Hasan Salihamidzic rückt nicht von seiner Linie ab. Vor dem Spiel gegen Hertha BSC (4:1) stellte der Sportvorstand des FC Bayern München noch einmal klar, trotz des Ausfalls von Linksverteidiger Alphonso Davies (Herzmuskelentzündung) keine Winter-Transfers tätigen zu wollen: "Wir haben Lucas Hernández, wir haben Omar Richards, da ist kein Bedarf."
Die Mannschaft sei auch so ausreichend stark besetzt, "um unsere Ziele zu erreichen."
Die Härteprobe folgte daraufhin auf dem Spielfeld. Abwehrspieler Lucas Hernández übernahm nach seiner überstandenen Quarantäne anstelle von Marcel Sabitzer die Rolle auf der linken Seite, diesmal allerdings als Bestandteil einer Dreierkette. Er war gegen die Hertha zwar nur selten in der Defensive gefordert, überzeugte dann aber mit Zweikampfstärke und war zudem sehr passsicher.
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Und auch Omar Richards, die zweite Alternative auf der Position des Linksverteidigers, bekommt derzeit konstant Spielpraxis. Gegen Hertha wurde der 23-jährige Engländer bereits zum vierten Mal innerhalb der letzten fünf Bundesliga-Spiele eingewechselt. Lediglich beim Rückrunden-Auftakt gegen Borussia Mönchengladbach (1:2) fehlte er corona-bedingt.

Nagelsmann lobt Omar Richards: "Keine große Anlaufzeit"

"Er hat es gut gemacht", lobte Nagelsmann nach dem Auswärtssieg in Berlin. "Ich mag es, wenn Spieler reinkommen und keine große Anlaufzeit haben. Er hat viele gute Laufwege in die Tiefe gehabt." Da Richards für Kingsley Coman in das Spiel kam, interpretierte er seine Rolle diesmal etwas offensiver.
"Er hat ein anderes Profil als 'King' und natürlich auch als 'Phonzy' (Alphonso Davies, Anm.d.Red.)", erklärte Nagelsmann. "Er ist weniger ein Eins-gegen-Eins-Spieler und eher einer, der auf engem Raum kombiniert. Er ist sehr kombinationsstark."

Omar Richards im Spiel gegen Hertha BSC

Fotocredit: Getty Images

In Bezug auf dessen Wechsel vom FC Reading nach München im Sommer 2021 sagte Nagelsmann: "Er hat natürlich ein bisschen Anlaufzeit gebraucht. Von der englischen Zweiten Liga zu den Bayern zu kommen, ist auch nicht so leicht."
Die Entwicklung stimmte Nagelsmann allerdings positiv: "Er ist in allen Bereichen, auch wenn es um das Deutschlernen geht und so weiter, unheimlich fleißig. Man sieht einfach, wie er sich entwickelt. Er wird immer noch ein bisschen Zeit brauchen, um sein eigenes Top-Niveau zu erreichen. Aber er arbeitet in allen Bereichen sehr, sehr gut. Und dann wird er auch mit Spielzeit belohnt. Natürlich brauchen wir ihn wie jeden anderen auch."

Taktische Umstellungen gehören zur Philosophie von Nagelsmann

Dass viele verschiedene Spielertypen benötigt werden, hängt auch mit der taktischen Variabilität des FC Bayern zusammen. Nagelsmann nimmt oftmals von Spiel zu Spiel taktische Veränderungen vor. Die Flügelspieler Kingsley Coman und Serge Gnabry agierten gegen die Hertha etwas defensiver, um die neuformierte Dreierkette abzusichern. Dafür kam Corentin Tolisso mehr in der Offensive zur Geltung und erzielte per Kopfball den Führungstreffer zum 1:0.
Ist der FC Bayern München nun etwa eine Mannschaft, die sich nach dem Gegner richtet? "Es sind immer noch Spieler von Bayern München. Und wenn du sagst, wir passen jetzt ein bisschen etwas an, wenn wir gegen den und den Gegner spielen, dann muss die Bereitschaft da sein. Und die ist da", stellte Nagelsmann erfreut fest: "Da sitzt keiner und sagt: 'Was redet der da? Wir sind der FC Bayern und machen immer das Gleiche'."

Serge Gnabry (r.) trifft gegen Hertha BSC zum 4:0

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Das würde allerdings nicht bedeuten, dass der FC Bayern seine Spielphilosophie verändert, wie Nagelsmann erklärte: "Wir wollen immer dominant sein, wollen immer nach vorne spielen und immer nach vorne verteidigen. Wir sind in Europa die Mannschaft mit den meisten hohen Ballgewinnen. Wir verteidigen sehr gut in der gegnerischen Hälfte."
Hinter den taktischen Anpassungen von Nagelsmann stecke einfach immer "die Idee, dass das zu dem Gegner gut passt und wir unser bestes Spiel auf den Platz bringen. Die Jungs sind sehr, sehr bereit dafür. Das ist das Entscheidende."
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