Es könnte, wenn man das im Hinblick auf die Schwarz-Gelben so sagen darf, eine Blaupause gewesen sein für den weiteren Saisonverlauf des BVB.
Der Erfolg gegen Augsburg war beileibe keine Gala, zeigte aber, dass die Spieler verstanden haben, worum es geht. Um Siege, (fast) egal wie - und darum, das leidige Problem der vielen Gegentreffer nach Standard-Situationen endlich ad acta legen zu können.
Hat beides geklappt. "Eine gute Variante, keine Standard-Tore zu bekommen, ist es, keine Standard-Situationen zuzulassen", erklärte Julian Brandt spitzbübisch das Erfolgsgeheimnis nach der Partie.
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"Die wenigen Standards, die sie hatten, haben wir gut verteidigt", ergänzte Teamkollege Manuel Akanji, das Thema habe man im Mannschaftskreis "unter der Woche speziell angesprochen". Tatsächlich gingen die BVB-Profis in den gefährlichen Bereichen der eigenen Hälfte extrem vorsichtig zur Sache und ließen sich nicht zu unnötigen Foulspielen hinreißen.
Die Borussia, von Edin Terzic sehr gut eingestellt, machte zudem von Beginn an Druck, geriet aber trotzdem durch die erste Chance der Gäste in Rückstand.
Die Reaktion? Stark.

Haaland patzt vom Punkt, Sancho wird Kapitän

Der BVB ließ keinerlei Anzeichen von Hektik oder Verunsicherung erkennen, auch dann nicht, als Erling Braut Haaland beim Stand von 0:1 einen Handelfmeter gegen die Latte drosch. "Von verschossenen Elfmetern habe ich die Schnauze voll", konstatierte Terzic, war aber überaus zufrieden damit, "wie das Team das offensiv und defensiv durchgezogen hat".

Jadon Sancho (Borussia Dortmund)

Fotocredit: Getty Images

Brandt stufte den Rückstand derweil als "unnötig" ein, die "Reaktion aber war sehr gut, wir haben uns viele Chancen herausgespielt". Zwei davon nutzte der BVB in der zweiten Halbzeit, der erste Sieg nach Rückstand in der Ära Terzic war unter Dach und Fach. Und auch die Heimbilanz des Favre-Nachfolgers kann sich bei nunmehr sieben Punkten aus drei Partien sehen lassen.
Interessanter Nebenaspekt gegen Augsburg: Als Kapitän Marco Reus nach 85 Minuten ausgewechselt wurde, gab er die Binde nicht etwa an Mats Hummels weiter, sondern an Jadon Sancho weiter. Eine kleine Geste ob der kurzen Restspielzeit, für den 20-Jährigen aber dennoch ein weiteres Zeichen der Wertschätzung.

Zorc stellt klar: Ohne Neuzugänge ans Ziel

Der Sieg war ein erster Schritt aus der Krise und in Richtung Champions-League-Qualifikation. Auf eine Blutauffrischung seines Kaders darf Terzic aber nicht hoffen. "Wir werden, wenn heute nichts Gravierendes passiert, auf dem Transfermarkt nicht tätig werden", stellte Sportdirektor Michael Zorc bei "Sky" vor Anpfiff klar. Es die "primäre Zielsetzung", dass man "in dieser Konstellation" die Königsklasse erreiche.
Terzic bleiben dennoch genug Optionen, zu rotieren. So brachte der Coach gegen den FCA Giovanni Reyna nach mehreren Wochen wieder über 90 Minuten, im Tor musste und konnte sich Marwin Hitz beweisen, der für den verletzten Roman Bürki einsprang.
Gerüchte, wonach er aufgrund der zuletzt schwankende Leistungen des Schweizers generell über eine neue Hierarchie zwischen den Pfosten nachdenke, ließ Terzic im Vorfeld der Partie unkommentiert. Früher oder später wird er in der T-Frage aber Farbe bekennen müssen.
Weitere Alternativen bieten sich, wenn das verletzte Quintett um Dan-Axel Zagadou, Thorgan Hazard, Axel Witsel, Marcel Schmelzer und Thomas Meunier wieder zur Verfügung steht. Bleibt man von gröberem Verletzungspech verschont, könnte es doch noch eine ganz passable Bundesliga-Saison werden für die Borussia.
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