Roman Bürki beim BVB am Scheideweg: Abschied oder Beginn einer Ära?
Während der FC Bayern München mit der Verpflichtung von Alexander Nübel den Umbruch auf der Torhüterposition vorantreibt, setzt Borussia Dortmund zwischen den Pfosten weiter auf Kontinuität. Obwohl die Vertragsgespräche mit Schlussmann Roman Bürki derzeit auf Eis liegen, deutet vieles auf eine Verlängerung hin. Doch macht dies auf längere Sicht für den BVB überhaupt Sinn?
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Roman Weidenfeller, Jens Lehmann, Stefan Klos und Wolfgang de Beer - sie alle gewannen mit Borussia Dortmund in der Vergangenheit mindestens einmal die Deutsche Meisterschaft und prägten auf der Torhüterposition eine ganze Ära.
Auch wenn Nachfolger Roman Bürki von der Aufnahme in jenen elitären Klub noch ein gutes Stück entfernt ist, hat er sich trotz Anlaufschwierigkeit in den vergangenen rund viereinhalb Jahren zu einer Konstante zwischen den Pfosten entwickelt - nur den lang ersehnten Titel konnte er bislang noch nicht nach Dortmund holen.
Nach der Vize-Meisterschaft in der Vorsaison steht der Schweizer mit seiner Mannschaft in der laufenden Spielzeit erneut auf dem zweiten Platz hinter dem FC Bayern. Abgeschrieben hat Bürki den Titelkampf bei vier Punkten Rückstand auf den Rekordmeister aber noch lange nicht: "Wir haben nie versprochen, dass wir Meister werden. Wir haben gesagt, wir werden es versuchen. Und das tun wir."
Bürki und der BVB: Verhandlungen liegen auf Eis
Es könnte unter Umständen jedoch Bürkis letzte Chance sein, einen Meistertitel mit der Borussia zu gewinnen und sich damit in die Riege seiner prominenten Vorgänger einzureihen. Schließlich geht der Keeper nach aktuellem Stand der Dinge am Ende der Saison in sein letztes Vertragsjahr bei den Schwarz-Gelben.
Obwohl das Interesse auf beiden Seiten grundsätzlich groß ist, dass es zeitnah zu einer Einigung kommt, liegen die Gespräche über eine Ausdehnung seines 2021 auslaufenden Kontraktes derzeit auf Eis. "Wir tauschen uns darüber aus, was möglich ist. Noch haben wir uns da nicht gefunden", erklärte der Schlussmann und betonte:
"Jetzt in der Corona-Pause ist es aber auch nicht das Wichtigste, sondern das Wichtigste ist, dass wir erst einmal gut durch diese schwierige Phase kommen. Danach werden wir weiter miteinander sprechen."
BVB setzt im Tor auf Kontinuität
Auch wenn Sportdirektor Michael Zorc kürzlich eine vorzeitige Verlängerung dementierte ("Es gibt keinen neuen Stand"), stehen die Zeichen klar in Richtung Verbleib. Bürki spielt gegenwärtig seine stärkste Saison beim BVB und spürt folgerichtig die Rückendeckung des Vereins. "Roman ist ein außergewöhnlicher Rückhalt und sehr stabil", lobte Zorc seinen Schlussmann zum Ende der Hinrunde.
Bürki selbst betonte bereits zu Saisonbeginn, dass er sich beim BVB wohlfühle und dem Klub viel zu verdanken habe. Er könne sich daher "im Moment nichts anderes vorstellen, als bei Borussia Dortmund zu verlängern."
Während der FC Bayern mit der Verpflichtung von Alexander Nübel bereits die Weichen für die Zukunft gestellt hat, lautet Kontinuität weiterhin das oberste Gebot beim BVB.
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Bürki: Der BVB muss wegweisende Entscheidung treffen
Doch könnte eben jener Gleichschritt am Ende des Tages sogar zu einem Rückschritt werden? Zweifelsohne stellte Bürki in den vergangenen Jahren unter Beweis, dass er ein solider Rückhalt ist, im internationalen Vergleich fällt der Keeper aber mit den Großen der Branche etwas ab.
Die Verantwortlichen müssen deshalb die Frage stellen, so banal sie im ersten Moment auch klingen mag, ob sie mit dem Schweizer Torhüter in naher Zukunft tatsächlich einen großen Titel gewinnen können.
Immerhin war der 29-Jährige in der Vergangenheit nicht immer frei von folgenschweren Patzern und konnte trotz teils herausragenden Leistungen in der laufenden Spielzeit unter allen Stammtorhütern der Bundesliga die wenigsten Bälle parieren (54,3 Prozent). Letzteres war allerdings auch der nicht immer sattelfesten Defensive geschuldet.
Diese Alternativen hat der BVB
Doch wie sehen die Alternativen aus? Bürkis etatmäßiger Ersatz Marwin Hitz, dessen Vertrag ebenfalls im Sommer 2021 ausläuft, erwies sich als zuverlässige Nummer zwei, aber auch nicht mehr.
Aus dem Jugendbereich klopft Luca Unbehaun, der als eines der größten deutschen Torhüter-Talente gilt, an die Tür zur ersten Mannschaft. Der Sprung zu den Profis oder gar als sofortige Nummer eins scheint gegenwärtig jedoch noch zu groß zu sein. Zumal der 19-Jährige in der laufenden Saison aufgrund einer schweren Knieverletzung lange ausfiel.
Und dann wäre da noch André Onana von Ajax Amsterdam, den der "Telegraaf" jüngst
Fakt ist, dass einzig Bürki selbst die aufkommende Torhüterdiskussion mit konstanten Leistungen und möglicherweise seinem ersten Meistertitel im Keim ersticken könnte. Sollte ihm Letzteres tatsächlich gelingen, dürfte ihm zudem ein Platz im Dortmunder Torwart-Olymp sicher sein.
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