständig fühlt, den Ball zu attackieren, da müssen wir absolut nochmal drüber reden", kritisierte Müller das Abwehrverhalten vor dem ersten Treffer von Hinteregger.

Die beiden Gegentore nehmen die Münchner als kleine Flecken auf ihrer sonst fast weißen Weste (zuvor nur vier Gegentreffer in neun Spielen in der Rückrunde) mit nach Dortmund (Dienstag 18:30 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de).

Auch Flick sieht vor dem Gipfeltreffen Redebedarf: "Nach der Pause machen wir direkt das 3:0 (46./Lewandowski), vielleicht war es dann auch so, dass wir es innerlich abgehakt haben. Da hat vielleicht die Konzentration gefehlt", so der 55-Jährige: "Darüber müssen wir sprechen und gucken, dass wir das besser machen."

Dennoch fahren die Bayern mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen in den Signal Iduna Park. "Sorgen macht mir das überhaupt nicht. Bei solchen Spielen haben die Spiele davor gar nicht das große Gewicht", erklärte Goretzka: "In dem Spiel werden wir zu 100 Prozent da sein."

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