Drei Dinge, die bei Bielefeld gegen den FC Bayern auffielen: Champions-League-Pechvogel Davies dreht auf

Der FC Bayern rehabiltiert sich in Bielefeld für das bittere Champions-League-Aus gegen Villarreal. Auf der Alm siegte der deutsche Rekordmeister verdientermaßen 3:0 (2:0). Alphonso Davies, am Dienstag noch großer Pechvogel, drückte dem Spiel seinen Stempel auf, während bei Bielefeld die Horror-Serie der Kopfverletzungen eine neue traurige Episode erhielt. Drei Dinge, die auffielen.

Alphonso Davies (l.) spielte gegen Bielefeld auffällig

Fotocredit: Getty Images

Der FC Bayern betrieb nach dem enttäuschenden Champions-League-Aus am Dienstag gegen den FC Villarreal in Bielefeld Wiedergutmachung und siegte dank eines Eigentors (11.) und der Treffer von Serge Gnabry (45.+6) und Jamal Musiala (84.) souverän
Durch den Triumph auf der Alm sind die Münchner nun in einer kuriosen Position: Am kommenden Samstag kann die Mannschaft von Julian Nagelsmann die zehnte deutsche Meisterschaft in Serie ausgerechnet gegen Borussia Dortmund festmachen (18:30 Uhr im Liveticker).
Der Ausflug nach Ostwestfalen war vor allem für Alphonso Davies ein erfolgreicher. Der Kanadier, der gegen Villarreal einen ebenso kurzen wie unglücklichen Auftritt hingelegt hatte, machte über die linke Seite mächtig Wirbel und war mitverantwortlich dafür, dass ein traditioneller Bayern-Spielzug von Erfolg gekrönt war.
Außerdem: Arminias Horror-Serie der Kopfverletzungen wurde um eine neue traurige Episode ergänzt.
Drei Dinge, die auffielen:

1.) Davies schüttelt Villarreal-Enttäuschung ab

Davies war freilich nicht der Hauptverantwortliche für das überraschende Ausscheiden in der Königsklasse, allerdings stand der Kanadier, der zuvor lange aufgrund von Herzproblemen aussetzen musste, als großer Pechvogel sinnbildlich für das späte Scheitern gegen Villarreal.
Handgestoppte 99 Sekunden nach Davies' Einwechslung für Lucas Hernández traf das bis dato völlig harmlos Gelbe U-Boot aus Spanien in Person von Samuel Chukwueze zum 1:1 (88.). In der Entstehung hatte Davies zunächst eine mögliche Abseitsstellung aufgehoben und im Anschluss nur noch die Rücklichter von Chukwueze gesehen.
Doch Davies hat die Enttäuschung vom Dienstag schnell aus den Kleidern geschüttelt. Gegen Bielefeld durfte der 21-Jährige von Beginn an Beweisen und zahlte das Vertrauen von Trainer Nagelsmann mit einer ansprechenden Leistung zurück. Als linker Schienenspieler vor einer Dreierkette aus Benjamin Pavard, Tanguy Nianzou und Dayot Upamecano aufgeboten, machte der pfeilschnelle Flügelspieler Dauerdruck über die Außen.
Immer wieder schaltete sich Davies ins Angriffsspiel mit ein, Jacob Laursens Eigentor entsprang einer scharfen Kopfballhereingabe des Nationalspielers. Darüber hinaus sorgte er mit Tempodribblings und erfolgreichen Eins-gegen-Eins-Duellen regelmäßig für Gefahr im Bielefelder Strafraum.
Mit 18 Zweikämpfen führte Davies die mit Abstand meisten direkten Duelle aufseiten der Bayern, 62 Prozent davon entschied er für sich. Auch in puncto Tacklings (3), klärende Aktionen (2) und eroberte Bälle (8) verbuchte Davies Spitzenwerte.

2.) Back to Chipball: Ein bewährter Spielzug greift

Gegen Villarreal agierten die Bayern zwar dominant, eine Vielzahl an Großchancen vermochten die Münchner in der Allianz Arena jedoch nicht herauszuspielen.
Auch, weil Joshua Kimmichs und allen voran Leroy Sanés Flanken in den gegnerischen Strafraum immer wieder von der spanischen Hintermannschaft bereinigt wurden. Das Bayern-Problem: Es fehlte der viel zitierte Plan B, nahezu jeder Angriff in Hälfte eins wurde nach demselben ausrechenbaren Schema vorgetragen.
Weil Villarreal mit Mann und Maus verteidigte, den Strafraum vollends verdichtete, gelang es nicht, mit hohen Bällen hinter die Abwehrkette zu kommen. Bielefeld konzentrierte sich zwar ebenfalls hauptsächlich auf die Defensive, allerdings verteidigten die Ostwestfalen deutlich höher als Unai Emerys Mannschaft.
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Arminia Bielefeld - FC Bayern

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Die falsche Herangehensweise, wie sich schnell herausstellen sollte: Bereits die erste brauchbare Flanke von Serge Gnaby fand in Robert Lewandowski einen dankbaren Abnehmer. Der Kopfball des Polen wurde aber von Bielefeld-Schlussmann David Ortega an die Latte gelenkt, ehe die Kugel auch noch den Pfosten küsste (8.).
Wenige Minuten spielte Kimmich einen seiner punktgenauen Chipbälle aus dem Halbfeld auf den langen Pfosten, wo Davies in Position gelaufen war und dessen anschließende Kopfball-Hereingabe über Laursen im Arminia-Netz landete.
In der Folge setzten die Gäste vermehrt auf ebenjenen Spielzug, aus dem besonders unter Coach Hansi Flick zahlreiche Tore resultierten. Ein weiterer perfekt getimter Kimmich-Chip ließ Nagelsmann dann kurz vor dem Seitenwechsel erneut jubeln: Münchens Strippenzieher bediente Gnabry mustergültig, mit der Innenseite einschob.

3.) Arminias Horror-Serie geht weiter

Nachdem Fabian Klos vor zwei Wochen mit Alessandro Schöpf zusammengeprallt war und eine schwere Kopfverletzung davongetragen hatte, erwischte es am vergangenen Wochenende Cédric Brunner im Duell mit dem VfL Wolfsburg. Der Abwehrspieler musste wie Klos mit einer Trage vom Feld gebracht werden, bei ihm wurde ein Schädel-Hirn-Trauma diagnostiziert.
Am Sonntag setzte sich die Horror-Serie der Arminia fort: Bayern-Talent Tanguy Nianzou rauschte kurz vor der Halbzeit überhart in Fabian Kunze herein und traf den Bielefelder mit dem Ellenbogen im Hals- und Kopfbereich. Auch Kunze musste nach minutenlanger Behandlung mit einer Halskrause auf einer Trage vom Feld transportiert werden.
Laut Trainer Frank Kramer sei Kunzes Zustand "stabil", es folgen allerdings weitere Untersuchungen im Krankenhaus. Bei den gebrandmarkten Hausherren sorgte die Szene, die zur Verletzung führte für reichlich Unverständnis. Die Gelbe Karte, die Nianzou für sein Einsteigen gesehen hatte, war aus Sicht der Bielefelder eine zu milde Bestrafung.
Kramer hatte eine "klare Rote Karte" gesehen und bekam von seinem Trainerkollegen Nagelsmann Rückendeckung für die Einschätzung. "Da so hinzugehen, gegen den Kopf des Gegners, das ist gefährlich", erklärte der 34-Jährige bei "DAZN". Er ergänzte: "Das muss man lernen in diesem Alter. Das ist für mich eine Rote Karte."
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Quelle: Perform

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