FC Bayern München: Uli Hoeneß plädiert für die Abschaffung der 50+1-Regel in der Bundesliga

Uli Hoeneß hat sich in der Debatte um die Beibehaltung oder Abschaffung der 50+1-Regel in der Bundesliga erstaunlich klar positioniert. "Ich wäre dafür, dass das fällt", bekannte der 69-Jährige im Podcast "11 Leben - Die Welt von Uli Hoeneß". Die Aussage ist umso bemerkenswerter, als dass der FC Bayern selbst nach Meinung von Hoeneß vom Wegfall der Regelung gar nicht profitieren würde.

Fans des 1. FC Köln plädieren für die 50+1-Regel

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Die 50+1-Regel schützt die Bundesliga-Klubs davor, zu Spekulationsobjekten finanzstarker Investoren zu werden.
So sehen es viele Fans, die eine weiter fortschreitende Kommerzialisierung des Fußballs fürchten. Dem gegenüber steht die vor allem von Klubs und Funktionären vertretene Auffassung, dass nur mit der Abschaffung der Regelung der Anschluss an die europäische Konkurrenz gehalten werden kann.
Für die meisten Profivereine in Deutschland sei das "die einzige Möglichkeit, sich zusätzliche Gelder reinzuholen", stellte Hoeneß klar.
50+1 verhindert das, da die Klubs verpflichtet sind, in ihren ausgegliederten Profiabteilungen mindestens 50 Prozent plus eine Stimme zu halten.

Hoeneß: "Ich würde das riskieren"

In England oder Frankreich ist das nicht der Fall, sodass Investoren wie die Abu Dhabi United Group (Manchester City), die US-Familie Glazer (Manchester United), die Fenway Sports Group (FC Lieverpool) oder Qatar Sports Investments (Paris Saint-Germain) massiv Gelder in die Vereine pumpen können.
Was Fußball-Puristen ein Dorn im Auge ist, sehen andere als Chance. Hoeneß gehört dazu - und nennt stellvertretend Hannover 96 als Beispiel. "Wenn der Herr Kind meint, er hat vier, fünf Milliardäre, die bereit sind, jeweils ein paar hundert Millionen Euro reinzustecken und wenn er dann richtig investieren kann, würde ich das riskieren", rät der ehemalige Bayern-Manager Hannovers Geschäftsführer Martin Kind.

Hoeneß: Markt in Deutschland ist überreguliert

Insgesamt betrachtet funktioniere der Markt im Fußball-Profigeschäft in Deutschland nicht mehr, "weil wir ihnen zu sehr regulieren über 50+1", erläuterte Hoeneß: "Vielleicht wäre es besser, wenn wir ihn nicht regulieren. Ich würde dem zustimmen."
Der 69-Jährige weiß, dass er damit aus Sicht vieler Fans an einem Tabu rüttelt. Allerdings sei es mit "nicht machbar, mit normalen Mitteln Lösungen zu suchen".
Hoeneß betonte, dass er in erster Linie für den Wegfall der 50+1-Regel plädiere, um die Konkurrenz zu beleben in der Bundesliga, die seit 2013 keinen anderen Meister mehr als Bayern München kennt. 50+1 würde demzufolge wegfallen, "ohne dass wir vom FC Bayern davon profitieren".
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In den vergangenen neun Saisons hieß der Meister jeweils FC Bayern München

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Ob das perspektivisch so wäre, darf infrage gestellt werden. Aktuell hält der Stammverein 75 Prozent der Aktien. "Adidas", "Audi" und die "Allianz" sind mit jeweils 8,33 Prozent beteiligt. Fällt die Regel, dürften sich auch die Bayern wesentlich weiter für Investoren öffnen - was sie aber laut Hoeneß nicht müssten.
Europaweit lässt sich das Rad ohnehin nicht mehr zurückdrehen, finanziell ist der Anschluss an die "Investoren-Klubs" mit 50+1 nicht zu schaffen. Eigentlich. Denn eine Möglichkeit, zumindest auf die mit arabischem Geld subventionierten Vereine Boden gutzumachen, sieht Hoeneß dann doch noch: "Es gibt eine Lösung: Der Ölpreis muss auf 20 Dollar runter und der Gaspreis sich halbieren."
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Quelle: SID

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