BVB in Personalnot: Haaland, Hummels und viele Fragezeichen
Borussia Dortmund zieht durch ein 1:1 gegen Lazio Rom vorzeitig ins Achtelfinale der Champions League ein. Sorgen um den Verletzten Mats Hummels, sowie Frust über die Verletzung von Erling Haaland sorgen jedoch für eine gemischte Gefühlswelt beim BVB. Fürs Bundesligaspiel in Frankfurt ist Trainer Lucien Favre nun als Baumeister gefordert - und wird auch über Youssoufa Moukoko nachdenken müssen.
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Um circa ein Uhr nachts meldete sich Mats Hummels in seiner Instagram-Story zu Wort. "Ich komme gerade aus dem Krankenhaus. Es sieht so aus, als wäre es nicht ganz so schlimm und würde in ein paar Tagen wieder gut sein", erklärte Dortmunds Innenverteidiger, während er sich selber filmte und dabei ohne Krücken laufen konnte.
Nach einem Zweikampf mit seinem ehemaligen Teamkollegen Ciro Immobile, der Hummels kurz vor Ende der Champions-League-Partie gegen Lazio Rom (1:1), unabsichtlich auf den linken Knöchel stieg, musste man aus BVB-Sicht Schlimmeres befürchten. Man werde sich den Knöchel am Donnerstag "natürlich noch einmal anschauen", schob Hummels schwach relativierend nach, "es sieht aber so aus, als könnte ich schon sehr bald wieder auf dem Feld stehen."
Eine Nachricht, die beim BVB für kollektives Durchatmen sorgen dürfte, schließlich hatte die Westfalen am Dienstag ja schon eine andere Schreckensmeldung in Aufruhr versetzt.
Top-Stürmer Erling Haaland wird der Borussia wegen eines Muskelfaserrisses für den Rest des Jahres 2020 fehlen.
BVB von Verletzungssorgen geplagt
Was sich nach "nur" drei Wochen anhört, sind im engen Pandemie-Spielplan jedoch insgesamt sechs Spiele in drei Wettbewerben. Zudem ist fraglich, ob Lucien Favres Statement vor dem Spiel am Mittwoch gegen Lazio Rom ("Er wird vor Anfang Januar nicht mehr spielen") im Umkehrschluss auch heißt, dass der Norweger am 3. Januar zuhause gegen den VfL Wolfsburg direkt wieder auf dem Feld steht.
Es werden so oder so knifflige Wochen bis Weihnachten für die Schwarz-Gelben, die vor allem defensiv arg gebeutelt sind. Neben Hummels fehlten gegen Lazio auch Emre Can und Thomas Meunier.
Während Can, der nach einem Schlag auf das Fußgelenk über Schmerzen klagte, schon beim kommenden Auswärtsspiel in Frankfurt (Samstag ab 15:30 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de) wieder im Kader stehen könnte, muss sich Meunier wohl noch länger gedulden. Beim Belgier besteht Verdacht auf einen Muskelfaserriss in der Wade - so der Stand vor dem Lazio-Spiel. Eine genaue Diagnose veröffentlichte der BVB nicht.
Dortmunder Defensiv-Puzzle: Morey, Zagadou und Piszczek gefragt
Vorausgesetzt Hummels, Can und Meunier fallen für das Bundesligaspiel am Samstag aus, müsste Favre die BVB-Abwehr erneut umbauen. Dabei bietet ihm sein breiter Kader weiterhin die Möglichkeit, zwischen Dreier- und Viererkette zu wählen.
Für Meunier schickte Favre gegen Lazio Mateu Morey als rechten Außenspieler ins Mittelfeld. Der junge Spanier, der in seinen gut eineinhalb Jahren in Dortmund bisher selber häufig mit Verletzungen zu kämpfen hatte, überzeugte und konnte sich für weitere Einsätze empfehlen. Lukasz Piszczek, Manuel Akanji und Hummels bildeten die Dreierkette, Raphael Guerreiro den Gegenpart zu Morey auf der linken Seite.
Piszczek und Akanji dürften auch in Frankfurt gesetzt sein, als Hummels-Ersatz käme Dan-Axel Zagadou in Frage. Der Franzose ist nach längerer Knieverletzung seit gut drei Wochen wieder im Mannschaftstraining und stand gegen die Laziali nun zum ersten Mal in dieser Saison im Spieltagskader bei einem Pflichtspiel.
Auch Nico Schulz, der am Dienstag-Abend die unglückliche Rolle des Elfmeter-Verursachers nach seiner Einwechslung übernahm, ist eine zusätzliche Option für die linke Seite, sollte Guerreiro (zuletzt angeschlagen und gegen Lazio nach 62 Minuten ausgewechselt) nicht erneut voll belastbar sein. Für die rechte Seite stünde Felix Passlack bereit.
Haaland fällt aus: Weg frei für Moukoko?
Die wichtigste Frage stellt sich jedoch im Sturmzentrum. Wer ersetzt den Mann, der 17 von 37 BVB-Saisontoren in allen Wettbewerben schoss?
"Jetzt müssen eben andere Spieler die Verantwortung übernehmen. Wir haben auch Tore erzielt, bevor wir Haaland verpflichtet haben. Den Ausfall können wir im Kollektiv auffangen, unser Kader ist breit genug”, befand Sportdirektor Michael Zorc wohlwissend, dass der junge Norweger ohnehin nicht eins zu eins ersetzt werden kann.
Favre entschied sich gegen Lazio für Marco Reus als falsche Neun. Auch Julian Brandt oder Thorgan Hazard könnten diese Rolle durchaus spielen, sagte der Trainer auf der Pressekonferenz nach dem Spiel am Dienstag-Abend auf Nachfrage eines Journalisten, der womöglich auf etwas anderes abzielte.
Seit kurzem tummelt sich nämlich der 16-jährige Youssoufa Moukoko mit gültiger Spielerlizenz für alle Wettbewerbe im Kader. Gegen Hertha (5:2) und den 1. FC Köln (1:2) kam der gebürtige Kameruner bereits zu Kurzeinsätzen, der Haaland-Ausfall könnte nun ein Startelfdebüt des Youngsters zur Folge haben.
Aber: Beim BVB will man vorsichtig mit dem jungen Spieler umgehen, ihn nicht überfrachten, keine unrealistische Erwartungshaltung schüren. Zuletzt beklagte sich Zorc über die Ausmaße, die der Hype um den Stürmer kurz vor dessen 16. Geburtstag am 20. November angenommen hatte. Favre ließ sich deshalb auch zu seinen weiteren Plänen mit Moukoko nicht in die Karten schauen, ließ sich aber zumindest ein "wir werden sehen" entlocken.
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Moukoko der logische Haaland-Ersatz? Favre äußert sich
Quelle: Perform
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