Seifert begründete seinen Appell zu weiteren Lockerungen der Corona-Beschränkungen auf Europas größtem Sportbusiness-Event vor allem mit dem beeindruckenden Ergebnis einer DFL-Studie zu den Spielen seit Saisonbeginn: "An den drei Spieltagen der ersten Liga und den fünf Spieltagen der zweiten Liga sowie beim Supercup waren von insgesamt 900.000 Zuschauern nur sechs infizierte Personen in die Stadien gelangt. Nachträglich haben die Gesundheitsämter Daten von auch nur 52 Personen abgefragt. Wer jetzt noch sagt, Fußball-Spiele seien Superspreader-Events oder ein Stadionbesuch sei lebensgefährlich, sagt vorsätzlich etwas Falsches."
Insgesamt wurden in diesen Fällen seitens der Gesundheitsämter 52 Datensätze zwecks Kontaktnachverfolgung angefragt. Keinem der entsprechenden Klubs sei bekannt, dass eine der sechs Personen andere Zuschauerinnen oder Zuschauer im Stadion angesteckt habe. Dies geht aus einer Umfrage der DFL zu den 73 bislang in der laufenden Saison ausgetragenen Begegnungen hervor.
Die gemäß den Abstimmungen zwischen Vereinen und Behörden zugelassene Gesamtkapazität belief sich aufgrund der weiterhin bestehenden Einschränkungen und Vorgaben laut DFL durchschnittlich auf 42 Prozent der normalerweise verfügbaren Plätze. Bei sieben der 73 Begegnungen waren ausschließlich genesene und geimpfte Zuschauerinnen und Zuschauer zugelassen.
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Aus den Studienergebnissen leitete der DFL-Boss seine Forderung nach einer weiteren Öffnung der Stadien und Hallen als bisher ab. "Es gilt für alle Sportarten, dass wir das Vertrauen haben müssen und können, dass die Bürger wissen, was sie tun."

Seifert fordert Unterstützung der Vereine

Auf Ratschläge für seine bereits zu Beginn kommenden Jahres antretende Nachfolgerin Donata Hopfen will der 52-Jährige verzichten. "Die DFL ist mittlerweile ein digitaler Sport-Entertainmentkonzern. Es gibt ein paar wichtige Aufgaben zu erledigen, aber es existiert ein Baukasten, aus dem sich Donata Hopfen so bedienen kann, wie sie es für die Zukunft richtig und wichtig findet."
Gleichwohl forderte der 2022 nach 17 Jahren von der DFL-Spitze abtretende Rastätter die 36 deutschen Profi-Vereine zur Unterstützung der künftigen Liga-Chefin auf: "Donata Hopfens Erfolg wird auch von der Bereitschaft der Klubs abhängen, ihr die gleichen Freiräume wie mir zu geben."
In einer Rückschau auf seine Amtszeit bezeichnete Seifert, den Präsident Herbert Hainer vom deutschen Meister Bayern München in seiner Laudatio als "Glücksfall für den deutschen Fußball" nannte, die Entwicklung der Bundesliga zu einer Faszination für Millionen als seinen größten Erfolg. "Die Menschen sind uns nicht weggelaufen und sind sogar noch mehr geworden", sagte Seifert, mahnte allerdings auch: "Wenn wir die Menschen nicht mehr begeistern können, beginnt der Abstieg."
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(SID)

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