FC Bayern München: Trainer Julian Nagelsmann zieht Bilanz eines (fast) sorgenfreies Halbjahrs

Julian Nagelsmann und der FC Bayern - bislang eine Erfolgsgeschichte. Pünktlich zur Winterpause gibt sich der Trainer des Rekordmeisters in bester Weihnachtslaune und plaudert aus dem Nähkästchen. Es sei ihm wichtig, nie das Lachen zu vergessen, verriet Nagelsmann, lief im ersten Halbjahr aus sportlicher Sicht auch nicht Gefahr, dies zu tun. Sorgen bereitet weiterhin nur ein Thema.

Bayern-Trainer Julian Nagelsmann

Fotocredit: Getty Images

"Ja ist denn heut’ schon Weihnachten", fragte ein bestens gelaunter Julian Nagelsmann auf der letzten Spieltags-Pressekonferenz des Jahres 2021, als er von einem Journalisten gefragt wurde, welche seiner Eigenschaften, dürfte er sich etwas wünschen, in einem TV-Beitrag über ihn den besonders hervorzuheben wäre.
"Lebensbejahend", entgegnete der Bayern-Trainer, "das fänd' ich ganz nett, wenn das mit rauskommt."
Nagelsmann beschreibt sich folgend als stets "gut gelaunt", auch wenn es mal Dinge gebe, die seine Stimmung zum Kippen bringen könnten. "Dann", erklärt der 34-Jährige, "versuche ich trotzdem, nie das Lachen zu vergessen. Das ist auch mein Lebensmotto: ‚Glaube an dich und vergiss das Lachen nie dabei.'"
Zum Lachen, das bringt der Job beim deutschen Rekordmeister so mit sich, gibt es beim FC Bayern aus sportlicher Sicht mehr Gründe als bei jedem anderen Klub in der Bundesliga. So wurde auch Nagelsmanns erste Saisonhälfte an der Isar meist von einem zufriedenen Strahlen begleitet.

Nagelsmann: "Das wollen wir nicht wieder erleben"

Die Herbstmeisterschaft machte der Serienmeister bereits am 16. Spieltag mit einem 5:0-Kantersieg beim VfB Stuttgart perfekt. Der zehnte Meistertitel in Folge rückt immer mehr in Sichtweite - zudem ist der FC Bayern auch in der Champions League im Achtelfinale gegen den FC Salzburg der große Favorit. Einziger Wermutstropfen einer ansonsten souveränen Hinrunde war das peinliche wie unerklärliche 0:5 in der zweiten DFB-Pokalrunde bei Borussia Mönchengladbach.
"Mit dem Pokalspiel hatten wir einen extremen Dämpfer, aber auch der hat bei uns etwas ausgelöst. Das wollen wir nicht wieder erleben", sagte Nagelsmann mit Bestimmtheit.
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Nagelsmann verrät: "Das ist mein Weihnachtswunsch"

Quelle: Perform

Vor dem Jahresausklang gegen den VfL Wolfsburg am Freitag (20:30 Uhr im Liveticker) ist die Stimmung beim Rekordmeister daher ausgezeichnet, die Vorfreude auf Weihnachten und erholsame Tage mit der Familie groß. "An Weihnachten analysiere ich keine Taktik, es ist ruhig und besinnlich", betonte Nagelsmann und ergänzte mit einem Augenzwinkern: "Bei 'Stille Nacht, heilige Nacht' kullern bei mir immer die Tränen."
Nagelsmann selbst habe keine speziellen Wünsche ans Christkind, ein Geschenk gibt’s beim Wichteln mit der Familie. "Ein paar Tage auf der Skipiste wären schön. Ein paar Tage für mich und meine Familie", sagte der Erfolgstrainer bescheiden. Und natürlich "das Beenden der Corona-Pandemie, aber ich weiß nicht, ob das Christkind damit dienen kann - es sei denn, das Christkind hat viel Impfstoff dabei."

Die Kimmich-Debatte: Nagelsmanns größte Herausforderung

In der Tat war das Moderieren der Corona-Thematik Nagelsmanns wohl größte Herausforderung in seinen ersten Monaten als Bayern-Trainer. Vor allem die Posse um Joshua Kimmich, der sich als Impfskeptiker mit dem Virus ansteckte und nun mit den Nachwirkungen der Krankheit zu kämpfen hat, diktierte wochenlang die Schlagzeilen und hat im Verein Spuren hinterlassen.
Im neuen Jahr soll der Nationalspieler, der seine Zweifel bezüglich einer Impfung mittlerweile über Bord geworfen hat, im Bestfall wieder mittrainieren können. Dazu werden bei ihm wie auch beim ebenfalls an Corona erkrankten Eric Maxim Choupo-Moting vor Weihnachten noch Untersuchungen angestellt, bei denen hoffentlich keine Infiltrationen in der Lunge mehr erkennbar sind. Anschließend würden beide anhand von Trainingsplänen erste Fitness aufbauen.
"Bei Choupo steht noch der Afrika-Cup an, das werden wir noch mit ihm besprechen. Er ist ein toller Charakter und wichtig für die Mannschaft. Josh hat auch die Disziplin, sich so aufzutrainieren, dass er hoffentlich am 2. Januar wieder einsteigen kann."

Nagelsmann holt zur Dankesrede aus

Aus sportlicher Sicht gibt es, das Pokalspiel am Niederrhein und zwei Patzer in der Bundesliga gegen Eintracht Frankfurt (1:2) und den FC Augsburg (1:2) mal ausgenommen, nichts zu meckern. Und auch zwischenmenschlich fühlt sich der junge Trainer, der bereits mit 28 Jahren bei der TSG Hoffenheim als Bundesligatrainer debütierte, pudelwohl in der bayrischen Landeshauptstadt.
"Ich bin unglaublich zufrieden, auch wie ich im Club und von den Fans aufgenommen wurde", sagte Nagelsmann und schloss die PK mit einer minutenlangen Dankesrede:
"An dieser Stelle einen ausdrücklichen Dank und einen Gruß an die Fans. Leider konnten wir nicht allzu viele Berührungspunkte mit ihnen schaffen, ich drücke die Daumen, dass wir im neuen Jahr wieder mehr Erlebnisse mit Fans im Stadion haben werden. Frohe Weihnachten auch für Euch Fans! Ich wurde außergewöhnlich gut aufgenommen im Club, habe einen tollen Staff übernommen. Auch an die Journalisten geht ein Dank. Ich habe immer das Gefühl, dass es ein faires Miteinander ist. Ich freue mich auf ein hoffentlich erfolgreiches 2022."
Dem ist nichts hinzuzufügen.
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