Bayern-Star Thiago beim FC Liverpool: (K)eine gute Idee!
Thiago Alcántara steht vor einer großen Entscheidung. Kehrt der Mittelfeldstar dem FC Bayern München den Rücken, um beim FC Liverpool anzuheuern? Die Signale sind unklar. Bayern-Coach Hansi Flick will "alles versuchen, damit er bleibt". Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge geht indes eher von einem Abschied aus. Bleibt nur die Frage: Würde Thiago überhaupt zum FC Liverpool passen?
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Die Isar hat es Thiago Alcántara angetan. Der 29-Jährige postet in den sozialen Netzwerken immer wieder Fotos von Familienausflügen an den Alpenfluss, der auf seinem Weg zur Donau auch die bayerische Landeshauptstadt passiert. Ein schönes Ritual, von dem sich Thiago vielleicht bald schon verabschieden muss.
Denn es gibt Gerüchte. Der FC Liverpool, so ist immer häufiger zu lesen, soll den zentralen Mittelfeldspieler im Blick haben und über einen Sommertransfer nachdenken. Es sehe so aus, verriet Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge vor wenigen Tagen der "Bild", dass Thiago "zum Ende seiner Karriere noch einmal etwas Neues machen" wolle. Es wäre ein verständlicher Wunsch, schließlich stand der Spanier in seiner Profi-Karriere erst bei zwei Vereinen unter Vertrag.
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Bayern-Deal mit Diaz vor Abschluss? Liverpool-Coach lässt aufhorchen
26/07/2025 um 21:12 Uhr
Kann Thiago Liverpool wirklich helfen?
2009 debütierte der La-Masia-Schüler bei den Profis des FC Barcelona, 2013 folgte er seinem Trainer Pep Guardiola zum FC Bayern. Und nun Liverpool und die Premier League? Auf den ersten Blick sieht das aus wie der perfekte nächste Schritt für den Supertechniker, der noch bis 30. Juni 2021 einen Vertrag in München hat. Allerdings stellen sich im Hinblick auf Liverpool auch unweigerlich unangenehme Fragen: Braucht Teammanager Jürgen Klopp diesen Thiago überhaupt und wie könnte der potenzielle Neuzugang die roten Überflieger verstärken?
Zunächst einmal fällt auf, dass der LFC im zentralen Mittelfeld bereits gut besetzt ist. Da ist zum Beispiel Jordan Henderson, der als heimlicher Meistermacher der Reds gilt, und in dieser Saison regelmäßig über sich hinauswächst. Mit Georginio Wijnaldum, Fabinho, Naby Keïta, Alex Oxlade-Chamberlain, James Milner oder dem erste 19-jährigen Curtis Jones hat Klopp ein breit gefächertes Mittelfeld aus Routiniers, Spielern im besten Profialter und Talenten.
Und doch bringt Thiago Fähigkeiten mit, die dem kommenden englischen Meister und amtierenden Champions-League-Sieger helfen würden, wie Fußball-Experte Pete Sharland von Eurosport in London erklärt: "Liverpool braucht definitiv einen Spieler wie Thiago. Das mühsame 2:0 gegen Aston Villa am Wochenende hat gezeigt, dass das Mittelfeld die größte Baustelle für Klopp in diesem Sommer sein wird." Mit Henderson, Wijnaldum und Fabinho habe der LFC zwar eine erstklassige Mittelfeld-Achse, es fehle derzeit aber an gleichwertigen Alternativen auf der Bank.
Ein weiterer Faktor, glaubt Sharland, werde das auf Liverpool angepasste taktische Verhalten der übrigen Premier-League-Mannschaften. "In der kommenden Saison werden die meisten Gegner gegen die Reds noch tiefer verteidigen, und wenn Klopp dann einen Passgeber vom Format eines Thiago im Team hat, wäre das ein massiver Vorteil."
Der britische "Express" sieht es ähnlich. "Thiago würde der Mannschaft sofort etwas geben, was sie nicht hat - den finalen Pass." Trotz einer überragenden Saison in der Premier League tat sich die Klopp-Auswahl mitunter schwer, die Defensivriegel der Gegner zu brechen, wie die vielen knappen Siege gegen spielerisch unterlegene Teams zeigen.
In solchen Partien könnte Thiago zum entscheidenden Faktor werden. "Er wäre ein Weltklasse-Transfer für rund 35 Millionen Euro", so der "Express" weiter.
Darum wäre Thiago ein untypischer Klopp-Wechsel
Dennoch wäre ein Thiago-Wechsel eher untypisch für die Ära Klopp. Während der Amtszeit des 53-Jährigen wurden bislang acht Profis verpflichtet, die mehr als 20 Millionen Euro kosteten - und sie waren allesamt deutlich jünger, als Thiago es mit seinen 29 Jahren ist. Klopp bevorzugt es, Spieler aufzubauen, an ihr Maximum heranzuführen. Thiago dagegen hat bereits alles erreicht, mit Barça und Bayern unglaubliche 27 Titel gesammelt.
Eine Verpflichtung des Mittelfeldspielers würde also nicht so recht zur Transferpolitik unter Klopp passen. Eigentlich. Denn auf der anderen Seite stärkte der Star-Coach stets die Schwachstellen in seiner Mannschaft mit Neuzugängen der Extraklasse.
So geschehen auf der Torhüter-Position, für die Keeper Alisson Becker für satte 62,5 Millionen Euro geholt wurde. So geschehen in der Verteidigung und der Offensive, wo die Reds mit Virgil van Dijk, Sadio Mané und Mohamed Salah drei Ausnahmespieler an Bord holten.
Klopp lässt sich nicht in die Karten schauen
Die Folge: Der Klopp-Klub holte im vergangenen Jahr die Krone in der Königsklasse und beendete in dieser Saison die 30-jährige Titel-Durststrecke in der Premier League. Sollte der Kult-Coach from Germany bei aller Klasse seines Kaders im zentralen Mittelfeld tatsächlich noch Luft nach oben sehen, wäre ein Thiago-Transfer durchaus sinnvoll.
Klopp selbst ließ sich erwartungsgemäß nicht in die Karten schauen. Ja, der Spanier sei ein "wirklich guter Spieler", und nein, er werde die Frage nach einem möglichen Deal keinesfalls beantworten.
Thiago wiederum müsste sich im Fall eines Wechsel halt von der Isar verabschieden, einerseits. Andererseits gibt es in Liverpool ja den River Mersey - und der fließt nur drei Kilometer Luftlinie von der Anfield Road entfernt in die Irische See.
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