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FC Bayern | Von wegen neue Spielweise: Der FCB bleibt auf dem Gas
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Publiziert 19/09/2020 um 15:10 GMT+2 Uhr
Trotz zahlreicher Nebengeräusche hat der FC Bayern seine Vormachtstellung in der Bundesliga gegen den FC Schalke beim 8:0 eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Von der von Leon Goretzka geforderten Systemumstellung war dabei nur wenig zu sehen. "Wir wollten einfach nur attackieren und Vollgas geben", erklärte Neuzugang Leroy Sané. Für die kommenden Gegner des FC Bayern verheißt dies nichts Gutes.
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Die neue Bundesliga-Saison hatte noch nicht mal begonnen, da gab es an der Säbener Straße schon den ersten kleinen Aufreger.
"Wir müssen darüber nachdenken, ob wir unsere Spielweise ändern. Wenn man alle 2-3 Tage spielt, wird es schwer, dieses hohe Pressing durchzuziehen", schlug Leon Goretzka vor dem Auftakt gegen den FC Schalke Alarm.
Eine Systemänderung gerade einmal 26 Tage nach dem Triple-Triumph in Lissabon?
Was auf den ersten Blick wie ein Hirngespinst klingt, erweist sich bei näherer Betrachtung als durchaus berechtigter Einwand.
Immerhin wartet auf den nicht gerade üppig besetzten Kader des FC Bayern ein prall gefüllter Terminkalender. Eine kleine Anpassung des so kräftezehrenden Münchener Pressings wäre daher nur logisch.
Einzig beim 8:0 (3:0)-Paukenschlag des Rekordmeisters zum Bundesliga-Auftakt war von einer Tempo-Dosierung jedoch nicht der Hauch einer Spur. Anstatt nach gut einer Stunde, als es übrigens bereits 5:0 stand, ein paar Körner für die Aufgaben der kommenden Wochen zu sparen, drückten die Hausherren weiter das Gaspedal durch und drängten bedingungslos auf den nächsten Treffer.
Sané: "Wollten einfach Vollgas geben"
"Alle waren so hungrig und haben sich so auf den Neustart gefreut. Wir wollten einfach nur attackieren und Vollgas geben. Man kann sehen: Die Mannschaft war im letzten Jahr schon sehr, sehr top und ist immer noch hungrig, obwohl sie das Triple gewonnen hat", konstatierte Leroy Sané, der sich bei seinem Debüt für den FC Bayern gleich in die Torschützenliste eintrug, am "ZDF"-Mikrofon.
Auch Mannschaftskollege Thomas Müller wollte nach jenem Kometenstart in die neue Saison von einer Abkehr von der Münchener Erfolgsformel nichts wissen. "Wenn das System funktioniert, kannste da reinwerfen, wen du willst. Wenn's nach mir geht, marschieren wir weiter vorne drauf. Wir haben ja fünf Wechsel...", erklärte er bei "DAZN".
Trainer Hansi Flick, gemeinsam mit Goretzka Initiator der Idee einer Systemänderung, gestand nach der Partie , dass er seine Stars zwischendurch eigentlich bremsen wollte. Im Verlauf der Partie warf der 55-Jährige aber seine Pläne über Bord und ließ seinem Offensivorchester freie Hand ("Wenn man im Flow ist...").
Von der anfänglichen Skepsis war nach dem Schlusspfiff in der Allianz Arena somit nichts mehr zu erkennen.
"Leons Bedenken haben wir aus dem Weg geräumt, in dem wir ihn ausgewechselt haben", witzelte der Erfolgscoach im Interview mit "DAZN".
Die kommenden Gegner des FC Bayern dürften somit die ernüchternde Gewissheit haben, dass sich der Rekordmeister auch weiterhin keineswegs in Zurückhaltung üben wird.
Trotz Gala von Sané und Gnabry: Flick hält den Ball flach
Bei den beiden Hauptakteuren des Abends Sané und Serge Gnabry, die nach der Schalke-Demontage wie zwei Lausbuben, denen einen Streich geglückt ist, feixten, blieb Flick dagegen streng. Nein, betonte der Bayern-Trainer, er wolle das neue Münchner Traumduo nicht mit den Klub-Ikonen Franck Ribery und Arjen Robben vergleichen. "Wir haben jetzt das erste Spiel, machen wir mal ganz langsam hier", betonte Flick.
Dieses für die Bundesliga ebenso furchteinflößende wie ernüchternde 8:0 (3:0) "ist jetzt ein Maßstab für beide und die ganze Mannschaft", betonte er unnachgiebig. Es klang wie eine weitere gemeine Drohung der Triple-Gewinner.
Zumal sich "Sabry" mit denselben Rückennummern wie einst "Robbery" längst nicht auf dem Zenit ihres Könnens wähnen. "Ich will Vollgas geben, bin aber noch nicht ganz bei 100 Prozent", sagte Sané allen Ernstes. Für die bedauernswerten Gäste klang das nach der höchsten Niederlage seit fast 51 Jahren wie Hohn. Zumal Sané freimütig bekannte, er habe Mitleid mit seinem früheren Klub gehabt.
Bei seinem Debüt in Rot legte der Star-Einkauf zwei der drei Tore von Kumpel Gnabry auf, einmal traf er selbst (71.). "So ein Auftakt ist natürlich super", sagte der 24-Jährige und grinste. Es habe sich "sehr gut angefühlt, endlich in der Allianz Arena zu stehen und mit den Jungs Fußball zu spielen", ergänzte er.
Und auch der so fordernde Flick war begeistert. "Es war einfach schön, dass er direkt da war, direkt integriert in unser Spiel", lobte der Coach. Sané und Gnabry hätten es "hervorragend gemacht".
FC Bayern München: Kahn gerät ins Schwärmen
Der Konkurrenz muss am TV angst und bange geworden sein, für die Liga war der einschüchternde Auftritt des FC Nimmersatt keine gute Nachricht. Droht auch im neunten Jahr in Folge wieder Langeweile im "Titelkampf"? "Wir sind immer noch hungrig", sagte Sané.
Der sonst eher verkniffene Vorstand Oliver Kahn geriet im "ZDF" regelrecht ins Schwärmen über die "erstaunliche" Vorstellung: "Die Jungs haben einfach Spaß und Freude an diesem Spiel, sich immer wieder zu verbessern und noch eine Schippe draufzulegen."
Allerdings sei der FC Bayern "gut beraten, den Ball flach zu halten", betonte Kahn. Erzrivale Borussia Dortmund habe sich "sehr, sehr gut verstärkt", analysierte er, und "auch Leipzig wird nicht nachlassen".
FC Bayern München: Weiter Suche nach Alternativen
Deshalb und angesichts des sehr engen Programms in der kürzesten Saison der 58-jährigen Liga-Geschichte werde es weitere Verstärkungen geben, berichtete Flick. Bei Rechtsverteidiger Sergiño Dest (19/Ajax Amsterdam) wollte Kahn "noch nicht Vollzug melden", der Transfer steht aber unmittelbar bevor. Außerdem suchen die Bayern noch eine Alternative auf dem Flügel und fürs Mittelfeld.
Finanziell verrückte Dinge wollen sie nicht machen, auch nicht im Vertragspoker mit David Alaba. "Wir leben nicht mehr in der Fußballwelt vor Corona sondern in einer ganz, ganz anderen", sagte Kahn in Richtung des Abwehrchefs, der laut Flick "nur wegen muskulärer Probleme" auf der Tribüne saß.
Und eines, betonte Kahn, dürfe man ja auch nicht vergessen: "Wir haben gute junge Spieler in der Hinterhand, das sind vielversprechende Leute." Wie Jamal Musiala (17), der mit seinem Treffer zum Endstand (81.) zum jüngsten Pflichtspieltorschützen der Klubhistorie avancierte. "Man muss nicht immer von Neuverpflichtungen reden", meinte Kahn deshalb. Es sei denn, sie schlagen so ein wie Sané.
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(mit SID)
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