Joshua Kimmich und Co. haben eine moralische Verpflichtung - Kommentar zu ungeimpften Fußballprofis
VonThomas Gaber
Publiziert 24/10/2021 um 09:54 GMT+2 Uhr
Die öffentlich gemachte Entscheidung von Joshua Kimmich, sich nicht gegen das Coronavirus impfen zu lassen, schlägt hohe Wellen. Seine Bayern-Kollegen Manuel Neuer und Thomas Müller outen sich als "Impffreunde" und heben die Diskussion auf eine moralische Ebene. Ungeimpfte Fußballprofis wie Joshua Kimmich sollten ihrer Vorbildfunktion nachkommen, findet Eurosport-Redakteur Thomas Gaber.
Joshua Kimmich - FC Bayern München
Fotocredit: Getty Images
Am 8. September twitterte "We Kick Corona": "Corona ist nur dauerhaft in den Griff zu bekommen, wenn überall auf der Welt ausreichend Impfstoff verabreicht werden kann."
Hinter der Initiative steht Joshua Kimmich, der "We Kick Corona" gemeinsam mit seinem Freund und Bayern-Kollegen Leon Goretzka gegründet hat, um gemeinnützigen Organisationen zu helfen, die sich im Kampf gegen Corona engagieren. Ein lobenswertes Projekt.
Doch es passt nicht zusammen, wenn sich eines der prominenten Gesichter hinter der Kampagne, die für die Impfung anderer wirbt, sich selbst nicht impfen lässt. Kimmich hat dies am Samstag nach dem Bundesligaspiel des FC Bayern gegen Hoffenheim (4:0) bestätigte und auch gleich die Gründe für seine Entscheidung erläutert.
Die Twitter-Message ist eindeutig: Lasst Euch impfen, nur dann sind wir die Pandemie bald los. Wer so denkt und sich auch öffentlich dafür einsetzt, hat die Pflicht, mit gutem Beispiel voranzugehen.
Gegenwind für Kimmich von Neuer und Müller
Kimmich betont, dass jeder Mensch in seiner Entscheidung frei sei, sich impfen zu lassen oder eben nicht. Daran ist nicht zu rütteln. Aber, und das ist die Crux: Als Fußballprofi hat er in diesem Zusammenhang eine moralische Verpflichtung, es zu tun.
Generell weht Kimmich spätestens seit Samstagnachmittag ein kräftiger Wind ins Gesicht. Seine Bayern-Kollegen Thomas Müller und Manuel Neuer outeten sich als überzeugte "Impffreunde". Neuer betonte zudem die Unabdingbarkeit der Fans, die wieder zahlreich ins Stadion dürfen. In München waren es gegen Hoffenheim 60.000. Ohne den Impffortschritt in Deutschland wäre dies nicht möglich.
Kimmich ist kein schwarzes Schaf. Er darf für seine Einstellung auf menschlicher Ebene nicht verurteilt werden und ist beileibe nicht der einzige Bundesliga-Profi, der nicht geimpft ist. Aber es passt eben auch nicht zusammen, wenn in einigen Stadien für Besucher "2G" gilt und unten auf dem Rasen ungeimpfte Millionäre einem Ball nachlaufen.
Die Spieler konnten ihrem Beruf seit Pandemiebeginn nahezu durchgehend und ohne Kurzarbeitergeld nachgehen. Es ist nicht zu viel verlangt, wenn sie ihrer Verpflichtung gegenüber ihren Arbeitgebern, ihren geimpften Mitspielern und vor allem gegenüber den Fans nachkommen - und sich impfen lassen.
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Kimmich ungeimpft? Toppmöller wischt Debatte beiseite
Quelle: Perform
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