"Er hat ein super Spiel gemacht, war sehr sicher am Ball, hat viele wichtige Bälle gewonnen im Pressing und im Gegenpressing, er hat viele Dinge gut eingeleitet. Wir sind sehr zufrieden mit seiner Leistung."
BVB-Coach Edin Terzic schwärmte, als er nach dem 2:0 (1:0)-Pflichtsieg gegen Union auf Routinier Lukasz Piszczek angesprochen wurde.
Erstmals seit dem vierten Spieltag erhielt der Pole einen Startelfeinsatz. Zu seinen bis dahin mickrigen 106 Minuten Spielzeit in der Bundesliga kamen am gestrigen Mittwoch 90 weitere (plus Nachspielzeit) hinzu.
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Und in diesen überzeugte Piszczek mit den Attributen, welche ihn jahrelang zu einem Fels der BVB-Defensive machten und ihn nun auch in der Saisonendphase wichtig machen könnten.

Lukasz Piszczek bringt Stabilität in Abwehr

Der 35-Jährige gilt trotz der deutlich verringerten Spielzeit weiter als Anführer und Ruhepol, sein Wort findet besonders bei den jungen Dortmunder Spielern Gehör. Auf Piszczek kann sich ein Trainer blind verlassen.
Terzic meinte kürzlich zur Rolle des Polen: "Um es klar und deutlich zu sagen: Lukasz ist extrem wichtig für uns - sowohl auf als auch neben dem Platz. Er ist jemand, der immer wieder gut vorweg geht und auch wenn man es ihm nicht zutraut, oft recht deutlich und laut wird, wenn es nötig ist."
Gegen die Berliner brachte der Pole nach einigen anfänglichen Fehlern merklich Stabilität in die Abwehr des BVB. Der eigentlich vor der Saison für die rechte Verteidigerseite von PSG verpflichtete Thomas Meunier musste dagegen erneut auf der Bank Platz nehmen. Fast schien es so, als wollte man dem Belgier mit Piszczek vor Augen führen, was man sich von einem Außenverteidiger in Dortmund erwartet.
Meunier konnte bisher nicht überzeugen - im Gegenteil. Der 29-Jährige reiht bislang Fehler an Fehler in der Defensive, auch nach vorne gelingt reichlich wenig. Daher könnte Piszczek auch in den kommenden Spielen den Vorzug vor Meunier oder Mateu Morey bekommen. Der 21-jährige Spanier kam in dieser Saison zwar auf 23 Einsätze, war zuletzt auch Terzics erste Wahl in den wichtigen Spielen, dennoch fehlt ihm noch die Konstanz. Gerade in den entscheidenden Spielen birgt der Einsatz eines Routiniers wie Piszczek daher womöglich weniger Risiken als bei einem noch recht unerfahrenen Youngster .
Am Samstag (15:30 Uhr im Liveticker) steht für den BVB eines dieser wichtigen Spiele im Saisonendpsurt an - wahrscheinlich das wichtigste. Es geht gegen den VfL Wolfsburg, einem direkten Konkurrenten um die Champions-League-Plätze. Die Qualifikation für die Königsklasse ist das erklärte Saisonziel der Dortmunder. Aktuell fehlen noch fünf Zähler auf die Wölfe, vier sind es auf die viertplatzierten Frankfurter.
Ein Sieg in Niedersachsen ist Pflicht, wenn auch nächstes Jahr in die Geldtöpfe der Königsklasse gegriffen werden soll. Und das hat der von der Pandemie arg gebeutelte BVB sicher nötig.

Mats Hummels fehlt - Neue Chance für Piszczek?

Wegen der Gelbsperre von Mats Hummels fehlt Terzic gegen Wolfsburg aber schon einmal ein wichtiger Teil der Defensive. Möglicherweise vertraut der BVB-Coach daher dem erfahrenen Piszczek nach der überzeugenden Leistung gegen Union erneut. Terzic meinte mit Blick auf das Wolfsburg-Spiel: "Dass er ein ernstzunehmender Kandidat ist, ist logisch. Ansonsten hätten wir ihn heute auch nicht von Beginn an gebracht."
Piszczek sei "ein wichtiger Teil der Mannschaft. Er ist immer mittendrin und versucht immer, von außen zu pushen. Jetzt macht er es auf dem Platz hervorragend." Verdient hätte es der Pole auf jeden Fall, denn seit mittlerweile elf Jahren hält er Borussia Dortmund die Treue. Er wurde in dieser Zeit unter anderem zwei Mal deutscher Meister sowie Pokalsieger.
Neben Marcel Schmelzer, der im Sommer auch vor dem Abschied steht, gehört Piszczek zu den glorreichen Überbleibseln der Klopp-Ära. Im Sommer beendet der Routinier aber seine Profikarriere und kehrt in die polnische Heimat zurück, um in seiner Fußballakademie neue Talente zu entwickeln.
Auch wenn sich Piszczek nach eigenen Angaben in seiner Abschiedssaison durchaus mehr Spielzeit gewünscht hätte, könnte er den BVB in der entscheidenden Phase noch einmal anführen. Die Fans würden es der Dortmunder Klublegende nach über 370 Pflichtspielen sicherlich wünschen.
Nicht ohne Grund soll das Trikot des 35-Jährigen beim kürzlich herausgebrachten 90er-Jahre-Retro-Trikot der Dortmunder einer der Verkaufsschlager gewesen sein.
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