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Borussia Dortmund: Terzic und Kehl mit offensiver Zielsetzung, BVB mit der Chance des Jahrzehnts
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Publiziert 21/04/2023 um 10:41 GMT+2 Uhr
Borussia Dortmund formuliert vor dem Saisonendspurt die Meisterschaft als klares Ziel. Während der Klub die sich durch die Schwächephase des FC Bayern auftuende Chance des Jahrzehnts nutzen will, begeben sich die Verantwortlichen erstmals aus der lang geschützten Komfortzone: Platz zwei ist nicht mehr genug, die Hoffnung auf den Titel so "groß wie lange nicht". Ein Blick auf den Endspurt.
Immens wichtiger Faktor des Dortmunder Spiels: Julian Brandt
Fotocredit: Getty Images
Bei der Rekapitulation der vergangenen zehn Jahre zeigte sich Chefcoach Edin Terzic betont reflektiert: "Es gibt Gründe, warum wir die letzten zehn Jahre nicht oben standen", erklärte der emotionale Trainer, nachdem Dortmund einen sicher geglaubten Sieg in Stuttgart noch verspielt hatte.
Selbstkritisch und hinterfragend gab sich der Trainer der Borussen im Angesicht eines möglichen Meister-Comebacks. Weil auch der FC Bayern gegen Hoffenheim nur ein Remis erspielte, bleibt die Chance auf die erste Schale seit 2012 am Leben.
Auch auf der jüngsten Pressekonferenz unterstrich Terzic, dass die Gelegenheit auf den Titel in der Bundesliga "so groß wie lange nicht" sei. Denn der Abonnement-Champion aus München leistet sich weitere Ausrutscher und befindet sich nach der Übernahme von Thomas Tuchel noch in der Findungsphase. Bis die Handschrift und die Spielphilosophie des neuen Übungsleiters endgültig sichtbar wird, könnte die Saison vorbei sein.
Und aus diesem Grund wollen die Schwarz-Gelben die Chance wahrnehmen. Das Vorhaben ist klar kommuniziert: "Wir wollen Deutscher Meister werden", äußerte sich Sportdirektor Sebastian Kehl zuletzt ungewohnt offensiv gegenüber den "Ruhr Nachrichten". In den Jahren zuvor galt jeweils die direkte Qualifikation für die Königsklasse als ausgerufenes Ziel. Jetzt verlässt der BVB diese Komfortzone bewusst.
Bayern und Dortmund: Das Momentum als entscheidender Faktor
Doch der Rekordmeister wird die mögliche elfte Meisterschaft in Folge nicht leichtfertig herschenken, auch die Bayern kämpfen noch um den Titel und haben zwei Punkte Vorsprung auf den Rivalen. Nach dem Ausscheiden aus dem DFB-Pokal und der Champions League erscheint die Bundesliga wie ein Trostpreis, der angepeilte Mindestgewinn in einer schrägen Saison.
Auf der anderen Seite spricht die aktuelle Situation nicht unbedingt gegen die Dortmunder. Denn während der FC Bayern unter der Woche mit dem Scheitern in der Königsklasse den nächsten Rückschlag hinnehmen musste, hatte der BVB eine ganze Woche Zeit, sich auf das Topspiel und Lieblingsgegner Frankfurt vorzubereiten (Samstag, 18:30 Uhr im Liveticker).
Gegen kein anderes Team gewannen die Westfalen so häufig wie gegen die SGE, allein zehn der vergangenen elf Partien vor heimischer Kulisse entschied Dortmund für sich. Während also vieles für den BVB spricht, bekommt es der angeschlagene FC Bayern mit dem FSV Mainz zu tun.
Die Rheinhessen sind das Team der Stunde. Seit neun Bundesliga-Spielen ist Mainz unbesiegt, die längste aktuelle Serie der Liga. Auch vor dem großen FC Bayern muss sich der Tabellenachte nicht verstecken: Unter Trainer Bo Svensson gewann man beide Liga-Heimspiele gegen den Branchenprimus. Für Tuchel könnte ausgerechnet da, wo für den 49-Jährigen alles angefangen hat, das nächste Problem seinen Lauf nehmen.
Das Restprogramm: Machbare Gegner für beide
Derweil erwarten beide Klubs auf dem Weg zum Titel machbare Gegner. Der BVB trifft neben Frankfurt noch auf Bochum, Wolfsburg, Borussia Mönchengladbach, den FC Augsburg und Mainz. Bayern muss noch gegen Hertha, Werder, Schalke, Leipzig und Köln ran.
Vor dem Saisonendspurt sieht Terzic für sein Team eine gute Ausgangslage: "Jetzt haben wir noch die Chance, um einen Titel zu spielen", so der betont optimistische Coach, der ergänzte: "Der Abstand beträgt zwei Punkte, es sind sechs Spiele, davon finden vier zuhause statt."
Vor dem Topspiel am Samstag bekräftigte der Trainer aber auch die Dringlichkeit der Situation. Einen weiteren Rückschlag wie gegen Stuttgart dürfe es nicht geben: "Es sind nur noch sechs Spiele. Das heißt, wir sollten schleunigst damit anfangen, die Chance mit allem zu packen, was wir haben."
Wenn die Resultate folgen, dürfte sich schon in einigen Wochen mal wieder ein anderer Klub Deutscher Meister nennen. Der Showdown beginnt.
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