FC Bayern: Vorstand Oliver Kahn plant offenbar klärendes Gespräch mit Trainer Hansi Flick

Der Streit zwischen Trainer Hansi Flick und Sportvorstand Hasan Salihamidzic hält den FC Bayern seit längerem in Atem. Nach Informationen der "Bild" gibt es daher nach dem PSG-Spiel ein Gipfeltreffen von Flick mit Vorstand Oliver Kahn. In diesem Gespräch soll es um die Pläne des Trainers gehen und ob er tatsächlich über einen Wechsel zum DFB als Nachfolger von Bundestrainer Joachim Löw nachdenkt.

Hansi Flick (l.) und Oliver Kahn im Gespräch

Fotocredit: Getty Images

Ein Liebespaar, sagte Herbert Hainer, müssten Hansi Flick und Hasan Salihamidzic nicht sein.
Man erwarte beim FC Bayern aber zumindest, "dass sie nicht nur professionell zusammenarbeiten, sondern dass sie es auch beide aus Freude und Überzeugung miteinander tun", ergänzte der Präsident bei "Sky". Die Verantwortlichen würden "daran arbeiten, dass wir die zwei wieder so hinkriegen".
Nach der Rückkehr vom Viertelfinal-Rückspiel der Champions League am Dienstagabend bei PSG will sich Kahn daher mit Flick treffen. Dabei soll auch besprochen werden, ob Flick wirklich darüber nachdenkt, die Münchener im Sommer zu verlassen und die Löw-Nachfolge beim DFB anzutreten.
Diese Zukunftsfrage beschäftigt Flick und die Münchner seit Wochen. Zumal der Coach vom Dauer-Disput mit Sportvorstand Salihamidzic schon länger reichlich genervt ist.

Zwist zwischen Flick und Salihamidzic dauert an

Da nützen auch alle Versuche von Hainer nichts, das Verhältnis schönzureden. Intern sei ja "alles ganz anders als es oftmals außen dargestellt wird".
Doch zur miserablen Außendarstellung tragen Flick und Salihamidzic, die beide noch einen Vertrag bis 2023 haben, seit Wochen mit unglücklichen Äußerungen und Anspielungen selbst bei. Die Versuche zur Deeskalation von Hainer oder Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge, der unlängst beide Streithähne zur Räson gerufen hatte, laufen deshalb ins Leere.
Es ist ein Streit, der im Januar 2020 seinen Anfang nahm. Da forderte Flick, gerade einmal zwei Monate im Amt, im Trainingslager in Katar ungewohnt offensiv zwei neue Spieler. Salihamidzic missfiel, dass der Trainer für sein Anliegen die öffentliche Bühne suchte.
Doch Flick wollte ein Zeichen setzen. Er fühlte sich schon da bei wichtigen Personal- und Planungsfragen nicht richtig eingebunden. Eine Wahrnehmung, die sich in bislang 18 Monaten Amtszeit nicht geändert hat. Spieler, die der Trainer unbedingt haben wollte - wie Kai Havertz, Timo Werner, oder Callum Hudson-Odoi - wurden nicht geholt. Andere, die er liebend gern behalten hätte - etwa David Alaba, Jérôme Boateng, Thiago oder Ivan Perisic - wurden bzw. werden abgegeben.

Hansi Flick mit Transfers unzufrieden

Dafür holte Salihamidzic Profis wie Álvaro Odriozola, Bouna Sarr, Marc Roca, Douglas Costa oder Alexander Nübel, die bei Flick kaum eine Rolle spielen. Nübel soll Salihamidzic sogar zugesagt haben, dass er in dieser Saison zehn Pflichtspiele absolvieren dürfe. Flick wies deshalb zuletzt mit Nachdruck darauf hin, dass er sich in Aufstellung und sportliche Belange nicht reinreden lasse - auch oder schon gar nicht von Salihamidzic.
Dass Flick und Salihamidzic angesichts der angespannten Gemengelage über den Sommer hinaus noch zusammenarbeiten werden, hält nicht nur "Sky"-Experte Lothar Matthäus für ausgeschlossen.
Flicks Frust war erst am Samstag nach dem 1:1 gegen Union Berlin in nur einem Satz deutlich geworden. "Meinen Sie", fragte er den ARD-Reporter, "mir macht das Ganze Spaß?" Immerhin positionierte sich Kapitän Manuel Neuer als Sprecher der Mannschaft klar: "Ich denke, dass Hansi Flick der richtige Trainer für uns ist." Aber wie lange noch?
(mit SID)
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Quelle: Perform

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