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Bayerns Überraschungstransfer: Deshalb kann Kouassi zum Glücksgriff werden

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Tanguy Kouassi von Paris Saint-Germain

Fotocredit: Getty Images

VonTobias Laure
19/06/2020 Am 06:17 | Update 19/06/2020 Am 06:18

Tanguy Kouassi soll der Mann der Zukunft in der Innenverteidigung des FC Bayern München werden. Nach übereinstimmenden Berichten von "RMC Sport", "Sky" und der "Sport Bild" wechselt der 18-Jährige zur kommenden Saison von Paris Saint-Germain zum deutschen Rekordmeister. Aber kann der junge Franzose die Bayern tatsächlich schon verstärken? Und wo liegen seine Qualitäten?

Genau eine Minute lang ist die Erfahrung, die Tanguy Kouassi bislang mit einem Klub aus der Bundesliga gemacht hat. Das ist noch gar nicht lange her. Am 11. März wechselte PSG-Coach Thomas Tuchel den Teenager im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League gegen Borussia Dortmund in der Nachspielzeit ein. Kouassi half mit, das 2:0 über die Zeit zu bringen und den BVB damit aus der Königsklasse zu befördern.

Es war ein kleiner, aber wichtiger Schritt für das Toptalent auf dem Weg nach oben - und der verläuft steil. Kouassi gilt in Frankreich als kommender Mann in der Innenverteidigung, spielte sowohl in der U16, der U17 und der U18 für die Équipe Tricolore.

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Die Qualitäten des Abwehrspielers sind außerordentlich, wie Fußball-Experte Cyril Morin von Eurosport in Paris erklärt: "Er hat diese Fähigkeit, ein Spiel zu lesen. Dazu ist Kouassi flexibel einsetzbar, kann als Innenverteidiger und Mittelfeldspieler auflaufen." Der 18-Jährige bringe bereits eine enorme Power und Ballsicherheit mit.

Rothen kritisiert Kouassi-Abgang: "Skandalös"

"Das ist auch der Grund, weshalb PSG ihn mit einem Profivertrag ausstatten und halten wollte", so Morin. "Das hat aber nicht geklappt." Nun verlässt Kouassi den Verein ablösefrei - und das ist ein echtes Problem für den französischen Serienmeister. Wie so häufig in den vergangenen Jahren geht ein selbst ausgebildetes Talent auf der Schwelle zum Profi von Bord.

Ein heiß diskutiertes Thema an der Seine. "Ich verstehe nicht, wie ein Spieler so reagieren kann, nachdem ihm das ganze Jahr lang Vertrauen entgegengebracht wurde. Was ist seine Ausrede?", polterte der ehemalige PSG-Profi Jérôme Rothen im Interview mit "RMC Sport" und ergänzte: "Ich finde das einfach nur skandalös." Junge Spieler wie Kouassi stünden in der Schuld des Vereins, wenn sie dort ihre Ausbildung durchlaufen hätten, so der 42-Jährige weiter.

Tanguy Kouassi im PSG-Trikot

Fotocredit: Getty Images

Der FC Bayern darf dagegen auf einen Glücksgriff hoffen, bekommt aus Sicht von Morin einen hochambitionierten Youngster. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass er sich damit zufriedengeben würde, zunächst nur in der zweiten Mannschaft zu spielen. Kouassi verlässt PSG, obwohl er durch den Abgang von Thiago Silva gute Aussichten hatte, einen Stammplatz zu bekommen. Schon in dieser Saison hat er 13 Pflichtspiele bei den PSG-Profis absolviert und er wird sich auch in München nicht mit weniger begnügen wollen."

Vorschusslorbeeren bekam Kouassi von zwei ehemaligen Bayern-Größen, die ebenfalls aus Frankreich kommen. So lobte Bixente Lizarazu seinen jungen Landsmann gegenüber dem "kicker" als "großes Talent in der Defensive", während Willy Sagnol auch die Angriffsqualitäten heraushob. "Er ist sehr kopfballstark, gerade in der Offensive", so der 43-Jährige.

FC Bayern erntet die Früchte der Arbeit

Seit dieser Saison trainiert Kouassi unter Coach Thomas Tuchel mit den PSG-Profis. Das habe ihn verändert. "Ich bin mental gewachsen. Zudem bin ich technisch besser geworden, gehe auch mehr ins Risiko", erläuterte der Junioren-Nationalspieler schon im vergangenen Oktober gegenüber "RMC Sport".

Die Früchte dieser Arbeit erntet nun der FC Bayern. Die Hoffnung: Kouassi soll mittelfristig in die Fußstapfen von Jérôme Boateng treten, dessen Zukunft weiter ungeklärt ist. Möglicherweise landet der Weltmeister von 2014 sogar bei PSG.

Dennoch wird Kouassi in München alles andere als ein gemachtes Nest vorfinden. "Die Konkurrenz ist enorm und ich bin nicht ganz sicher, ob der FC Bayern die richtige Wahl war", gibt Fußball-Experte Morin zu bedenken. Das dürfte den Verteidiger aber kaum schrecken. "Ich habe mehr Vertrauen in mein Spiel gewonnen", wies Kouassi selbstbewusst auf seine jüngsten Fortschritte hin.

Und wenn alles gut geht, dann wird er in der kommenden Saison mehr als nur eine Minute gegen Borussia Dortmund auf dem Platz stehen.

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