Am 6. März postete David Alaba auf Twitter ein Foto, das ihn in einem Spiel gegen den 1. FC Köln zeigt. Das Bild ist eine Zäsur, denn es zeigt das Bundesliga-Debüt des Österreichers, das an jenem 6. März exakt zehn Jahre zurücklag. Alaba steht nun also am Anfang seiner zweiten Dekade als Profi. Da macht man sich natürlich Gedanken. Wie es weitergeht, wo es weitergeht, welche Ziele noch bleiben?

Bundesliga
Will er weg? Alaba engagiert offenbar Transfer-Strippenzieher wie Lewandowski
22/03/2020 AM 16:56

"Ich kann mir vorstellen, in meiner Zukunft woanders zu spielen", hatte der 27-Jährige im Vorfeld des Champions-League-Achtelfinals gegen den FC Chelsea im Gespräch mit der "Daily Mail" erklärt - und auch einen Hinweis hinterlassen, wohin es gehen könnte. "Als ich klein war, habe ich die Premier League intensiv verfolgt. Patrick Vieira war einer meiner Lieblingsspieler", berichtete Alaba.

Ein Wechsel würde in München eine große Lücke hinterlassen. Sportlich sowieso, aber Alaba ist eben auch ein prägendes Gesicht des Vereins. Wie Thomas Müller oder früher Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger hat er den Sprung aus der Bayern-Jugend in die Startelf der Profi-Auswahl geschafft und sich zum Führungsspieler entwickelt. Ein inzwischen selten gewordener Fall im Kosmos des Rekordmeisters.

Flick sieht Alaba als "Abwehrchef"

Dennoch, rundum zufrieden ist Alaba nicht mit seiner Rolle - sportlich gesehen. Trainer Hansi Flick verlieh dem Nationalspieler in jüngerer Vergangenheit zwar wiederholt den Titel "Abwehrchef", doch der sieht sich trotzdem auf einer anderen Position. Schon nach dem 0:0 im Bundesliga-Gipfel gegen RB Leipzig, als er als rechter Innenverteidiger aushelfen musste, gab Alaba zu bedenken, dass dies "nicht unbedingt die Idealposition" sei.

David Alaba - FC Bayern München

Fotocredit: Getty Images

Nur: Auf der spielt der Linksfuß auch sonst nicht. Unter Flick normalerweise als linker Innenverteidiger gesetzt, sieht sich Alaba selbst im Mittelfeld am besten aufgehoben. So wie in der österreichischen Nationalmannschaft, wo er im linken Mittelfeld - mitunter sogar mit der Kapitänsbinde am Arm - die Fäden zieht. ÖFB-Teamchef Franco Foda weiß um die Qualitäten des Bayern-Stars, sieht ihn aber auf beiden Positionen gleichermaßen stark, wie er dem "kicker" verriet:

Hinten links ist er einer der Besten der Welt. Aber bei uns spielt Alaba manchmal im linken offensiven Mittelfeld, auch da ist er für uns sehr wertvoll. Er kann auf mehreren Positionen spielen und bringt immer Topleistungen.

Das würden die Verantwortlichen in München wohl anstandslos so unterschreiben. Allerdings mehren sich auch die Anzeichen dafür, dass die Bayern ihr Eigengewächs ein wenig vergrault haben.

Alaba: Neuer Berater, neuer Klub?

Nach Informationen von "Sky" und "Sport1" hat Alaba vor kurzem den israelischen Spieleragenten Pini Zahavi engagiert. Ein schillernder Name in der Branche: 2017 fädelte Zahavi den 222-Millionen-Euro-Transfer von Neymar zu Paris Saint-Germain ein, und auch für Robert Lewandowski war er schon tätig.

Nun soll der 72-Jährige, so berichtet die "Sport Bild", für Alaba den Boden für einen möglichen Wechsel zu Real Madrid oder dem FC Barcelona sondieren. Die beiden spanischen Superschwergewichte werden bereits sei längerem mit einem Alaba-Deal in Verbindung gebracht, zuletzt berichtete das Portal "Football España" darüber.

Aus finanziellen Motiven, so darf man vermuten, strebt der Abwehrspieler den Wechsel nicht an. Laut "Sport Bild" befindet sich Alaba bereits jetzt in den Sphären der Bayern-Topverdiener Manuel Neuer und Thomas Müller, deren jährliches Salär auf etwa 15 Millionen Euro geschätzt wird.

16 große Titel mit dem FC Bayern

Vielleicht ist es nach insgesamt zwölf Jahren an der Säbener Straße aber auch einfach an der Zeit, "einen anderen Weg einzuschlagen", wie es Alaba bereits laut drüber nachdenkend formulierte.

16 große Titel, darunter die Champions League im Jahr 2013, hat der gebürtige Wiener mit den Bayern schon abgeräumt. Außer der Europa League hat Alaba alles gewonnen, was es im Klub-Fußball zu gewinnen gibt.

Der Vertrag in München läuft noch bis 30. Juni, was den Verein perspektivisch gesehen unter Druck setzt - eine angemessene Ablöse ließe sich wohl nur noch im Sommer 2020 erzielen.

Es wäre aber schon bitter für die Bayern, wenn David Alaba am 6. März des kommenden Jahres wieder einen Jubiläums-Tweet absetzten würde, auf dem er dann auf sein erstes Jahr in der Primera División zurückblickt ...

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