Kann RB Leipzig tatsächlich das Münchner Dauer-Abo auf die Meisterschaft kündigen?
Nach den jüngsten Bayern-Patzern gegen Bielefeld (3:3) und in Frankfurt (1:2) darf Fußball-Deutschland endlich wieder auf ein spannendes Titelrennen hoffen.
"Sie haben zuletzt gezeigt, das sie Menschen sind, keine Maschinen", sagte Trainer Markus Gisdol vom 1. FC Köln, der im 100. Duell mit dem Rekordmeister am Samstag (ab 15:30 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de) auf den nächsten Münchner Ausrutscher hofft.
Bundesliga
Bayern-Coach Flick verrät: So geht's jetzt mit Müller und Gnabry weiter
26/02/2021 AM 12:43
Doch Flick will von Spannung nichts hören. Er spüre bei seiner Mannschaft "den Willen, erfolgreich zu sein", stellte er am Freitag unmissverständlich klar. Müller und Co. hätten "genau die Einstellung, die man braucht, um eine Saison gut zu Ende zu spielen".
Und das heißt beim FC Bayern immer: um Titel zu holen.

Flick sehnt Müller-Comeback herbei

Einer der Pokale-Garanten ist Müller, der gegen Köln nach seiner Corona-Erkrankung wie Serge Gnabry (Muskelfaserriss) in den Kader zurückkehrt. "Wir sind froh, dass er wieder dabei ist", sagte Flick über Müller: "Ich sage immer wieder, dass Thomas ein außergewöhnlicher Spieler ist." Der zuletzt schmerzlich vermisste 31-Jährige bringe "viele Dinge" ein, "die man in einer Mannschaft braucht", betonte Flick.

So analysiert Flick die Bayern-Niederlage in Frankfurt

Und so soll Müller im Titelkampf zum Joker werden - und zum Vorbild an Einstellung und Siegeswillen.
Auch für die Jungstars wie Jamal Musiala, der in dieser Woche in aller Munde war und zum 18. Geburtstag am Freitag einen Profivertrag bis 2026 erhalten sollte. Seine Entscheidung für die DFB-Elf, betonte Flick, könne den 18-Jährigen "beflügeln".

Bayern stürzen? Leipzig bleibt zurückhaltend

Für Musiala wie den Rest des Teams gehe es gegen Köln darum, an das fulminante 4:1 in der Champions League bei Lazio Rom anzuknüpfen, stellte Flick klar: "Das ist unser Job."
Und der Meisterkampf? "Wir müssen auf uns gucken, konzentriert und selbstbewusst bleiben - und da haben wir allen Grund dazu", sagte der Coach.
Verfolger Leipzig hält sich ohnehin noch bedeckt. Es mache keinen Sinn "zu sagen, wir greifen jetzt die Bayern an", meinte Klubchef Oliver Mintzlaff im "ZDF"-Morgenmagazin: "Wir denken jetzt nicht an die Tabellenspitze, sondern an das wichtige Spiel gegen Gladbach" am Samstagabend (18:30 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de).
Doch dessen Sportdirektor Max Eberl hält RB bereits für titelreif. "Leipzig war in den letzten Jahren immer mal wieder dran", sagte er und betonte: "Klar haben sie die Möglichkeit, Meister zu werden."

Nagelsmann hält den Ball flach

Doch RB ist aus Erfahrung klug geworden. In der vergangenen Saison waren die Sachsen Herbstmeister, lagen nach 23 Spielen nur einen Zähler hinter den Bayern - und wurden am Ende Dritter, mit 16 Zählern Rückstand. Deshalb "ist es jetzt nicht so, dass wir uns hinstellen und den Meisterschaftskampf ausrufen", betonte Mintzlaff.
Selbst der sonst so ehrgeizige Trainer Julian Nagelsmann hält sich lieber "ein bisschen bedeckt" und meinte: "Wir wollen nicht so viel palavern."
Flick dürfte es wohlwollend zur Kenntnis genommen haben.
(SID)
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