BVB - Borussia Mönchengladbach: Drei Dinge, die auffielen
Der BVB ist dank seiner genauso jungen wie furiosen Offensivreihe um Jadon Sancho, Erling Braut Haaland und Giovanni Reyna mit einem 3:0-Sieg über Borussia Mönchengladbach in die neue Saison gestartet. Auch Neuzugang Jude Bellingham konnte erneut überzeugen, was Lucien Favre nach Abpfiff zum Strahlen brachte. Marco Roses guter Matchplan trug dagegen keine Früchte. Drei Dinge, die uns auffielen.
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1. Youngster-Quartett lässt Favre strahlen
So gelöst und mit einem Dauer-Lächeln im Gesicht hatte man Lucien Favre schon lange nicht mehr gesehen. Natürlich hatte auch die Rückkehr der knapp 10.000 Fans, die der BVB-Elf im Top-Spiel im Signal Iduna Park gegen Borussia Mönchengladbach lautstark einheizten, ihren Anteil an der guten Laune des Trainers, doch es war vor allem die Leistung seiner jungen Offensivspieler, die den Schweizer im "Sky"-Interview nach dem Match zum Strahlen brachte.
"Sie sind schon sehr, sehr gut, das ist klar", sagte Favre mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Gemeint waren damit Erling Braut Haaland (20), Giovanni Reyna (17) und Jadon Sancho (20), die der Partie am Samstagabend klar ihren Stempel aufdrückten.
Favre sah keinen Grund, seine "Boygroup" im Angriff, die schon im DFB-Pokal gegen Duisburg überzeugt hatte, auseinanderzureißen. Und er sollte damit absolut recht behalten.
Unterstützt von Neuzugang Jude Bellingham (17), der in der Zentrale im ersten Bundesliga-Spiel sofort sein Startelf-Debüt feiern durfte, zeichnete das Trio im Zusammenspiel für alle drei Treffer beim 3:0-Erfolg verantwortlich.
In der 35. Minute steckte Bellingham gedankenschnell zum eingelaufenen Reyna durch, der wiederum in der 54. Minute einen Elfmeter herausholte, den Haaland souverän verwandelte. Bei seinem zweiten Treffer des Tages (77.) wurde der norwegische Stürmer dann nach einem Sprint über den gesamten Platz mustergültig von Sancho bedient.
"Es macht so viel Spaß mit den Jungs in meinem Alter - wie Jude, Jadon oder Erling. Das gibt viel Energie und viel Spannung", zeigte sich Reyna nach Abpfiff begeistert, der neben seinen beiden Torbeteiligungen auch noch mit einer irrwitzigen Passquote von 97 % aufwarten konnte, bevor er in der 79. Minute für Marco Reus ausgewechselt wurde.
Julian Brandt oder Thomas Delaney werden sich für Spielzeit strecken müssen, denn in dieser Form kommt Favre an seinem Youngster-Quartett auch in Zukunft nicht vorbei.
2. Ultra-aggressiven Gladbachern fehlt der Punch
Die Borussia aus Mönchengladbach war mit einem eindeutigen Plan nach Dortmund gereist. Das wurde ab Minute eins deutlich.
Die Fohlen pressten hoch und ultra-aggressiv, eroberten viele Bälle und zogen so dem Kombinationsspiel der Gastgeber früh den Zahn. Trainer Marco Rose spiegelte in seiner Aufstellung dabei quasi das 3-4-3 der Dortmunder, was diese im Spielaufbau vor große Probleme stellte.
In der ersten Hälfte war Gladbach zeitweise gar die bessere Mannschaft, hatte vor dem Gegentreffer durch Reyna die größte Drangphase des Spiels. Einzig im letzten Drittel fehlte der Offensive - bestehend aus Lars Stindl, Jonas Hofmann und Hannes Wolf - die Durchschlagskraft, der finale Punch.
Die Abwesenheit von Marcus Thuram und Alassane Pléa, die mit Trainingsrückstand zunächst auf der Bank saßen und erst in der 57. Minute beim Stand von 0:2 eingewechselt wurden, war deutlich zu spüren.
"Natürlich tut uns mehr Physis gut, die wir heute nicht hatten, aber trotzdem gab es in der ersten Hälfte viel Gutes, was wir kreiert haben", analysierte Christoph Kramer: "Schade, dass wir nicht in Führung gegangen sind, das war durchaus möglich." Wer weiß, welche Wendung das Spiel genommen hätte, wenn Roman Bürki in der 32. Minute nicht zweimal glänzend gegen Wolf gerettet hätte.
"Am Ende war Dortmund, dort wo es richtig zur Sache geht, effektiver und klarer als wir", brachte es Rose nach Abpfiff auf den Punkt.
3. Passlack empfiehlt sich aus der Not heraus für weitere Einsätze
Über drei Jahre hatte Felix Passlack nicht mehr für den BVB auf dem Platz gestanden. Sein letztes Pflichtspiel für die Schwarz-Gelben datierte vor Anpfiff vom 19. August 2017.
Dass er nach seiner Rückkehr von drei Leihen hintereinander (Hoffenheim, Norwich City, Fortuna Sittard) gleich am ersten Bundesliga-Spieltag zum Einsatz kommen würde, hätte er wohl selbst nicht für möglich gehalten, doch genau so sollte es kommen.
Weil die drei gelernten Linksverteidiger Raphael Guerreiro, Nico Schulz und Marcel Schmelzer allesamt verletzt ausfielen, musste Favre schon von Beginn an improvisieren und bot den offensiven Thorgan Hazard auf der linken Außenbahn auf. Doch auch der musste nach 19 Minute mit Oberschenkelproblemen raus. Auftritt Passlack.
Zwar brauchte der eigentliche Rechtsverteidiger einige Minuten, um sich zu akklimatisieren, machte seine Sache dann aber über 60 Minuten mehr als ordentlich.
Der 22-Jährige schaltete sich immer wieder gefährlich in die Offensive ein und ließ auch defensiv nichts anbrennen. In der 55. Minute hatte Passlack sogar das zwischenzeitliche 3:0 auf dem Fuß, traf allerdings den auf der Linie stehenden Nico Elvedi.
Dennoch: Ein beherzter und engagierter Auftritt, mit dem sich der Verteidiger für weitere Aufgaben empfehlen konnte. Chance genutzt.
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