Borussia Dortmund erwischte den perfekten Start in die Partie: Nach einem Ballverlust von Joshua Kimmich reagierte Erling Haaland (2.) geistesgegenwärtig und bezwang Manuel Neuer mit einem Schuss aus 17 Meter. Jérome Boateng fälschte den Schuss noch leicht, aber nicht entscheidend, ab.
Der FC Bayern bekam in der Anfangsphase keinen Zugriff auf das Spiel und lag nach zehn Minuten sogar mit 0:2 zurück.
Mahmoud Dahoud öffnete das Feld mit einem Diagonalball auf Nico Schulz, der Thorgan Hazard im Strafraum bediente. Der Belgier legte die Kugel an Neuer vorbei auf Haaland (9.), der den Ball nur noch ins leere Tor schieben musste.
Bundesliga
Diagnose steht: So geht's für Bayern-Star Boateng weiter
06/03/2021 AM 21:16
Nach einer guten Viertelstunde hatte Bayern die erste gute Chance, doch Leroy Sané köpfte den Ball nach einer Flanke von Joshua Kimmich aus spitzem Winkel über das Tor von Marwin Hitz.
Es war der Startschuss ins Spiel für die Bayern, die anschließend komplett das Kommando übernahmen. Dortmund gab sich mit der Führung zufrieden und stellte die eigenen Offensivbemühungen fast komplett ein.
Nach einer Flanke von Niklas Süle legte Leon Goretzka den Ball per Brust auf Robert Lewandowski (20.) ab, doch dessen Abschluss mit links war zu ungenau und flog neben das Tor.
Doch sechs Minuten später bejubelte der Pole sein 29. Saisontor, nachdem Leroy Sané Nico Schulz mit einem Haken aussteigen ließ und Lewandowski (26.) mustergültig bediente.
Auch in der Folge spielte ausschließlich Bayern, was sich für den deutschen Rekordmeister auszahlte: Schiedsrichter Marco Fritz entschied bei einem Zweikampf zwischen Mahmoud Dahoud und Kingsley Coman nach einem VAR-Check auf Elfmeter, den Lewandowski (44.) nutzte und kurz vor der Pause den Ausgleich erzielte.
Die zweiten 45 Minuten begannen mit einem Ausrufezeichen auf beiden Seiten. Hazard (47.) kam nach einer Flanke von Schulz aus sieben Metern zum Abschluss, setzte den Schuss allerdings ans Außennetz.
Auf der anderen Seite ließ Hitz einen haltbaren Schuss von Joshua Kimmich nach vorne abprallen, doch der Torhüter rettete in höchster Not und machte seinen Fehler wieder gut, indem er vor dem einschussbereiten Coman (49.) klärte.
Das Spiel verlor in der Folge an Tempo, Lewandowski (62.) hatte noch eine Chance aus der Distanz, doch der Schuss des Polen segelte weit über Hitz' Tor.
Dortmund stellte das Spiel nach vorne fast komplett ein. Nach einem Pass von Dahoud klärte Jerome Boateng (69.) in höchster Not vor Reus, doch bei der Aktion blieb der Innenverteidiger im Boden hängen und musste ausgewechselt werden.
Es entwickelte sich in der Schlussphase ein Spiel auf ein Tor, doch die Bayern erspielten sich lange keine zwingende Chancen. Der Druck wurde in den letzten Minuten jedoch zu hoch. So kam Leon Goretzka (88.) nach einer Klärungsaktion von Thomas Meunier aus 14 Metern zum Abschluss und platzierte die Kugel unhaltbar ins linke Toreck.
Keine 120 Sekunden später setzte Lewandowski mit seinem 31. Saisontor den Schlusspunkt, der Pole schoss den Ball aus 18 Metern ins linke untere Toreck.
Mit dem 4:2-Sieg springt Bayern wieder an die Tabellenspitze, nachdem RB Leipzig den Rekordmeister für drei Stunden verdrängt hatte. Dortmund fällt damit auf den 6. Platz zurück und hat nun vier Punkte Rückstand auf den ersten Champions-League-Platz.

Die Stimmen:

Emre Can (Borussia Dortmund): "Es war insgesamt nicht gut genug von uns. Wir haben nach der Führung irgendwann das Fußballspielen eingestellt. Wir müssen da einfach mutiger sein. Unsere ersten zehn Minuten waren mutig, aber das reicht insgesamt nicht. Wir haben uns in den Räumen nicht gut bewegt, da schließe ich mich auch ein. Wir haben die Vorgaben des Trainers nicht gut umgesetzt. Der Schiedsrichter hat in der zweiten Halbzeit zu viel auf Zuruf gepfiffen, das hat uns auch etwas den Rhythmus zerstört. Das habe ich dem Schiedsrichter auch persönlich gesagt, das darf ihm nicht passieren."
Marco Reus (Borussia Dortmund): "Über 90 Minuten ist es schwer, die guten ersten Minuten durchzuziehen. Aber wir standen auch zu tief, die ersten beiden Gegentore müssen wir besser verteidigen. In der zweiten Halbzeit haben wir auch zu wenig Torgefahr ausgestrahlt. Vor dem 3:2 ist es für mich auch ein klares Foulspiel. Wenn so etwas vor einem Bayern-Tor passiert, wäre das abgepfiffen worden. Aber der Schlüssel ist letztlich, dass wir die ersten beiden Gegentoren zu schnell kassiert haben."
Thomas Müller (FC Bayern): "Das ist sicherlich auch unsere DNA, dass wir solche Spiele drehen können. Aber natürlich ist es mühsam, immer in Rückstand zu geraten und diesen dann umzubiegen. Wir haben die Gegentore sicherlich nicht gut verteidigt, aber wir haben dann gut angenommen, was uns Dortmund nach dem 0:2 angeboten hat. Nach dem 1:2 haben wir schnell Lunte gerochen und dann war auch die Intensität in den Zweikämpfen sehr gut. Wir waren in der zweiten Halbzeit lange am Drücker, auch wenn das 3:2 erst so spät gefallen ist. Vor dem Tor war es für mich kein Foul, auch wenn es gegen uns gewesen wäre. Mir gefällt es, dass solche Zweikämpfe nicht immer abgepfiffen werden."

Das fiel auf: Fehlender Mut bei Führung

Der BVB erwischte den perfekten Start, stellte die Offensivbemühungen nach 10 Minuten allerdings komplett ein und ließ den Bayern zu viel Raum. So hatte die Mannschaft von Hansi Flick über 80 Minuten Zeit, den Zwei-Tore-Rückstand zu drehen. Diese Taktik kam Dortmund überhaupt nicht entgegen. In der zweiten Halbzeit sah es erst besser aus, doch in der Schlussphase spielte Dortmund wieder zu passiv und wurde in den letzten Minuten dafür bitter bestraft.

Der Tweet des Spiels:

Die Statistik: 22

Lewandowski hat durch seinen Dreierpack nun 22 Tore gegen seinen Ex-Klub Borussia Dortmund erzielt - und das in nur 23 Spielen! Allein in der Bundesliga kann der 32-Jährige 20 Treffer gegen die Schwarz-Gelben vorweisen. Kein anderer Profi in der Bundesliga-Historie traf häufiger gegen den BVB.
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