BVB - FC Bayern: Daran muss Favre nach Pleite im Klassiker arbeiten
Borussia Dortmund lieferte dem FC Bayern im Bundesliga-Topspiel beim 2:3 wie so häufig im heimischen Signal Iduna Park einen großen Kampf - für einen Punktgewinn reichte es aber einmal mehr nicht. Dabei standen die Vorzeichen für den BVB so gut wie selten zuvor. Im direkten Duell mit den Bayern wurde jedoch einmal mehr deutlich, was der Elf von Trainer Lucien Favre für den ganz großen Wurf fehlt.
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Erling Haaland war die Enttäuschung förmlich ins Gesicht geschrieben.
Obwohl der norwegische Ausnahmestürmer gemeinsam mit Borussia Dortmund dem FC Bayern einmal mehr einen harten Fight lieferte, stand am Ende des Tages die vierte Pflichtspiel-Niederlage in Serie gegen den Rekordmeister.
"Das ist schwer zu akzeptieren", schimpfte Trainer Lucien Favre nach der 2:3-Pleite bei "Sky". Statt in der noch jungen Saison ein dickes Ausrufezeichen im Kampf um die deutsche Meisterschaft zu setzen, mussten die BVB-Stars nach Abpfiff im Signal Iduna Park wie so häufig in der jüngeren Vergangenheit dem Gast aus München zum Sieg gratulieren.
Es bleibt die Erkenntnis, dass für die Borussia im ewig jungen Klassiker erneut mehr drin gewesen wäre.
"Uns hat die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor gefehlt. Das hätten wir tatsächlich besser machen können. Wir hatten Riesentorchancen, die wir nicht genutzt haben. Bayern ist offensivstark, aber defensiv sehr offen. Es war klar, dass es ein Spiel wird, in dem die Effektivität entscheiden wird", ärgerte sich auch Mats Hummels am "Sky"-Mikrofon und ergänzte:
"Am Ende fliegt der Ball bei uns dreimal abgefälscht rein. Glück und Pech sind bei solchen Spitzenspielen oft ausschlaggebend. Es war nicht so, dass wir das Ding dominiert haben, aber heute war das Glück nicht auf unserer Seite."
Flick: Bayern "entschlossener und effizienter"
Obwohl die fehlende Effizienz zweifelsohne ein hauptausschlaggebender Punkt für die Niederlage der Borussia war, wäre es schlichtweg zu einfach, dies ausschließlich auf das fehlende Matchglück zu reduzieren.
Tatsächlich traf die dynamische Offensivabteilung des BVB zu häufig die falsche Entscheidung im letzten Drittel. Symptomatisch hierfür ist die Szene in der 47. Minute, als Haaland mit seiner Hereingabe die im Zentrum verwaisten Kollegen Marco Reus und Giovanni Reyna verpasste.
Handgestoppte 81 Sekunden später schlug der FC Bayern in Person von Robert Lewandowski auf der anderen Seite des Platzes zu. "Wir haben letztlich entschlossener und effizienter gearbeitet und verdient gewonnen", brachte es Bayern-Trainer Hansi Flick auf den Punkt.
Auch die zuletzt hochgelobte Abwehr des BVB (in sechs der vorherigen sieben Partien ohne Gegentor) verfiel gegen die Bayern in alte Muster zurück. In etlichen Situationen wie beim 2:1-Führungstreffer durch den Ex-Dortmunder Lewandowski waren die Abstände in der Defensive ganz einfach zu groß.
"Drei Tore sind zu viel, die darf man nicht kriegen. Bayern hatte bei seinen Toren Glück, aber wir hätten es auch vorher besser lösen können. Wir müssen aus unseren Fehlern lernen und es wieder besser machen", konstatierte Manuel Akanji bei "Sky".
Dortmund und die Mentalitätsfrage
Bei aller individueller Qualität der Bayern stellt sich am Ende somit doch wieder die Frage, welche Rolle die Mentalität in jenem Gipfeltreffen spielte.
"Das Wichtigste ist, dass wir ausstrahlen, dass wir erfolgreich sein werden und wollen, dass wir da alles in die Waagschale legen", betonte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke vor der Partie bei "Sky". Der Triple-Sieger dürfe Dortmund "auf gar keinen Fall in der Höhe oder der Prozentzahl des Wollens übertreffen".
Selbstverständlich wäre es schlichtweg falsch, den Dortmundern den Willen abzusprechen, jedoch wirkte der Rekordmeister wie von Flick angesprochen in den entscheidenden Momenten einen Tick "entschlossener" und verdiente sich so die drei Punkte.
Trainer Favre zeigte sich trotz allem zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft und erging sich nach Abpfiff einmal mehr in Plattitüden, anstatt sich über die Unzulänglichkeiten seiner Mannschaft zu echauffieren, was nach einer derart ärgerlichen Niederlage nur allzu verständlich gewesen wäre.
"Es war insgesamt ein gutes Spiel, vor allem für die Zuschauer am Fernseher. Wir hatten viele Torchancen, die wir nicht genutzt haben - das ist unglaublich. Das müssen wir einen Tick besser machen, aber insgesamt haben wir eine gute Leistung gebracht. Insgesamt war es ganz okay. Ganz okay ist gut für mich", lobte der 63-Jährige bei "Sky".
BVB: Vermeintlicher Vorteil verpufft
Trotzdem wirkt der vermeintliche Vorteil für die Schwarz-Gelben, sich im Sommer intensiv auf die neue Saison vorbereiten zu können, während der FC Bayern im Champions-League-Finalturnier in Lissabon ackern musste, bereits nach dem siebten Spieltag vollends verflogen.
"Es wurde thematisiert, dass Dortmund eine bessere Vorbereitung hatte als wir. Aber heute hat man gesehen, dass das für uns keine Ausrede ist - wir sind marschiert und konnten 90 Minuten Vollgas gehen. So haben wir es geschafft, dieses Spiel, das im Kampf um den Tabellenplatz doppelt wichtig für uns ist, zu entscheiden", betonte Leon Goretzka.
Obwohl der BVB den Bayern weitestgehend auf Augenhöhe begegnete, wurde am Samstagabend einmal mehr deutlich, dass der Rekordmeister dem Dauerrivalen in einigen Punkten noch immer einen Schritt voraus ist.
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Favre kritisiert wunden Punkt bei seinen Spielern
Quelle: Perform
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