FC Bayern: Diese vier Baustellen haben Julian Nagelsmann, Hasan Salihamidzic und Co. im Frühling

Für den FC Bayern startet im April die entscheidende Saisonphase. Der Titel in der Bundesliga ist fest eingeplant, ein voller Erfolg könnte die Spielzeit aber durch einen Triumph in der Champions League werden. Doch nicht nur rein sportlich gibt es bis zum Sommer noch einiges zu tun, auch die Führungsetage arbeitet auf Hochtouren. Das sind die vier großen Basutellen des FC Bayern im Frühling.

Serge Gnabry (l.) in den Armen von Thomas Müller

Fotocredit: Getty Images

April.
Der Monat, in dem es für die Topvereine Europas ernst wird. Der Monat, in dem Titelfeiern geplant oder verschoben werden. Oder einfach der Monat, in dem die heiße Phase beginnt.
Logischerweise geht es auch für den FC Bayern ans Eingemachte und die Chancen auf Titel stehen traditionell gut. In der Bundesliga sowieso, aber, noch viel wichtiger, auch in der Champions League.
Dort bescherte die Auslosung dem deutschen Rekordmeister im Viertelfinale das vermeintlich kleine Villarreal. Kein Freilos, aber sicher ein etwas kleinerer Brocken als so manch anderer noch im Wettbewerb befindlicher Verein.
Gute Voraussetzungen also für Julian Nagelsmann, der in seiner Premierensaison beim FC Bayern groß absahnen könnte. Noch allerdings gibt es jede Menge zu tun - nicht nur für den Trainer, sondern auch für die Führungsetage.
Bayerns Baustellen im Frühling.

Baustelle eins: Angriff auf die "Big Four"

Um ablösefreie Abgänge zu vermeiden, ist der Sommer ein Jahr vor Vertragsende meist die Deadline, in der Klub und auch Spieler Klarheit haben wollen. Da im Juni 2023 die Verträge gleich mehrerer Stammspieler und essentieller Säulen des Teams auslaufen, muss noch in der kommenden Transferperiode verlängert werden. Vorausgesetzt: Beide Parteien wollen die Zusammenarbeit fortsetzen.
Beim FC Bayern stehen vier Spieler diesbezüglich besonders im Fokus: Manuel Neuer, Thomas Müller, Serge Gnabry und Robert Lewandowski. Während man sich vereinsintern bei Neuer und Müller wenig Sorgen um eine Abwanderung macht, muss dem Vernehmen nach bei Lewandowski und Gnabry intensiver verhandelt werden.
Lewandowski könnte nach den besten Jahren seiner Karriere, in denen er dennoch zweimal den Ballon d’Or - und damit die wichtigste individuelle Auszeichnung im Weltfußball - verpasste, einen weiteren Anlauf bei einem noch größeren Verein wagen. Die Bayern wollen mit dem seit Jahren besten Mittelstürmer der Welt unbedingt verlängern und werden dafür an, wenn nicht über die finanzielle Schmerzgrenze gehen.
Ob Gnabry in die von ihm angestrebte nächste Gehaltsklasse aufsteigen kann, ist da schon von fragwürdigerer Natur - auch wenn Nagelsmann Optimismus versprüht.
"Ich bin sehr zuversichtlich, Serge hat sportlich hier alles, was er braucht und einen Trainer, der große Stücke auf ihn hält. Er ist ein sehr guter Spieler, der herausragend gute Spiele gemacht hat und auch in Zukunft herausragend gute Spiele machen wird."
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Nagelsmann zur Gnabry-Frage: "Hat alles, was er braucht"

Quelle: Perform

Die Verlängerung dieser vier Verträge hat beim FC Bayern bis zum Sommer höchste Priorität.
Ein Angriff auf die "Big Four", wenn man so will.

Baustelle zwei: Neuausrichtung der Defensive

Das größte Fragezeichen, wenn es um die Neuausrichtung von Mannschaftsteilen geht, steht derzeit über der Verteidigungslinie der Münchener. Im vergangenen Jahr gingen mit Jérôme Boateng und David Alaba zwei Eckpfeiler der Viererkette, mit Niklas Süle im kommenden Sommer der nächste.
Der ehemalige Hoffenheimer und baldige Dortmunder ist in dieser Saison Bayerns Abwehrchef, kehrt dem Rekordmeister aber nach fünf Jahren im Klub den Rücken. Die "Sport Bild" berichtete zuletzt, dass trotz des hochkarätigen Abgangs kein externer Ersatz kommen soll, sondern man den Verlust intern abfedern will.
Konkret hieße das, dass Benjamin Pavard auf die von ihm ohnehin favorisierte Position des Innnenverteidigers wechselt, wo er zusammen mit Lucas Hernández den neuen Stamm bilden könnte.
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Niklas Süle (FC Bayern)

Fotocredit: Getty Images

"Benji (Pavard, Anm. d. Red.) kann ein Süle-Ersatz sein, er ist gelernter Innenverteidiger", bestätigte Nagelsmann auf der Pressekonferenz am Freitag, freut sich aber vor allem über die Vielseitigkeit des Franzosen: "Das Schöne an ihm ist, dass er auch Rechtsverteidiger spielen kann und auf der Position viele Erfolge gefeiert hat."
Das letzte Wort in Sachen Neuzugänge in der Innenverteidigung dürfte aber noch nicht gesprochen sein - auch wenn sich Nagelsmann in Sachen Nico Schlotterbeck, der derzeit sowohl als Kandidat bei Borussia Dortmund, als auch beim FC Bayern gilt, zurückhalten wollte.

Baustelle drei: Die Zentrale neu sortieren

Dass es im Sommer Veränderungen im Kader geben wird, liegt in der Natur der Sache. Der Konkurrenzkampf bei einem Klub wie dem FC Bayern ist groß, einige Spieler werden davor kapitulieren und neue Herausforderungen annehmen wollen. Während auf der Zugangsseite vor allem die Namen Ryan Gravenberch und Noussair Mazraoui (beide Ajax Amsterdam) durch den Äther wabern, gilt der ablösefreie Abgang von Corentin Tolisso, dessen Vertrag im Sommer ausläuft, als wahrscheinlich.
Im zentralen und defensiven Mittelfeld könnte zudem noch ein Mann den Abgang forcieren, der bislang nur sporadisch sein Können unter Beweis stellen durfte: Marc Roca.
"Die Rolle ist sicher nicht so, wie er es sich wünscht", sagte Nagelsmann auf der Pressekonferenz am Freitag vor dem Auswärtsspiel beim SC Freiburg. "Er hat auf der Position starke Konkurrenz. Marc ist ein klarer Sechser, aber die Rolle ist nunmal so, wie sie gerade ist. Er ist stolzer Spanier, der gerne mehr Spielzeit möchte. Am Ende des Jahres werden wir uns unterhalten. Das ist aber ein Kommunikationsthema unter uns."
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Marc Roca vom FC Bayern München

Fotocredit: Getty Images

Wer zwischen den Zeilen liest, wird erkennen, dass die Zeit des 25-Jährigen in München im Sommer mit großer Wahrscheinlichkeit endet. Und mit einem Transfer des 19-jährigen Gravenberch wäre die Kaderstelle dann auch gleich wieder neu besetzt.

Baustelle vier: Die Gier aufrecht erhalten

Für den Trainer ist vor allem wichtig, die sportlichen Zeile zu erreichen. Denn was das ganze Jahr gesät wurde, soll im Idealfall im Mai geerntet werden.
Dafür sind zwei Dinge essentiell: Fitness und Gier.
"Am Ende ist das Wichtigste, dass alle fit bleiben. Wir haben einen guten Kader - man muss sicher auch die Belastung steuern. Gleichzeitig ist es die Aufgabe von uns, die Gier hochzuhalten", so Nagelsmann, der zumindest in Sachen Gesundheit zufrieden auf sein fast leeres Lazarett blicken kann.
"Phonzy (Alphonso Davies, Anm. d. Red.) wird Richtung Rückspiel gegen Villarreal wieder zur Verfügung stehen, Leon Goretzka hoffentlich morgen, Niki Süle kommt auch wieder dazu. Bis auf Eric Maxim Choupo-Moting aktuell können wir dann aus dem Vollen schöpfen."
Na dann: auf in die Crunchtime!
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Nagelsmann zur Gnabry-Frage: "Hat alles, was er braucht"

Quelle: Perform

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