BVB schlägt Arminia Bielefeld, Erling Haaland kommt zurück: Aber ein schummriges Gefühl bleibt
Borussia Dortmund hat gegen Arminia Bielefeld einen 1:0 (1:0)-Arbeitssieg eingefahren und den Abstand auf den FC Bayern damit verkürzt. Erfreulich waren aus Dortmunder Sicht nicht nur die drei Punkte, sondern auch die Rückehr von Erling Haaland, sowie der Auftritt der neuformierten rechten Seite. Ein schummriges Gefühl bleibt dennoch, denn ganz ohne Sorgenfalten geht es beim BVB nicht.
Marco Rose herzt Erling Haaland
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Erling Haaland war zurück, und schon sah die Welt wieder etwas besser aus.
Mit dem Ausnahmestürmer feierten die Profis von Borussia Dortmund ihren Arbeitssieg vor der Südtribüne, 1:0 (1:0) hieß es nach hartem Kampf gegen Arminia Bielefeld - und schon hatten die Bayern-Jäger vom BVB im Titelrennen wieder Witterung aufgenommen.
Noch sieben Punkte beträgt der Rückstand auf den Serienmeister, Dortmund hat aber noch das Nachholspiel beim FSV Mainz 05 am Mittwoch in der Hinterhand. "Wir müssen nicht auf die Bayern schauen, sondern auf uns", sagte Emre Can bei "DAZN": "Wir wollen alle unsere Spiele gewinnen, dann schauen wir, was dabei herauskommt. Die Hoffnung stirbt zuletzt."
Was beim Arbeitssieg des BVB gegen Bielefeld auffiel.
1. Passlack und Wolf nutzten ihre Chance
Aufgrund diverser Ausfälle bei Borussia Dortmund durfte Felix Passlack gegen Arminia Bielefeld zum ersten Mal seit dem 2. Spieltag wieder von Beginn an ran. Mit Thomas Meunier (Sehnenriss) und Mateu Morey (Knieverletzung) fallen beide etatmäßigen Rechtsverteidiger seit Wochen aus. Da auch Marcel Schmelzer (Knie-OP) und Raphael Guerreiro (Coronavirus) nicht spielfähig waren, blieben mit Nico Schulz (links) und eben Passlack (rechts) nur zwei Möglichkeiten.
"Felix ist insgesamt ein Riesenjunge, der diesen Verein lebt, der immer da ist und jedes Training Gas gibt. Er hat jetzt lange nicht mehr die Möglichkeit bekommen, aber jetzt war er einfach auch mal dran", erklärte Trainer Marco Rose die Aufstellung des 23-Jährigen und fügte richtigerweise hinzu: "Er hat seine Aufstellung gerechtfertigt."
In der Tat war die rechte Seite, auf der Passlack und Marius Wolf agierten, der Hingucker des Dortmunder Spiels und hob sich klar vom Pendant auf der gegenüberliegenden Flanke ab. Passlack gewann 75 Prozent seiner Zweikämpfe, gab sich enorm lauffreudig und brachte 87 Prozent seiner Pässe zum Mitspieler. Immer wieder machte der gebürtige Bottroper weite Wege und hielt die Fehlerquote niedrig. Das war ihm bei seinen letzten Auftritten nicht immer geglückt.
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Marius Wolf traf gegen Arminia Bielefeld zum 1:0
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Ganz ähnlich sah es bei Kompagnon Wolf aus, der vier Torschüsse abgab, 26 Sprints anzog und insgesamt 9,1 Kilometer abspulte. Ganz nebenbei avancierte der ehemalige Frankfurter auch noch zum Matchwinner. In der 21. Minute reagierte er im Stile eines Stürmers, als Jude Bellingham einen klugen Chippass in die rechten Strafraumhälfte zu Thorgan Hazard spielte, der sofort flach an den Fünfer gab und dort Wolf fand.
Mit seiner Einschätzung, diesen Ball "aber auch rein machen" zu müssen, lag er zwar richtig - und trotzdem gebührt ihm ein Sonderlob für seinen zweiten Saisontreffer. Es war eben das siegbringende Tor, das Fans und Mitspieler glücklich machte.
Das zeigte sich auch bei seiner Auswechslung in der 70. Minute, als er zum Abschied sogar ein Küsschen von seinem, zumindest was die Frisuren angeht, eineiigen Zwilling Erling Haaland bekam.
2. Haaland-Comeback: Darauf kann man aufbauen
30 Minuten hätte Haaland bei seinem Comeback nach fast zweimonatiger Verletzungspause im Tank - mehr noch nicht. So zumindest die Einschätzung von Mannschaftsarzt Dr. Markus Braun vor dem Spiel.
BVB-Coach Rose hielt sich präzise an diese Vorgabe. Pünktlich zur 60. Minute stand der Norweger zusammen mit Giovanni Reyna an der Mittellinie zur Einwechslung bereit, in der 63. ging es unter dem Jubel der BVB-Fans auf den Rasen.
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Erling Haaland und Giovanni Rreyna wurden gegen Bielefeld eingewechselt
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Dem verschmitzten Grinsen des Torjägers, der in dieser Saison 16 Ligatreffer in 14 Spielen erzielte, konnte man durchaus Freude über seine Rückkehr auf den grünen Rasen entnehmen - auch wenn das Spiel für ihn ohne Torschuss und damit gemäß der eigenen Verbissenheitsskala absolut enttäuschend verlaufen sein muss.
Anstatt endlich wieder vor annähernd voller Südtribüne zu jubeln, musste Haaland viel mehr dabei helfen, das eigene Tor zu verteidigen - tat das aber mit gewohnter Leidenschaft. Vor allem bei diversen gegnerischen Standards, die in den Schlussminuten in den Dortmunder Strafraum flogen, war die wuchtige Gestalt des 21-Jährigen Gold wert.
Beim BVB dürfte das torlose Haaland-Comeback durchaus positiv bewertet werden. Der Klub heimste drei Punkte ein und der Norweger machte nach Spielende nicht den Eindruck, als hätte er muskuläre Rückschläge erlitten.
Dass in den kommenden Spielen auch wieder Tore auf Haalands Konto gehen werden, daran zweifelt ohnehin niemand.
3. Ein schummriges Gefühl bleibt
"Man darf nicht unterschätzen, mit welcher Personalnot wir gespielt haben", gab Torschütze Wolf nach dem Spiel richtigerweise zu bedenken. Dass er verteidigende Worte wie diese wählen musste, war der Art und Weise des BVB-Sieges geschuldet.
Einen klassischen Arbeitssieg dürften die Optimisten auf der Tribüne gesehen haben, einen Zittersieg die etwas pessimistischeren Gäste. Die Wahrheit liegt - wie so oft - irgendwo dazwischen.
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Rose erklärt Zittersieg: "Wenn du das Zweite nicht machst, ..."
Quelle: Perform
Fakt ist: Der BVB wirkt oft nicht so souverän, wie es der eigene Anspruch erfordert. Ein Heimspiel gegen Arminia Bielefeld, in dem bis in die Nachspielzeit um den Sieg gebibbert werden muss, passt nicht zum Tabellenzweiten, der, ein Sieg im Nachholspiel bei Mainz 05 (Mittwoch ab 18:30 Uhr im Liveticker) vorausgesetzt, vier Punkte hinter dem FC Bayern durchaus noch Chancen auf den Meistertitel hat.
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Borussia Dortmund gewinnt gegen Arminia Bielefeld
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Vielmehr erzeugt ein nicht unwesentlicher Teil der Dortmunder Spiele bei Fans der Schwarz-Gelben ein schummriges Gefühl in der Magengegend. Ein Gefühl fehlender Kontrolle und Sicherheit. Man sei noch nicht da, wo man hin wolle, sagte Rose deshalb auch nach dem Spiel bei "DAZN". Man wisse, woran man arbeiten müsse.
"Wenn du in der 80. Minute das zweite Tor noch nicht gemacht hast, dann gibt es eben eine Schlussphase, in der alles passieren kann", so Rose, der dennoch das Positive herausstellte:
"Wir sind froh, dass wir das Spiel zu Ende gekämpft haben."
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Klopp kritisiert VAR: "Warum haben wir diese Diskussionen noch?"
Quelle: Perform
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