Vor dem Osterwochenende hatte eine "Interessententour" von Haalands Berater Mino Raiola und Vater Alf-Inge durch halb Europa für Aufsehen gesorgt. Die beiden trafen sich am Donnerstag zunächst mit Joan Laporta, Präsident des FC Barcelona, und waren anschließend nach Madrid weitergereist.
Die Zeitung "Sport" berichtete zuerst über die Ankunft des Duos in Katalonien und schrieb von einer "Bombazo" (Bombe). Der TV-Sender "Mega" zeigte beide bei der Ankunft in Madrid in einem schwarzen SUV vorfahrend. Die Gesprächstermine mutierten augenscheinlich zu einer PR-Show.
Am Freitag ging die Reise laut der spanischen Tageszeitung "Mundo Deportivo" weiter, in London sollen Gespräche mit vier Topklubs aus der Premier League stattgefunden haben. Als stolze Transfersumme stehen 150 Millionen Euro im Raum.
Premier League
Überraschende Worte von Guardiola: "Können uns Haaland nicht leisten"
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Chelsea-Trainer Thomas Tuchel wollte sich zu den Transfergerüchten nicht äußern. Es habe den Anschein, als würden sie "ein Rennen um ihn gestalten", sagte Tuchel. Er sei "natürlich ein sehr vielversprechender Spieler, aber für Dortmund."

BVB macht seinen Standpunkt klar

Kehl berichtete am Samstag hingegen von guten Gesprächen des BVB mit Haalands Berater und Vater. "Wir gehen mit der Situation ganz entspannt um", sagte der Ex-Profi: "Wir haben es natürlich verfolgt, aber wir hatten vor Kurzem erst ein sehr gutes Gespräch. Es war sehr gut und offen."
Man habe der Haaland-Seite deutlich gemacht, dass man ihn über den Sommer hinaus halten wolle.
Der 20 Jahre alte Norweger steht beim BVB noch bis 2024 unter Vertrag. Andere Klubs dürfen also, strenggenommen, noch gar nicht mit Haaland verhandeln.
Verschiedenen Medienberichten zufolge soll in Haalands BVB-Kontrakt zwar eine Ausstiegsklausel existieren, diese soll aber erst ab 2022 gelten.

Will Haaland weg? Kehl weicht aus

Das Problem für die Dortmunder: Nach aktuellem Stand läuft der BVB Gefahr, die Champions League für kommende Saison zu verpassen – was Haaland offensichtlich so gar nicht in die Karriereplanung passt.
Auf die Frage, ob Erling bei den Dortmundern einen Wechselwunsch hinterlegt habe, wich Kehl am Samstag vielsagend aus. Er wollte darauf nicht antworten, so Kehl, der stattdessen vom Hier und Jetzt berichtete:
"Ich habe den Jungen in den letzten Tagen im Training gesehen und gesehen, wie viel Hunger, was für ein Glitzern er in den Augen hat, wie viel Vorfreude er auf das Spiel gegen Frankfurt hat. Er wird sich zu 100 Prozent reinhauen."
Die Tour des Duos Raiola/Haaland sr. nahm man beim BVB ohnehin betont entspannt zur Kenntnis - zumindest nach außen hin. "Es spricht aus meiner Sicht nichts dagegen, wenn die beiden Herren ein bisschen Sonne am Mittelmeer tanken wollen", sagte Sportdirektor Michael Zorc bei "Sport1".

Was, wenn der BVB die Champions League verpasst?

"Ich bin in dieser Angelegenheit sehr, sehr entspannt, weil ich weiß, was wir wollen", betonte Zorc. Nämlich: Haaland halten.
Mit 33 Toren in 31 Pflichtspielen in der laufenden Saison ist Haaland so etwas wie die Lebensversicherung für den BVB. Mit zehn Treffern führt der 20-Jährige zudem die Torschützenliste der Champions League an.
Sollte Dortmund Platz vier in der Bundesliga und damit die Königsklasse für kommende Saison erreichen, sind alle Claims abgesteckt. Fragt sich nur, was die Haaland-Seite unternimmt, wenn der BVB sein Minimalziel verpasst ...
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