Wer soll das toppen?
Sogar noch in der letzten Spielminute seiner Amtszeit als Cheftrainer des FC Bayern gab es einen Rekord zu feiern. Robert Lewandowski erzielte den Treffer zum 5:2-Endstand und brach mit seinem 41. Saisontor den 49 Jahre alten Bestwert von Gerd Müller.
Flick selbst hatte zwischenzeitlich gar nicht mehr damit gerechnet. "Irgendwann hatte ich zu Tapa (Torwarttrainer Toni Tapalovic, Anm. d. Red.) gesagt, dass es wohl nichts mehr wird. Aber er ist halt ein Torjäger. Das zeichnet ihn aus", freute sich der Coach für seinen Goalgetter, schob aber hinterher: "Es ist auch ein Verdienst der Mannschaft."
Bundesliga
Traumabschied für Flick mit Lewandowski-Rekord: "Absolute Benchmark"
22/05/2021 AM 15:30
Der Satz geht meist als Floskel unter, beschreibt aber gut, warum Flick mit seiner Auswahl in 19 Monaten sagenhafte sieben Titel abgeräumt hat.

Lewandowski-Rekord heizt Stimmung an

Der gebürtige Heidelberger verstand es von Beginn an, den mit Stars gespickten Kader in Balance zu halten, ein Team zu formen. Von Problemen wie dem Disput mit Sportvorstand Hasan Salihamidzic in Personalfragen ließ er sich nicht den Fokus vernebeln.

Flick gibt zu: Nicht mehr an Lewandowski-Tor geglaubt

"Für mich war es eine Ehre, diesen Verein über diese Zeit begleitet zu haben", sagte Flick nach seinem 86. und letzten Spiel als Coach des Rekordmeisters. "Ein absolutes Highlight zum Ende unserer Reise" hatte er sich von der Mannschaft gewünscht - und die lieferte. Mit Offensivdrang und Spielwitz verschafften sich die Bayern schon zur Halbzeit eine 4:0-Führung.
Nach dem Schlusspfiff feierten die Münchner Profis die 31. Meisterschaft der Vereinsgeschichte ausgelassen auf dem Rasen, Lewandowskis Rekordtor wenige Augenblicke hatte die gute Stimmung vor den 250 zugelassenen Zuschauern zusätzlich angeheizt.

Alaba und Müller mit der zehnten Meisterschaft

Für Thomas Müller und David Alaba war es bereits der zehnte Liga-Titel, auch das sind Bestwerte. Die Bayern wiederum bauten ihre Serie auf neun Meisterschaften in Folge aus. Langeweile durch Gewohnheit komme aber nicht auf, versicherte Joshua Kimmich.

"Herz der Mannschaft": Alaba von Bayern-Coach Flick geadelt

"Früher als neutraler Fan dachte ich auch, dass es, wenn man bei Bayern spielt oder arbeitet, irgendwann langweilig wird. Aber das ist es nicht. Seitdem ich hier bin, war es immer hart, die Meisterschaft zu gewinnen. Es ist harte Arbeit, jeden Tag. Da darf man sich heute freuen. Es ist jedes Mal aufs Neue etwas Besonderes", ließ der 26-Jährige wissen.
Dieser Titelhunger zeichnet den FCB seit Langem aus, unter Flick ist er aber noch einmal größer geworden. Am Tag vor seinem letzten Spiel gab der 56-Jährige denn auch offen zu, dass ihn das Pokal-Aus in der 2. Runde gegen Holstein Kiel und der Viertelfinal-K.o. in der Champions League gegen Paris Saint-Germain wurmen.
Dass es nicht möglich sein dürfte, das historische Sextuple aus Flicks erster Bayern-Saison zu wiederholen, war aber klar. Und es war einmal mehr beeindruckend, wie die Bayern den Angriff von RB Leipzig in der Liga parierten. Am Ende trennten den Meister und seinen ersten Verfolger satte zwölf Punkte.

Keine teuren Transfers für Nagelsmann

"Die absolute Benchmark" eben, wie Flick es ausdrückte. Ab sofort wird es die Aufgabe von Julian Nagelsmann sein, dieses Niveau mindestens zu halten. Für den 33-Jährigen endete die Saison mit Leipzig trotz Platz zwei in der Meisterschaft enttäuschend. An den letzten drei Spieltagen setzte es zwei Niederlagen und ein Remis, das Pokalfinale gegen Borussia Dortmund ging mit 1:4 in die Binsen.
Was die Sache in München noch schwerer macht: Mit David Alaba, Jérôme Boateng und Javi Martínez verlassen drei Eckpfeiler des Teams den Klub, mit Dayot Upamecano steht erste ein Neuzugang fest. "Wir werden den Kader ergänzen, aber keine teuren Transfers tätigen", kündigte Präsident Herbert Hainer im "Bild"-Podcast "Bayern Insider" an.

Flick lobt Boateng: "Einer der besten Innenverteidiger Deutschlands"

Wie immer der Kader der kommenden Spielzeit auch aussehen mag, die Leistung und Konstanz der Ära Flick wird für alle der Maßstab sein. Diese "geile Mannschaft", wie es der Trainer formulierte, hat nach dieser Saison zunächst aber allen Grund, zu feiern und zu entspannen.
Am 1. Juli beginnt dann mit dem ersten offiziellen Arbeitstag von Nagelsmann eine neue Zeitrechnung an der Säbener Straße. Die Benchmark ist gesetzt.
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