Bereits vor dem letzen Saisonspiel qualifizierten sich beide Mannschaften für das internationale Geschäft – der letzte Auftritt fand demnach ohne größere sportliche Brisanz statt. Dennoch waren beide Teams darauf bedacht, die Spielzeit mit einem Positiverlebnis abzuschließen. Zudem war es ein Spiel der Verabschiedungen – unter anderem pfiff Referee Manuel Gräfe sein letztes Spiel im deutschen Profi-Fußball.
Beim BVB führte Lukasz Piszczek den BVB in seinem letzten Spiel als Kapitän auf das Feld. Insgesamt rotierten die Dortmunder auf sechs Positionen – darunter fast die gesamte Viererkette. Manuel Akanji blieb in der Startelf, daneben agierten Emre Can, Piszczek und Nico Schulz. Vorne spielten Julian Brandt und Reinier, auf der Sechs Thomas Delaney.
B04-Trainer Hannes Wolf wechselte in seinem letzten Spiel als Cheftrainer insgesamt viermal – vornehmlich in der Offensive. Demarai Gray, Karim Bellarabi und Paulinho begannen, zudem machte Sven Bender sein letztes Profispiel von Beginn an in der Innenverteidigung.
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Bereits in der 5. Minute ging Borussia Dortmund in Führung. Brandt spitzelte Kerem Demirbay den Ball im Bayer-Aufbauspiel vom Fuß und initiierte damit den schnellen Angriff. Reinier setzte anschließend Erling Haaland in der linken Strafraumhälfte in Szene, der Norweger zog aus 13 Metern flach ab und verwandelte stark ins linke Eck.
Der BVB verdiente sich die Führung in der Folge, war zunächst die dominante Mannschaft. Doch mit zunehmender Spielzeit wachte die Werkself auf, setzte die Dortmunder früh unter Druck und kam zu guten Torgelegenheiten. In der Offensive fehlte es Leverkusen allerdings am Killerinstinkt.
Im zweiten Durchgang legte Borussia Dortmund nach. Marco Reus zog einen Freistoß aus 18 Metern halblinker Position direkt zentral auf das Tor, Lukáš Hrádecký wurde von vier Mit- und Gegenspielern irritiert und so landete der Ball im Netz (51.). Der VAR überprüfte in der Folge auf eine mögliche Abseitsposition – es hatte allerdings keine vorgelegen – der Treffer zählte.
In der Schlussphase legte der BVB nochmal nach. Wendell spielte einen katastrophalen Fehlpass tief in der eigenen Hälfte direkt in die Füße von Haaland, der Hrádecký austanzte und mit ganz viel Ruhe zum 3:0 einschob (84.).
In den Schlussminuten wurde es nochmals hochemotional. Lars Bender wurde für seinen Bruder Sven eingewechselt und durfte direkt im Anschluss einen Foulelfmeter für Leverkusen ausführen, nachdem Can den ebenfalls eingewechselten Patrick Schick foulte. Er zielte ins linke Eck, Roman Bürki griff nicht ein und blieb stehen – Bender traf in seinem letzten Spiel zum 1:3 (89.).

Die Stimmen:

Edin Terzic (Trainer Borussia Dortmund): "Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen. Wir haben dann versucht, mit 80 Prozent weiterzuspielen. Das funktioniert dann natürlich nicht. Natürlich war ein bisschen die Luft raus. Wir sind sehr glücklich, dass wir unsere Serie ausbauen konnten."
Hannes Wolf (Trainer Bayer Leverkusen): "Wir haben die Ziele letzte Woche erreicht. Darüber sind wir sehr glücklich. Wir wollten noch ein gutes Spiel machen. Am Ende haben die Emotionen eine große Rolle gespielt. Es ist sehr schön, dass Lars Bender diesen Abschluss bekommen hat. Darüber freue ich mich sehr. Das freut mich mehr, als mich die Niederlage ärgert."

Der Tweet zum Spiel:

Nach 15 langen Profi-Jahren hängen die Bender-Zwillinge ihre Fußballschuhe an den Nagel und beenden ihre Karriere. Auch Piszczek wurde verabschiedet – er wechselt zurück in seine polnische Heimat.

Das fiel auf: Vakante Position

Seit mehreren Jahren ist Jadon Sancho heiß begehrt auf dem europäischen Transfermarkt, bisher ist es der Borussia dennoch immer gelungen, ihr Offensivjuwel im Ruhrgebiet zu halten. In diesem Transfersommer dürfte sich die Lage ändern – mehrere Topvereine sind heiß auf eine Verpflichtung des Engländers, allen voran Manchester United, FC Liverpool und FC Chelsea.
Noch ist Sancho ein Dortmunder, doch aus BVB-Sicht wäre es fahrlässig, nicht schon jetzt nach einem potenziellen Nachfolger zu suchen. Finden könnte ihn der BVB beim Gegner aus Leverkusen. Flügelspieler Diaby, der im Sommer 2019 für rund 15 Millionen Euro von Paris Saint-Germain nach Leverkusen wechselte, erfüllt genau die Eigenschaften, die in ein mögliches Anforderungsprofil des BVB passen.
Diaby verfügt über extreme Geschwindigkeit und technischen Finessen. In dieser Spielzeit gelangen dem 21-jährigen Franzosen in 31 Spielen vier Tore und zwölf Assists – eine starke Quote. Gegen den BVB hatte Diaby jedoch nicht die Möglichkeit, seine Qualitäten in Gänze zu zeigen, er saß – ebenso wie Sancho – zunächst nur auf der Bank. Doch natürlich wissen auch die Verantwortlichen der Werkself um die Qualitäten des Offensivspielers und haben alle Fäden in der Hand: Diabys Vertrag läuft noch bis 2025.

Die Statistik: 32

Im Dezember 2020 übernahm Edin Terzić die Trainergeschicke beim BVB und führte die Dortmunder nach anfänglichen Problemen zurück in die Erfolgsspur. Nach 32 Spielen, der Qualifikation für die Champions League und dem Gewinn des DFB-Pokals endet Terzić Zeit als BVB-Cheftrainer. Seine Zukunft ist noch offen, der Noch-BVB-Coach begehrt.
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