Bald vier Jahre ist es her, dass Jadon Sancho aus der Jugendabteilung von Manchester City zu Borussia Dortmund wechselte. Knapp acht Millionen Euro überwies der BVB damals.
Seither entwickelte sich der Engländer von einem talentierten Teenager zu einem der begehrtesten Nachwuchsstars des europäischen Fußballs. Knapp 100 Millionen Euro ist Sancho (Vertrag bis 2023) mittlerweile wert.
Schon im vergangenen Sommer bestimmten Spekulationen um seine Zukunft den Transfermarkt. Die vom BVB geforderten 120 Millionen Euro waren damals aber auch Hauptinteressent Manchester United zu teuer.
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Mittlerweile soll Dortmund mit rund 90 Millionen Euro glücklich sein. Welcher Verein kann und will sich aber Sancho leisten? Immerhin stehen viele Vereine wegen der Corona-Krise finanziell unter besonderem Druck.

FC Chelsea macht offenbar Ernst

Ein neues Gerücht machte in dieser Woche die Runde. Angeblich will der FC Chelsea eine Verpflichtung des 21-Jährigen vorantreiben. Trainer Thomas Tuchel ist laut "The Sun" ein Fan von Sancho. Angesichts der anhaltenden Schwächephase von Timo Werner könnten die Blues eine Verstärkung in der Offensive gebrauchen, heißt es. Rund 93 Millionen Euro soll Chelsea offenbar bereit sein, zu überweisen.
Den englischen Vereinen werden im Poker um den Angreifer ohnehin die besten Karten zugesprochen. Manchester United galt lange als Favorit. "Es kann durchaus sein, dass United in diesem Sommer wieder einen Anlauf startet. In der Offensive haben sie noch Bedarf und sie werden ihr Team dort mit einem talentierten und gestandenen Spieler ausbauen wollen", meint etwa der englische Eurosport-Redakteur Ibrahim Mustapha.
Eine solche Verpflichtung könne zudem ein wichtiges Statement des Klubs sein, um Fans nach den Super-League-Protesten zu besänftigen. Widersprüchliche Berichte kamen zuletzt allerdings auch von der Insel. Laut "Manchester Evening News" bestehen bei den Klub-Bossen der Red Devils mittlerweile Zweifel, ob ein Sancho-Wechsel noch sinnvoll ist.
Vor allem die starke Entwicklung von Eigengewächs Mason Greenwood in dieser Saison soll die United-Chefs zum Nachdenken angeregt haben. Der 19-Jährige absolvierte bisher 51 Saisonspiele für die Red Devils. Dabei erzielte er zwölf Tore (dazu sechs Assists).
Greenwood spielt vor allem auf der rechten Außenbahn, Sanchos Hauptposition. Eine Verpflichtung des BVB-Stars könnte daher den steilen Aufstieg des eigenen Talents unfreiwillig bremsen, befürchtet man nun in Manchester.

Sancho-Wechsel wieder auf der Kippe?

Auch die Abschiedsandeutung von Spurs-Stürmer Harry Kane könnte Sancho einen Strich durch die Rechnung machen, glaubt Mustapha. "Sowohl United als auch Chelsea sollen Interesse an Kane haben. Dadurch könnte Sancho über den Sommer wieder in der Luft hängen", erklärt er. Möglicherweise wende sich der Verlierer des Kane-Pokers dann wieder Sancho zu. Allerdings könnte er auch ein weiteres Jahr in Dortmund bleiben.
Ein Wechsel zum FC Liverpool, der kurzzeitig als Interessent gehandelt wurde, kann man aus Sicht des englischen Experten aber ausschließen. "Liverpool hat finanziell gerade nicht die Möglichkeiten. Man müsste zudem Mohamed Salah, Sadio Mané oder Roberto Firmino verkaufen", so Mustapha.
Ein Wechsel von Sancho zum FC Barcelona oder Real Madrid, über den in der Vergangenheit auch schon spekuliert wurde, scheint angesichts der finanziellen Nöte der beiden spanischen Topklubs aktuell äußerst unwahrscheinlich. Daher dürfte einzig ein Transfer in seine englische Heimat in Frage kommen.

Jadon Sancho kann "bei gewissem Angebot" gehen

Durch ein Gentlemen Agreement zwischen Sancho und Dortmund ist ein Wechsel trotz einer fehlenden Ausstiegsklausel möglich. "Bei einem gewissen Angebot zu einem gewissen Zeitpunkt würden wir ihn ziehen lassen", stellte Sportdirektor Michael Zorc vor kurzem bei den "Ruhr Nachrichten" klar. Es wäre aber auch "gut, wenn er bliebe", betonte der BVB-Verantwortliche. 16 Saisontore und 21 Vorlagen machen deutlich, wie wichtig Sancho ist.
Durch die sichere Qualifikation für die Champions League sowie die Aussicht auf ein Zusammenspiel mit seinem kongenialen Sturmpartner Erling Haaland hätten die Dortmunder aus sportlicher Sicht durchaus gute Argumente. Wirtschaftliche Aspekte würden beim börsennotierten Verein wiederum eher für einen Verkauf sprechen.

Erling Haaland (r.) und Jadon Sancho

Fotocredit: Getty Images

Der Ausgang bei Sancho ist offen, aber die Dortmunder sehen sich bereits nach Ersatz um. Pedro Gonçalves von Sporting Lissabon soll dabei nach Informationen von "France Football" im Fokus stehen.
In wenigen Wochen kann sich Sancho bei der Europameisterschaft noch einmal in den Fokus spielen. Vielleicht liefert er dann die entscheidenden Argumente, um Chelsea oder United endgültig zu überzeugen.
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