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Hummels' Rückkehr: Hat sich der Wechsel ausgezahlt?

Hummels' Rückkehr: Hat sich der Wechsel ausgezahlt?

08/11/2019 um 13:16Aktualisiert 08/11/2019 um 15:21

Mats Hummels' Wechsel vom FC Bayern München zu Borussia Dortmund kam im Sommer überraschend - nach den ersten Saisonwochen lässt sich jedoch klar bilanzieren: alles richtig gemacht, Mats! Am Samstag kann der BVB-Innenverteidiger nun ultimativ unter Beweis stellen, dass er aktuell der Boss auf dem Platz ist. Und damit auch die letzten Kritiker verstummen lassen.

Alles richtig gemacht, Mats Hummels

Seit Sommer trägt Hummels jedoch wieder das BVB-Wappen auf der Brust und wird am Samstag zum 22. Mal gegen seinen Ex-und-wieder-Ex-Klub spielen.

Vor dem Aufeinandertreffen der beiden Bundesliga-Giganten stellt sich dabei unweigerlich die Frage: Hat sich der überraschende Wechsel des Innenverteidigers zurück zum BVB ausgezahlt?

Die Antwort ist kurz und klar: ja!

Nicht umsonst packte BVB-Sportdirektor Michael Zorc am Donnerstag extra eine Aussage von Hummels aus, um die Bedeutung des Spiels bei Bayern klar zu machen.

Zorc zitiert Hummels

"Ich zitiere einmal Mats Hummels", sagt Zorc auf der Pressekonferenz in Dortmund:

"Der hat gesagt: Wir wussten im letzten Jahr schon im Tunnel auf dem Weg zum Platz, dass wir gewinnen würden. Und Axel Witsel hat gesagt: Im Heimspiel hatten wir Eier, in München nicht."

Kein Zufall, dass Zorc Hummels und Witsel nannte. Diese beiden stehen beim BVB für - mit Verlaub! - die größten Mentalitätsfußballer. Zwei, die nach außen wie innen wirken. Zwei, die auch mal in der Kabine laut werden. Weil sie Persönlichkeit haben.

Axel Witsel, Mats Hummels - Borussia Dortmund

Axel Witsel, Mats Hummels - Borussia DortmundGetty Images

"Wir müssen Männerfußball spielen, wir müssen Kerle sein", machte Zorc dann auch noch deutlich: "Darum wird es gehen, das ist das Entscheidende."

Video - "Keine Eier gehabt!" Zorc zählt BVB-Profis an

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Hummels laut "kicker" bester Abwehrspieler der Liga

Hummels muss er das nicht zweimal sagen. War dessen Rückkehr im Sommer von Teilen des BVB-Fanlagers noch kritisch gesehen worden, hat der 30-Jährige seither wohl alle von sich überzeugt.

Der 30-Jährige spulte als Abwehrchef eine gute Leistung nach der anderen ab, beim 0:0 gegen den FC Barcelona vor ein paar Wochen verdiente sich der Innenverteidiger sogar das Prädikat "Weltklasse".

Mats Hummels im Zweikampf mit Luis Suárez

Mats Hummels im Zweikampf mit Luis SuárezGetty Images

"An seiner Seite können viele Spieler besser werden und reifen", hatte Zorc über Hummels gesagt. Der Ex-Nationalspieler wisse, so Zorc, "wie es ist, zu gewinnen". Er sei außerdem "unheimlich druckresistent".

Der "kicker" führt Hummels nach zehn Spieltagen mit einem Notenschnitt von 2,67 als besten Abwehrspieler.

Hummels wird Favre Tipps geben

Beste Voraussetzungen für den Klassiker am Samstag. Zumal Hummels Trainer Lucien Favre auch einige Details über die ehemaligen Teamkollegen verraten kann - wenngleich er den jetzigen Bayern-Interimstrainer Flick nicht mehr selbst an der Säbener Straße in Aktion erlebt hat. "Er kann zumindest von seinen Erfahrungen berichten - und davon, wie es in München zugeht", so Zorc am Donnerstag.

"In der vergangenen Saison beim 0:5 war ich noch auf der Bayern-Seite aktiv und da hat der BVB nicht dagegengehalten - da hatte Bayern von Beginn an das Gefühl zu gewinnen. Das darf nicht noch mal passieren, sonst wird es für uns ganz schwer in München."
Borussia Dortmund: Mats Hummels und Roman Bürki

Borussia Dortmund: Mats Hummels und Roman BürkiGetty Images

Watzke lobt Hummels

Präsentiert sich Hummels wie zuletzt kompromisslos und zweikampfstark, wird es aber selbst der sich in absoluter Top-Form befindende Robert Lewandowski (21 Tore in 17 Pflichtspielen) schwer haben.

"Mir ist auch aufgefallen, dass einer der besten Spieler der Bayern in diesem Spiel nun auf der anderen Seite spielt", sagte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke im Rückblick aufs 0:5 aus dem vergangenen Jahr bei "Sky":

"Das ist auch nicht so schlecht. Wir werden uns am Samstag deutlich besser präsentieren als im letzten Jahr. Das war damals eine richtige Klatsche, und das sollte uns in einer Weiterentwicklung der Mannschaft nicht nochmal passieren."

Hummels äußert sich selbstkritisch

Im BVB-Trikot präsentiert sich Hummels jedoch auch überaus selbstkritisch. Nach dem 0:2 in Hinspiel bei Inter Mailand nahm er via Twitter die Schuld am Kontergegentor zum Endstand auf sich und sprach damit Julian Weigl frei.

Nach dem 3:2 am Dienstag sagte er zur Inter-Führung durch Lautaro Martínez klar:

"Ich bin zwar in der Situation erst hinten dran, aber ich muss dann schneller die innere Position wählen. Als ich dann außen war, konnte ich so früh im Spiel nicht die Rote Karte riskieren. Und 37 km/h laufe ich leider auch nicht, deshalb ist Martínez vor mir geblieben."

BVB rechnet sich mehr aus in München

Hummels ist für den BVB allerdings auch im Offensivspiel nicht zu unterschätzen. Seine Kopfballstärke hilft bei offensiven Standards, auch wenn ihm noch ein Tor fehlt; seine Spieleröffnung ist eine Bank - egal ob per Flachpass oder hoch diagonal in die Spitze.

Ganz klar: Mit Hummels rechnen sich die Dortmunder diese Saison doch ein bisschen mehr aus in München als in den vergangenen Jahren - Sorgen um Jadon Sancho und Marco Reus hin oder her.

Ein weiteres Schlachtfest zu Ungunsten der Schwarz-Gelben soll es nicht geben. "Wenn ich mir die Ergebnisse der vergangenen Jahre in München anschaue, ist das eine reine Horrorbilanz", mahnte Zorc am Donnerstag noch.

Diesem Horror soll Hummels jetzt ein Ende setzen.

Video - Favre angriffslustig: "Haben keine Angst vor Bayern"

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