Erling Haaland und Real Madrid - das ist an den Gerüchten dran
Verlässt Shootingstar Erling Haaland die Bundesliga bereits nach einem halben Jahr wieder? Glaubt man verschiedenen Medienberichten aus Spanien und England, wird Real Madrid im Sommer alles daran setzen, den 19-Jährigen vom BVB loszueisen. Ist dieses Szenario wirklich realistisch? Und noch wichtiger: Würde es aus Sicht der Königlichen und des Norwegers überhaupt Sinn ergeben? Eine Einordnung.
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Die Informationslage rund um den Transfermarkt hat eine ganz eigene Dynamik.
Die Prognosen der Experten für das kommende Transferfenster sind aufgrund der Coronakrise düster und die Aussagen der Klub-Verantwortlichen vage, schon allein deshalb überschlagen sich derzeit die Gerüchte.
Haaland zu Real: Die Gerüchte nehmen Fahrt auf
Eine ganz heiße Spur, zumindest wenn man verschiedenen spanischen und englischen Medien Glauben schenken mag, führt aktuell von Dortmund nach Spanien.
Der gemeinsame Tenor: Real Madrid will BVB-Wunderstürmer Erling Haaland. Am besten noch in diesem Sommer.
Zugegeben: Haaland und sein Vater Alf-Inge haben nach dem Raketenstart des 19-Jährigen beim BVB (zwölf Tore und zwei Vorlagen in elf Spielen) wenig dafür getan, besagte Gerüchte zu zerstreuen.
Haaland Senior tat Anfang März sogar das Gegenteil. "Es ist wahr, dass die spanische Liga für meinen Sohn eine sehr gute ist, viele gute Teams spielen dort", ließ sich der 47-Jährige von der "AS" zitieren und nährte damit die Spekulationen rund um einen Blitz-Wechsel nach Madrid.
Dennoch ist ein Abgang aus Dortmund nach nur einem halben Jahr gleich aus mehreren Gründen unwahrscheinlich.
Real schaut auf Haaland: Warum die Eile?
Dass die Königlichen Haaland generell auf dem Zettel haben, ist wenig überraschend. Real ist immer auf der Suche nach großen Talenten und scheute sich in der jüngeren Vergangenheit nicht davor, diese für stattliche Preise frühzeitig ins Bernabéu zu holen (siehe Vinícius Júnior/45 Millionen Euro; Rodrygo/45 Millionen Euro).
Allerdings ist die Sturmspitze mit Karim Benzema hochkarätig besetzt. Trotz gehobenen Dienstalters ist der 32-Jährige absoluter Leistungsträger und im System von Trainer Zinédine Zidane (noch) nicht wegzudenken.
Wie schwer es ist, an Benzema vorbeizukommen, musste in dieser Saison Luka Jovic schmerzlich in Erfahrung bringen. Der Serbe war seinerseits im vergangenen Sommer als verheißungsvolles Talent für 60 Millionen Euro aus Frankfurt nach Madrid gewechselt und muss sich seither hinten anstellen.
Ob Haaland schon jetzt weiter als der 22-jährige Jovic ist, ist schwer zu beurteilen. Immerhin überzeugte auch der 2018/19 mit 17 Treffern in der Bundesliga.
Haalands Entwicklung abzuwarten und erst 2021 oder später zuzuschnappen, scheint aufgrund der Erfahrungen mit Jovic die sinnvollere Option. Zumal eine vermeintliche Ausstiegsklausel über 75 Millionen Euro, die in einem Bericht der "Marca" erwähnt wird, laut Informationen der "BILD" noch nicht im kommenden Sommer greifen soll.
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Haaland wird keine unüberlegte Entscheidung treffen
Auch aus Sicht von Haaland spricht wenig dafür, den BVB nach einer halben Saison wieder zu verlassen. Der junge Norweger weiß, dass er sich durch seine fulminanten Leistungen in eine hervorragende Situation gebracht hat, um als unangefochtene Stammkraft im familiären Umfeld der Westfalen weiter zu reifen.
Die Möglichkeit, zu einem europäischen Schwergewicht zu wechseln, hatte Haaland bereits im Winter. Das Interesse von Manchester United, Juve & Co. war da, doch er entschied sich für den BVB. Warum sollte er seine Meinung so schnell wieder geändert haben?
"Timing ist alles", verriet Haaland jüngst im exklusiven Interview mit Eurosport:
Auch der Eurosport-Experte und ehemalige Bundesliga-Profi Kjetil Rekdal, der Haaland und dessen Umfeld kennt, glaubt nicht, dass der 19-Jährige so schnell weiterziehen wird:
Dortmund hält alle Zügel in der Hand
Sollten sich Real und Haaland dennoch bereits jetzt zueinander hingezogen fühlen, wird ein Transfer spätestens an Borussia Dortmund scheitern.
Angesprochen auf eine Ausstiegsklausel in Haalands Vertrag (bis 2024), entgegnete Sportdirektor Michael Zorc im Januar: "Gehen Sie davon aus, dass er über einen längeren Zeitraum bei uns Fußball spielen wird."
Kein Dementi, aber zumindest ein Hinweis darauf, dass die Entscheidungsgewalt über Haalands Zukunft in diesem Sommer noch in den Händen der Dortmunder liegt.
Und die werden angesichts der drohenden Abgänge von Jadon Sancho und Achraf Hakimi keine weitere Säule des Teams einfach ziehen lassen. Die Fans des BVB werden sich also mindestens eine weitere Saison an den Toren des Shootingstars erfreuen dürfen. Königliches Interesse hin oder her.
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