FC Bayern München und Charles Aránguiz: Mehr als nur einen Blick wert

Charles Aránguiz ist Publikumsliebling und Leistungsträger bei Bayer Leverkusen. Trainer Peter Bosz machte aus dem Chilenen eine Schlüsselfigur in seinem System, doch ein auslaufender Vertrag im Sommer gibt Grund zur Sorge. Der FC Bayern wird nun von mehreren Quellen als möglicher neuer Arbeitgeber des defensiven Mittelfeldspielers ins Spiel gebracht. Könnte passen, doch einiges spricht dagegen.

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Charles Aránguiz ist einer der Spieler, deren Wert für eine Mannschaft oft erst auf den zweiten Blick ersichtlich wird.
In der öffentlichen Wahrnehmung fliegt der Chilene oft etwas unter dem Radar, was den Verantwortlichen der Werkself nicht ganz unrecht ist. Denn der 31-Jährige ist absoluter Leistungsträger und spielt auf der Sechs eine Schlüsselrolle im System von Peter Bosz - und das soll er noch möglichst lange tun. Da passt es doch ganz gut, wenn Talente wie Kai Havertz oder im vergangenen Jahr Julian Brandt (heute BVB) die mediale Aufmerksamkeit auf sich ziehen.
Aktuell sorgen jedoch Gerüchte um einen Wechsel zum FC Bayern für Unruhe rund um Aránguiz.

Aránguiz im Sommer ablösefrei?

Das chilenische Sportportal "alairelibre.cl" hatte kürzlich berichtet, dass der Mittelfeldmann von niemand geringerem als dem FC Bayern als günstige Ergänzung für das defensive Mittelfeld ausgemacht wurde. Laut dem Radiosender "futuro.fm" sei der Spieler sogar kurz davor, einen Zweijahresvertrag an der Isar zu unterschreiben.
Wie fundiert die Informationen dieser beiden als seriös geltenden Quellen sind, sei dahingestellt; verwunderlich ist es bei näherer Betrachtung jedenfalls nicht, dass der Name Aránguiz in Verbindung mit dem deutschen Rekordmeister auftaucht.
Der Vertrag des zentralen Mittelfeldspielers läuft im Sommer aus. Damit gehört der 78-fache Nationalspieler zu den zehn wertvollsten Akteuren, die Stand jetzt im kommenden Sommer ablösefrei zu haben wären.
In unsicheren Zeiten der Corona-Pandemie, die in Sachen Transfers von allen Klubs große Zurückhaltung einfordert, rücken besonders die Spieler in den Fokus, bei denen das finanzielle Risiko überschaubar ist. Aránguiz gehört dazu und ist daher auch für den FC Bayern mehr als nur einen Blick wert.

Aránguiz: Ein Spielertyp, der den Bayern fehlt

Der 31-Jährige ist ein Spielertyp, den der Kader von Hansi Flick bisher so nicht hergibt. Vielleicht deshalb, weil er derzeit nicht benötigt wird. Flick machte mit der dauerhaften Versetzung von Joshua Kimmich auf die Sechserposition deutlich, dass er (überspitzt ausgedrückt) eher auf feine Klinge als auf Brechstange, für die Aránguiz u.a. bekannt ist, setzt.
Allerdings kann es auch nicht verkehrt sein, in gewissen Situationen einen rustikaleren Spielertypen in der Hinterhand zu wissen. Javi Martínez, dem Aránguiz von seinem Stil her wohl am meisten ähnelt, hat seine beste Zeit beim FC Bayern hinter sich und wird den Verein mutmaßlich im Sommer verlassen.
Aránguiz könnte in die Fußstapfen des Spaniers treten, müsste sich aber genau wie dieser hinter einer ganzen Reihe hochveranlagter Stars anstellen. Auch Leon Goretzka und Corentin Tolisso gelten als Alternativen im defensiven Mittelfeld.
Dennoch: Einen Versuch wäre es wert, ist der Chilene doch ohne große Anstrengungen zu finanzieren.

Publikumsliebling, Vorbild, Identifikationsfigur

In Leverkusen ist Aránguiz Publikumsliebling, Vorbild und Identifikationsfigur. Einen Status, den er mit einem Wechsel nach München aufgeben müsste. Der 31-Jährige passt perfekt ins System seines Trainers Peter Bosz. In 27 Pflichtspielen der laufenden Spielzeit stehen drei Tore und sechs Assists auf dem Konto des Chilenen. "Mit Aránguiz ist es ein anderes Spiel", lobte Bosz seinen Mittelfeldmotor jüngst.
"Wir sind weiterhin guter Dinge, dass wir mit Charly (Spitzname von Aránguiz, Anm. d. Red.) zum Abschluss kommen", wird der ehemalige Kapitän und heutige Sportdirektor der Rheinländer, Simon Rolfes, bezüglich einer angestrebten Vertragsverlängerung in einem Bericht der "Bild" zitiert.
Zuvor hatte er mehrdeutige Aussagen von Aránguiz' Berater Fernando Felicevich, der auch Arturo Vidal und Alexis Sánchez vertritt, mit folgenden Worten gekontert:
Eines dieser Signale machte der 31-Jährige zuletzt öffentlich, indem er sich mit einem Schreiben, das die Redaktion "Reines Gewissen" aus der aktiven Leverkusener Fanszene an ihn richtete, auf Facebook ablichten ließ.

Aránguiz’ Berater hängt in Chile fest

Warum aber zögert ein so geschätzter Spieler damit, sich klar zu seinem Verein zu bekennen? Die Gründe dafür könnten ganz banal sein. Wie es heißt, sitzt Berater Felicevich wegen der Coronakrise in Chile fest, darf die Reise nach Deutschland nicht antreten. Aránguiz will ihn aber unbedingt bei den abschließenden Verhandlungen dabei haben.
Es ist nicht abwegig, anzunehmen, dass Felicevich seine Reiseverbotszeit Zeit dazu nutzt, die Marktwerte seiner Klienten durch geschicktes Platzieren der Namen in der lokalen Presse zu steigern. In der Vergangenheit soll er das schon mehrfach getan haben, wie der freie chilenische Journalist Mauricio Rojas Casimiro gegenüber "Spox" erklärte:
Aus Leverkusener Sicht bleibt zu hoffen, dass die Reisebeschränkungen möglichst bald aufgehoben werden, damit der Fall Aránguiz ad acta gelegt werden kann und der heimliche Chef weiter im Schatten der schillernden Offensivstars seine wertvolle Arbeit verrichten kann.
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