Julian Nagelsmann diskutierte noch halbherzig mit dem Schiedsrichter, die Enttäuschung stand ihm ins Gesicht geschrieben.
RB Leipzig hat sich im Titelkampf der Bundesliga einen möglicherweise folgenschweren Patzer erlaubt. Nagelsmanns Team kam gegen die TSG Hoffenheim nicht über ein 0:0 hinaus und blieb mit 61 Punkten auf Abstand zu Bayern München. Der Spitzenreiter (65) kann seinen Vorsprung am Samstag beim VfL Wolfsburg (15:30 Uhr im Liveticker) auf sieben Punkte ausbauen.
Dabei wäre den Sachsen am Freitagabend um ein Haar noch der berühmt-berüchtigte "Lucky Punch" gelungen: In der sechsten Minute der Nachspielzeit erzielte Yussuf Poulsen nach einer Ecke von Marcel Halstenberg den vermeintlichen Siegtreffer. Doch der Jubel in der Red Bull Arena hielt nicht lange an.
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Nach Hinweis von Video Assistant Referee Martin Petersen sah sich Schiedsrichter Manuel Gräfe die Aktion in der Review Area noch einmal an und nahm das Tor wieder zurück, weil dem Dänen der Ball bei seinem Kopfball an die Hand gesprungen war. Eine richtige, aber zweifelsohne bittere Entscheidung für die Hausherren.

Yussuf Poulsen (links; RB Leipzig) im Spiel gegen die TSG Hoffenheim

Fotocredit: Getty Images

Leipzig hadert: "Extrem bitter"

"Wir konnten uns nicht viele Torchancen herausspielen und hatten nicht genügend Tempo im Spiel. Der letzte Punch hat gefehlt", bemängelte RB-Sportdirektor Markus Krösche bei "DAZN" und ergänzte im Hinblick auf den nicht gegebenen Treffer von Poulsen:
"Dann machen wir trotzdem den Treffer, was so dieser 'Lucky Punch' gewesen wäre, aber leider war es ein Handspiel und wir müssen nun damit leben. Ich finde, es ist eine sehr harte Auslegung, aber so sieht es das Regelwerk vor, sodass es dann aberkannt werden muss. Es ist extrem bitter für uns."
In die gleiche Kerbe schlug auch Trainer Nagelsmann "Wir hatten viele gute Situationen, die wir nicht gut genug genutzt haben. Wir hatten auch etwas Pech beim Kopfball von Yussuf Poulsen. Es war nicht unser bestes Spiel heute, trotzdem waren wir die bessere Mannschaft", konstatierte der 33-Jährige.

Baumgartner kritisiert Handspielregel

Im Lager der Kraichgauer war die Erleichterung über die Entscheidung von Schiedsrichter Gräfe dagegen ohne Frage groß.
"Das Herz ist mir in der letzten Sekunde noch tief in die Hose gerutscht. Es war kurz ein bitterer Moment und wir hatten in diesem Jahr noch nicht viel Glück beim Videobeweis. Aber das hat enorm gutgetan, dass es dann so gekommen ist und das Tor aberkannt wurde", sagte Trainer Sebastian Hoeneß am "DAZN"-Mikrofon.
TSG-Youngster Christoph Baumgartner pflichtete seinem Übungsleiter grundsätzlich bei, nutzte die Aktion darüber hinaus jedoch als Anstoß zu einer Generalkritik an der Handspielregel.
"Als Fußball-Fan für mich persönlich bin ich nicht der allergrößte Fan davon, dass so eine Szene nach jeder Handberührung aberkannt wird. Laut Regelwerk ist es kein Tor. Aber es gibt viele Situationen, wo die Hand leicht im Spiel ist und es sofort abgepfiffen wird. Da bin ich nicht der allergrößte Fan von, aber es war für uns sehr gut und sehr glücklich", sagte der Österreicher abschließend.
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