BVB: Dortmund kehrt zur der Dreierkette zurück - Can und Guerreiro profitieren, Meunier nicht

Borussia Dortmund setzte beim 5:2-Erfolg bei Hertha BSC wieder auf eine Dreierkette und kehrte damit zur Erfolgsformel der vergangenen Rückrunde zurück. Neben den offensichtlichen Vorteilen des Systems, das vor allem Emre Can und Raphael Guerreiro zu besseren Spielern macht, gibt es aber auch eine Downside. Lucien Favre muss in den kommenden Wochen genau hinschauen und abwägen.

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Als nächstes auf der internen Geburtstagsliste der Borussen steht Raphael Guerreiro. Am 22. Dezember feiert der Portugiese seinen 27., ein Geschenk machte ihm sein Trainer aber bereits am Samstag-Abend im Berliner Olympiastadion.
Denn Lucien Favre entschied sich nach zuletzt fünf Pflichtspielen (3x Bundesliga, 2x Champions League) am 8.Spieltag für die Rückkehr zur Dreierkette. Jenem System, dass in der vergangenen Rückrunde als Erfolgsformel ausgemacht wurde und von dem der Portugiese wie kein zweiter Dortmunder profitiert.
Der Grund für den zweiten Systemwechsel der noch jungen Saison ist einfach erklärt: er heißt Emre Can.

Can bewegt Favre zu Rückkehr zur Dreierkette

Der deutsche Nationalspieler fehlte zuletzt wegen eines positiven Corona-Tests und sorgte prompt dafür, dass Favre Thomas Meunier (rechts) und Raphael Guerreiro (links) in die Viererkette neben Mats Hummels und Manuel Akanji zurückzog.
Einen Ersatz für den Deutsch-Türken gibt es im BVB-Kader zwar mir Dan-Axel Zagadou, doch der Franzose kämpft sich gerade erst von einer langwierigen Knieverletzung zurück - stieg in der vergangenen Woche erst wieder ins Mannschaftstraining ein.
Mit Cans Rückkehr kehrte Favre auch zum altbekannten und -bewährten System zurück - und der Erfolg gibt ihm recht. Den Einfluss, den der 26-Jährige von der rechten Innenverteidiger-Position auf das BVB-Spiel hat, ist enorm. Was beim FC Bayern Thomas Müller und Joshua Kimmich sind, sind beim BVB Mats Hummels und vor allem Emre Can: Kommunikatoren, Anführer, Lautsprecher.

Raphael Guerreiro: Im Mittelfeld einer der Besten

Doch die Dreierkette bringt noch einen weiteren positiven Effekt für Schwarzgelb mit sich: Guerreiros Offensivqualitäten kommen besser zum Vorschein.
Der 26-Jährige ist ein hervorragender Linksverteidiger, einer der besten in der Bundesliga. Noch wertvoller, ist er aber eine Reihe weiter vorne im linken Mittelfeld. In der Vergangenheit betonten die Verantwortlichen beim BVB immer wieder, dass der Portugiese der wahrscheinlich "beste Fußballer" im Team sei. Seine Technik, sein Spielverständnis, die Leichtigkeit, wie er gewisse Situationen in Bedrängnis löst - all das erinnert mitunter an den zum FC Liverpool abgewanderten ehemaligen Bayern-Profi Thiago.
Guerreiros Fähigkeiten veranlassten seinen ehemaligen Trainer Thomas Tuchel einst zu der Aussage, "Rapha" sei "zu gut, um auf eine Position festgelegt zu werden". Der heutige PSG-Coach stellte ihn gar auf die Acht oder die Zehn.
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Raphael Guerreiro im Spiel Hertha BSC gegen Borussia Dortmund

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Der Vorteil eines vorgezogenen Guerreiros ist offensichtlich. Sein Spielwitz und seine Kombinationsstärke gepaart mit einem überdurchschnittlich starken linken Fuß machen ihn zu einer offensiven Allzweckwaffe, die durchaus in der Lage ist, Tore zu schießen.
Acht Treffer gelangen ihm in der vergangen Bundesligasaison. Sechs allein in der Rückrunde, als der BVB mit Dreierkette und damit mit Guerreiro im Mittelfeld spielte. In der laufenden Spielzeit steht der Portugiese bei einem Treffer und vier Assists.

Downside der Dreierkette: Meunier

Doch so gut Guerreiro die veränderte Rolle im Mittelfeld tut, so kompliziert war sie bislang für Neuzugang Thomas Meunier. Der Belgier kam im Sommer ablösefrei von Paris Saint-Germain und hat in Dortmund noch mit Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen.
Vor allem sein Offensivspiel ist bislang eine, vorsichtig ausgedrückt, Enttäuschung. Schon im PSG-Trikot war er nicht gerade als Flankengott bekannt, in Dortmund sind seine Hereingaben keineswegs besser geworden - auch wenn ihm zuletzt in Bielefeld und Berlin sowie beim Champions-League-Spiel in Brügge je ein Assists gelang.
Meunier ist in der Viererkette klar besser aufgehoben. Als reiner Rechtsverteidiger kann er sich auf die Defensive konzentrieren und seiner Mannschaft so Sicherheit verleihen. Als Schienenspieler in der Dreierkette eingesetzt, leidet sein Positionsspiel, er wirkt unentschlossen und letztlich unglücklich in seinen (vor allem) offensiven Aktionen.

Zwei junge, talentierte Alternativen

Favre wird also Vor- und Nachteile der Dreierkette abwägen müssen und womöglich zu dem Ergebnis kommen, dass Emre Can als rechten Innenverteidiger und Guerreiro als linker Mittelfeldmann auf internationalem Topniveau mehr Upside bieten, als die Schwierigkeiten, die Meunier im 3-4-3-System hat.
Und wenn es für den Belgier nicht schlagartig besser wird, hat Favre zudem noch Alternativen für die rechte Seite. Mit dem 22-jährigen Felix Passlack und dem 20-jährigen Mateu Morey scharren gleich zwei eher unerfahrene Youngster mit den Füßen. Es ist wahrscheinlich, dass im vollgepackten kommenden Monat (zehn Spiele in 30 Tagen) auch Meunier seine Pausen bekommt.
"Wir werden weiter rotieren. Das ist nötig, ich sehe keinen Spieler, der alle Spiele machen kann", sagte Favre auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen FC Brügge am Dienstag (ab 21 Uhr im Liveticker).
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BVB-Coach Favre: Moukoko-Einsatz war nicht geplant

Quelle: Perform

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