BVB - FC Bayern: Lewandowski macht den Unterschied

Der FC Bayern München gewinnt im Spitzenspiel der Bundesliga 3:2 (1:1) bei Borussia Dortmund. Robert Lewandowski gelingt dabei ein Punktsieg gegenüber Erling Braut Haaland. Der FC Bayern stellt zudem unter Beweis, dass er den physischen und mentalen Rückstand auf den früher in die Vorbereitung gestarteten BVB bereits aufgeholt hat. Dafür macht eine Verletzung Sorgen. Was uns auffiel.

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Leon Goretzka erklärte die nächste Energieleistung des FC Bayern München ganz einfach: mit purem Willen.
"Man darf die Müdigkeit vom Kopf her gar nicht zulassen", sagte der Mittelfeldspieler des Triplesiegers nach dem 3:2-Sieg bei Borussia Dortmund, der Bayerns Tabellenführung zementierte: "Wir sind momentan in einer Spirale drin mit Spiel auf Spiel auf Spiel. Da muss man einfach auf der Welle mitschwimmen."
Beim BVB trauerten sie dagegen vergebenen Chancen nach. "Es war klar, dass es ein Spiel wird, in dem die Effektivität entscheiden wird", meinte Mats Hummels. "Am Ende fliegt der Ball bei uns dreimal abgefälscht rein. Es war nicht so, dass wir das Ding dominiert haben, aber heute war das Glück nicht auf unserer Seite", so der Ex-Bayer.
Ein guter Punkt: Aus einem leichten Chancenplus und insgesamt 15:14 Torschüssen machte Dortmund auch an diesem Abend zu wenig.
Was uns sonst noch auffiel:

1.) Lewandowski Punktsieger gegen Haaland

Dortmund gegen Bayern wurde vorher auch zum Duell der Torjäger stilisiert: Erling Braut Haaland gegen Robert Lewandowski. 90 Minuten und ein bisschen Nachspielzeit später muss man konstatieren: Dieses Duell ging (erneut) an Lewandowski.
Sinnbildlich dafür die Minuten nach der Halbzeitpause: Da vergab Haaland eine große BVB-Chance zum 2:1, als er nach einem feinen Zuspiel von Jadon Sancho den Ball am Fünfer in Überzahl nicht gut genug für Marco Reus oder Giovanni Reyna dahinter querlegen konnte. "Uns hat die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor gefehlt", monierte Hummels hinterher bei "Sky", allerdings nicht nur auf diese eine Szene gemünzt: "Wir hatten Riesentorchancen, die wir nicht genutzt haben."
Anders der Pole: Nur wenige Sekunden nach Haalands ungenauem Abspiel warf sich Lewandowski auf der anderen Seite in eine Hernández-Flanke, übersprang damit Hummels und köpfte zur Bayern-Führung ein (48.) – sein 259. Tor im 300. Spiel im Bayern-Trikot und sein elftes Saisontor.
Auch beim 3:1 hatte Lewandowski seine Füße im Spiel – er legte beim Bayern-Konter rechts raus zum zuvor eingewechselten Leroy Sané (80.). Für Lewandowski der vierter Saisonassist und damit 15. Scorerpunkt im sechsten Bundesliga-Einsatz 2020/21.
Dass es weder einen Lewandowski-Doppel- noch Dreierpack gab, lag indes nur an der Technik: So wurden zwei weitere Treffer des Polen (24./90.+4) wegen knapper Abseitspositionen nach Konsultation des Video Assistent Referees aberkannt.
So stand ihm Haaland am Ende in Sachen Treffern gar nicht mal nach: In der 83. Minute sprintete der Norweger in einen klug hinter die Reihe gespielten Chipball von Raphael Guerreiro, umkurvte Bayern-Keeper Manuel Neuer und traf zum 2:3 (sechstes Saisontor).
Was Neuer sichtlich ärgerte. "Beim Tor hat er ein bisschen Glück, der Ball geht mir unter der Achselhöhle durch", sagte der Torwart. Der 20-Jährige hatte auch schon beim 2:3 im DFL-Supercup gegen die Bayern getroffen. Haaland sei grundsätzlich ein "sehr zielstrebiger Stürmer, sehr geradlinig", meinte Neuer durchaus anerkennend. Das Tor habe "er gut gemacht". Der Punkt ging dennoch an Lewandowski.

2.) Dortmunds Vorteil ist keiner (mehr)

Dortmund hatte vor der Saison bekanntlich schon die Vorbereitung aufgenommen, als die Bayern noch in Lissabon um den Champions-League-Titel kämpften. Ein vermeintlicher Vorteil, der sich jedoch in wenigen Saisonwochen schon nivelliert hart.
Nach den Duellen in DFL-Supercup und Bundesliga, die beide mit 3:2 an Bayern gingen, lässt sich festhalten: Die Chance, die vielleicht noch nicht sattelfesten Bayern zu Saisonbeginn zu ärgern, hat der BVB vertan.
Am Samstag lag's zum Teil an den Dortmundern selbst, die durchaus drei, vier Tore schießen hätten können, hätten nicht Haaland und Marco Reus beste Möglichkeiten liegen lassen.
"Wir haben viele Torchancen. Sehr viele Torchancen. Wir sollten das besser machen. Das ist unglaublich", haderte BVB-Trainer Lucien Favre nach dem Spiel bei "Sky": "Es ist immer schwer, wenn man solche Spiele verliert. Wir hätten mindestens einen Punkt erreichen müssen. Es ist schwer zu akzeptieren."
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Favre kritisiert wunden Punkt bei seinen Spielern

Quelle: Perform

Auf der anderen Seite hat Bayern aber auch schneller in die Saison gefunden, als sich die Konkurrenz erhofft hatte – das 1:4 in Hoffenheim blieb bislang der einzige Ausrutscher. "Es wurde thematisiert, dass Dortmund eine bessere Vorbereitung hatte als wir", sagte Goretzka, mit 71 Prozent gewonnenen Duellen bester Zweikämpfer auf dem Platz, "aber heute hat man gesehen, dass das für uns keine Ausrede ist - wir sind marschiert und konnten 90 Minuten Vollgas gehen."
Gegen den BVB zahlte es sich für Bayern auch einmal mehr aus, dass sie den Kader im Sommer klug ergänzt haben. Den kurzfristigen Ausfall von Benjamin Pavard (Oberschenkelprobleme) fing Bouna Sarr auf der Rechtsverteidigerposition achtbar auf, die Verletzung von Joshua Kimmich im zentralen Mittelfeld federte in Corentin Tolisso immerhin ein Weltmeister ab.
Dazu konnte Trainer Hans-Dieter Flick erneut Leroy Sané von der Bank ins Spiel schicken – der Top-Neuzugang entschied prompt mit seinem 3:1 nach feiner Einzelleistung die Partie (80.). "Das Spiel war sensationell gut, es war enorm viel Qualität auf dem Platz ", freute sich Flick angesichts von insgesamt 29 Torschüssen auf beiden Seiten: "Es war nicht einfach zu verteidigen, es gab viele Torchancen. Aber wir haben letztlich entschlossener und effizienter gearbeitet und verdient gewonnen."
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Flick lobt Edeljoker Sané: "Qualität und Speed"

Quelle: Perform

3.) Kimmich-Aus macht Bayern Sorgen

Joshua Kimmich hat sich beim FC Bayern München im Jahr 2020 zu den wenigen Spielern gemausert, die eigentlich nicht zu ersetzen sind – dazu gehören sonst nur Robert Lewandowski und Manuel Neuer.
Zu entscheidend trat der 25-Jährige zuletzt im defensiven Mittelfeld der Bayern auf; obwohl zumeist defensiv auf der Sechs aufgestellt, brachte Kimmich in dieser Saison in beinahe jedem Spiel eine Torbeteiligung zustande (zehn in zehn Pflichtspielen) - unter anderem erzielte Kimmich bekanntlich auch das Siegtor im Supercup gegen Dortmund.
Im Bundesligaduell gegen den BVB fand Kimmichs Lauf nun bereits in der ersten Halbzeit ein jähes Ende; weil er einen etwas schlampig gespielten Pass von Bouna Sarr in der Dortmunder Hälfte nicht richtig kontrollieren konnte, war der deutsche Nationalspieler gegen den davonspurtenden Erling Braut Haaland zur Grätsche gezwungen – eine folgenschwere Aktion, in der sich Kimmich allem Anschein nach schwer am rechten Knie verletzte.
Nur so konnte man Kimmichs unmittelbare Reaktion auf die Schmerzen im rechten Knie werten: Noch auf dem Platz liegend, kamen ihm die Tränen. Von zwei Betreuern gestützt, humpelte der 25-Jährige vom Platz. An der Seitenlinie nahm ihn Trainer Flick in den Arm. Dann verschluckte den geknickten Kimmich die Haupttribüne.
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Unter Tränen vom Platz: Kimmichs verhängnisvolle Grätsche

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Bayerns Problem für die nächsten Wochen, möglicherweise Monate wird lauten: Wie ersetzt man diesen Kimmich, nachdem mit Thiago Alcántara ein weiterer zentraler Bestandteil die Mannschaft verlassen hat? "Er ist auf dieser Position ein Schlüsselspieler", gab Flick, der bei Kimmichs Verletzung die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen hatte, nach dem Spiel in Dortmund unumwunden zu: "Ein Ausfall wäre für uns nicht einfach wegzustecken."
Flicks unmittelbare Reaktion auf Kimmichs Verletzung lautete in Dortmund Corentin Tolisso, der prompt beim 0:1 (45., Marco Reus) schlief, als er Raphael Guerreiro laufen ließ. Auch beim 2:3 (83., Haaland) machte Tolisso keinen Druck auf den vorbereitenden Portugiesen.
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Flick geknickt: Kimmich fast nicht zu ersetzen

Quelle: Perform

Der Franzose hat seine Stärken aber auch eher in der Offensive - siehe Spielverlagerung auf Serge Gnabry vorm 2:1 -, ist deutlich mehr Achter als Sechser und spielte zuletzt besser, wenn er die zentrale Rolle hinter Lewandowski bekleidete. Dennoch schenkte Flick ihm im Notfall zuerst das Vertrauen. Ein Zeichen für die kommenden Wochen.
Als Tolissos Backups bleiben sonst nur noch der ewige Javi Martínez, im Sommer eigentlich schon so gut wie weg, und Neuzugang Marc Roca, der bisher jedoch nur im DFB-Pokal zum Einsatz kam. Den spanischen U21-Europameister sieht Flick augenscheinlich noch nicht so weit, die wichtige Position vor der Abwehr zu stemmen. Schon gar nicht als zweiter Kimmich.
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"Enttäuscht, aber gut gespielt": So erklärt Favre die BVB-Pleite

Quelle: Perform

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