BVB haut sich selbst in die Pfanne: "Unverzeihbar, Katastrophe!"

Borussia Dortmund verliert 1:2 bei Union Berlin und zerfleischt sich danach ein bisschen selbst. Zwei vermeidbare Gegentore nach Ecken machen Mats Hummels, Roman Bürki und Neu-Trainer Edin Terzic mächtig sauer. "Das ist eine Katastrophe", meint beispielsweise der Abwehrboss mächtig angefressen. Das Premierentor von Youssoufa Moukoko geht so beinahe komplett unter.

Borussia Dortmund (Mitte: Mats Hummels) verliert bei Union Berlin

Fotocredit: Getty Images

Mats Hummels stand da und dampfte - nicht nur äußerlich.
"Es waren ganz klar die Standards", schimpfte der BVB-Abwehrboss am "DAZN"-Mikrofon nach dem 1:2 (0:0) bei Union Berlin, bei dem Borussia Dortmund beide Gegentreffer nach ruhenden Bällen kassiert hatte: "Dann steht bei der zweiten Ecke der stärkste Kopfballspieler der gegnerischen Mannschaft zehn Meter frei. Keinen Plan, wie das passieren kann. Das ist unverzeihbar."
Weil die Dortmunder weder Taiwo Awoniyi (57.) noch Marvin Friedrich (78.) energisch am Toreschießen gehindert hatten, stand nach 94 Minuten am 13. Spieltag bereits die fünfte Saisonniederlage.
"Wir hauen uns einfach selbst in die Pfanne", ärgerte sich Hummels, der seinen Frust kurz vor dem Interview mit einem Faustschlag an der Sponsorenwand ausgelassen hatte.

BVB spielt "sehr ineffizient"

Der Zug nach oben ist für die BVB damit erstmal abgefahren (Tabelle).
Zwar hatte der erst 16 Jahre alte Youssoufa Moukoko als jüngster Bundesliga-Torschütze der Geschichte zwischenzeitlich mit einem strammen Linksschuss ausgeglichen (60.). Offensiv blieb der BVB aber sonst bis auf einen Moukoko-Pfostenschuss (45.) blass.
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Youssoufa Moukoko

Fotocredit: Getty Images

"Das ist der Fußball, den wir uns vorstellen", sagte der neue BVB-Trainer Edin Terzic, "aber wir sind zu selten in diese Situationen gekommen."

Dortmund fehlt es an Selbstdisziplin

Man spiele nach vorne "sehr ineffizient", bemängelte auch Torwart Roman Bürki im "ZDF". Der BVB habe "zwar viel den Ball, aber schlussendlich muss auch mal was rausschauen. Wir belohnen uns zu wenig."
Dabei kritisierte der Schlussmann auch die Laufwege der Kollegen in der Offensive - ähnlich wie es Terzic schon nach dem 2:1-Arbeitssieg bei Werder Bremen am Dienstag getan hatte.
"Wir laufen uns immer noch die Räume zu", sagte Bürki und forderte: "Wir müssen cleverer sein und gerade in Rückstand nicht den schön Chipball hinter die Abwehr spielen, sondern über die Außen kommen und den Strafraum mit Flanken bombardieren und das Glück so auch erzwingen."

Standardgegentore ärgern den BVB

Die Gegentore nach Ecken konnte der Schweizer nicht nachvollziehen. "Wir hatten eine ganz genaue Zuteilung. Jeder Spieler weiß, wer bei wem eingeteilt ist. Das hat auch was mit Selbstdisziplin zu tun. Es ist sehr ärgerlich", sagte er.
Besonders ärgerte den BVB, dass die Dortmunder das Awoniyi-Tor so schon zweimal beim 1:2 gegen den 1. FC Köln kassiert hatte. Nach einer Kopfballverlängerung am kurzen Pfosten von Grischa Prömel schaltete Giovanni Reyna dahinter zu spät und ließ den Torschützen gewähren.
"Gegen Köln gab es schon zweimal die gleiche Variante, heute beim ersten Tor auch wieder das gleiche", moserte Hummels: "Wir haben jetzt zwei Spiele in den letzten fünf Partien durch Standardgegentore verloren. Das ist eine Katastrophe, wir können es dem Gegner nicht so einfach machen." Ansonsten verliere "man in der Bundesliga zu häufig".

Offensiv bleibt vieles Stückwerk beim BVB

Doppelt bitter: Um die starken Unioner Standards wussten alle Dortmunder. "Wir haben es heute extra nochmal angesprochen", sagte Terzic. Verteidigen konnten sie es dennoch nicht. Nach dem 1:2 schlug Sportdirektor Michael Zorc sinnbildlich die Hände vorm Gesicht zusammen.
Der BVB habe "das, was wir uns vorgenommen haben, in beide Richtungen nicht umgesetzt", analysierte Terzic: "Wir wollten in der Offensive das Spiel viel häufiger beschleunigen, das ist uns nicht gelungen. Der Gegner konnte uns sehr leicht verteidigen. Die Bewegungen waren nicht gut, der Ball war zu langsam. Rausgespielte Momente waren zu selten zu sehen."
Das BVB-Spiel habe noch zu viele "Kinderkrankheiten", schloss Hummels seine Kritik: "Logischerweise lässt sich das nicht nach zwei Trainingseinheiten abstellen."

Braunschweig, Pause - und dann ab in die Vollen

Am Dienstag muss der BVB allerdings erstmal eine Pokalblamage bei Zweitligist Eintracht Braunschweig (20:00 Uhr im Liveticker) vermeiden, danach gibt es gerade mal zwölf Tage Weihnachtspause, ehe es binnen 19 Tagen an fünf Spieltagen mit Gegnern wie Wolfsburg (H, 3.1.), RB Leipzig (A, 9.1.), Bayer Leverkusen (A, 19.1.) und Borussia Mönchengladbach (A, 22.1.) so richtig in die Vollen geht.
Laut Bürki habe Terzic zumindest schon mal den richtigen Ton erwischt. "Die ganze Stimmung ist anders", sagte der Keeper: "Es ist enorm viel Stimmung in der Mannschaft während dem Spiel und auch in der Kabine. Das ist etwas Neues und ich glaube, dass viele Spieler das auch brauchen, dass ihnen jemand Feuer unter dem Hintern macht."
Oder wie es Terzic sagte: "Wir sind bereit, das Team zu ziehen - aber auch zu drücken."
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BVB-Coach Terzic: Bei Moukoko "noch so viel Luft nach oben"

Quelle: Perform

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