Nach dem 4:1 in Bremen wollten RBL und Julian Nagelsmann den Druck auf den FC Bayern weiter erhöhen. Diese Aufgabe gingen die Roten Bullen mit Dayot Upamecano, Nordi Mukiele, Emil Forsberg und Angelino in der Startelf an. Für Angelino war es das Comeback nach über zweimonatiger Verletzungspause. Dafür nahmen Marcel Halstenberg, Kevin Kampl und Alexander Sörloth auf der Bank Platz. Justin Kluivert fehlte verletzt mit einer Sprunggelenksblessur.
Nach dem schwachen 0:0 in Leverkusen im vorerst letzten Montagabendspiel der Bundesliga-Geschichte verlängerte sich die Verletztenliste bei der TSG 1899 Hoffenheim. Mit Sebastian Rudy und Kevin Akpoguma fielen zwei wichtige Akteure angeschlagen aus. Auch Ihlas Bebou musste angeschlagen auf der Bank Platz nehmen. Dafür starteten Andrej Kramaric, Georginio Rutter und Diadié Samassékou.
RB Leipzig nahm von Beginn an die Favoritenrolle an, doch gegen kompakt stehende Hoffenheimer taten sich die Sachsen sehr schwer. Der Tabellenzweite wirkte sehr pomadig im Spielaufbau, ließ Tempo, Flexibilität und die letzte Gier vermissen.
Bundesliga
VAR-Chaos in der 96. Minute: So reagieren Nagelsmann und Co.
16/04/2021 AM 22:33
Auf der anderen Seite machte Hoffenheim die Seiten geschickt zu und ließ die Außen Angelino und Mukiele nicht ins Spiel kommen. Offensiv tat sich der Abstiegskandidat allerdings sehr schwer, gab viele Bälle leichtfertig her. So war es eine Standardsituation durch Robert Skov, die für etwas Gefahr sorgte (27.).
Gegen Ende der ersten Halbzeit zeigte Lepzig in Ansätzen, wie es gehen kann. Ein Schuss von Marcel Sabitzer ging am Kasten vorbei (41.). So gab es in den ersten 45 Minuten keinen einzigen Schuss aufs Tor.
Die Sachsen kamen mit mehr Zug aus der Kabine und nahmen das Zepter in die Hand. Durch mehr Variabilität und Tempo setzten die Leipziger nun die Hoffenheimer zunehmend unter Druck und hatten Mitte der zweiten Hälfte gute Chancen auf die Führung.
Christopher Nkunkus Schuss war zu zentral (59.), Tyler Adams köpfte aussichtsreich weit darüber (60.) und Sabitzer verfehlte knapp (65.). Nach dieser Leipziger Drangphase konnte sich Hoffenheim erholen und hatte selbst durch Ihlas Bebou eine gute Kopfballchance (75.).
Leipzig rannte unermüdlich an und kam in der Nachspielzeit zum viel umjubelten Siegtreffer durch den eingewechselten Yussuf Poulsen (90.+6). Doch der Däne köpfte sich an den Arm. Manuel Gräfe nahm den Treffer nach Ansicht der Bilder zurück. So blieb es bei der Nullnummer.
Leipzig ist bereits am Dienstag wieder gefordert. Dann gastiert RBL um 18:30 Uhr in Köln. Hoffenheim empfängt am Mittwochabend (20:30 Uhr) Borussia Mönchengladbach.

Stimmen zum Spiel

Sebastian Hoeneß (Trainer TSG 1899 Hoffenheim): "Bei Florian Grillitsch sprang die Schulter kurz raus. Wir hatten aber heute Jungs auf dem Platz, die gefightet haben. Wir waren präsent. Die zwei bis drei Situationen nach vorne hätten wir besser ausspielen müssen."
Julian Nagelsmann (Trainer RB Leipzig): "Wir hatten viele gute Situationen, die wir nicht gut genug genutzt haben. Dann kam auch noch Pech dazu beim Treffer. Es war nicht unser bestes Spiel, aber wir waren die bessere Mannschaft. Es war das Problem im ganzen Spiel, dass wir zu wenige aggressive Läufe Richtung Tor hatten. Die Laufwege in die Box waren nicht da, wir haben teilweise gespielt wie ohne Tore."
Markus Krösche (Sportdirektor RB Leipzig): "Uns hat heute der letzte Punch gefehlt. Dann machen wir dennoch das Tor, aber es wurde aberkannt. Damit müssen wir jetzt leben. Es war eine extrem harte Auslegung, die extrem bitter für uns ist. Wir haben viel Gas gegegen. Wir müssen nun sehen, dass wir in Ballbesitz wieder mehr Lösungen finden und schneller den Ball laufen lassen."
Christoph Baumgartner (TSG 1899 Hoffenheim): "Das 0:0 ist ein Erfolg in der Situation, in der wir uns befinden. Klar, wir haben uns wieder keine gute Chance herausgespielt, aber in der jetzigen Situation müssen wir mit dem Punkt zufrieden sein. Am Ende war das sicherlich auch glücklich. Als Fußball-Fan bin ich nicht der größte Fan dieser Hand-Regel. Doch für uns war das heute sehr gut."
Ihlas Bebou (TSG 1899 Hoffenheim): "Wir haben den Kampf heute angenommen und haben uns den Punkt am Ende glücklich, aber auch verdient geholt. Wir wussten, dass Leipzig schwer zu bespielen ist. Daher sind wir froh über diesen Punkt. Als Spieler will man natürlich immer von Anfang spielen. Wir haben zusammen gekämpft, das ist das, was zählt. Auf der Defensivleistung können wir aufbauen, nach vorne müssen wir mehr herausholen."

Das fiel auf: Hoffenheims Not-Abwehr hält stand

Ohne Kevin Vogt, Ermin Bicakcic, Benjamin Hübner und Kevin Akpoguma – dafür mit Chris Richards und Stefan Posch im Abwehrzentrum. Es gibt sicherlich dankbarere Aufgaben für diese beiden jungen Abwehrspieler. Doch die Hoffenheimer Youngster, die in den letzten Spielen nicht immer sattelfest wirkten, zeigten eine konzentrierte und fehlerfreie Leistung. Gerade auf der Defensivleistung lässt sich bei den Kraichgauern aufbauen.

Tweet zum Spiel

Nein, meisterlich war das sicherlich nicht, was Leipzig gegen Hoffenheim zeigte. Kein variabler und schneller Spielaufbau, keine Torchancen im ersten Durchgang - und das gegen einen Abstiegskandidaten mit viel Verletzungspech. Im zweiten Durchgang wurde das Leipziger Spiel etwas besser, doch bei Weitem nicht meisterwürdig. Das 1:0 in der Nachspielzeit war dann beinahe schon Bayern-like. Aber eben nur beinahe, da der vermeintliche Siegtreffer aberkannt wurde. Die Bayern dürften diesen Leipziger Auftritt wohlwollend zur Kenntnis genommen haben.

Statistik: 0

Nach dem 0:0 in Leverkusen folgte für Hoffenheim nun die zweite Nullnummer innerhalb weniger Tage. Zwei Punkte gegen zwei starke Mannschaften können sich durchaus sehen lassen. Dass es nicht mehr wurde, lag auch an der schwachen Hoffenheimer Offensive. Gegen Leipzig gab die TSG null Schüsse aufs Tor ab.
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