FC Bayern München: Trainer Julian Nagelsmann sieht Gefahr für die Bundesliga
Bayern-Coach Julian Nagelsmann hat sich vor dem Liga-Gipfel bei Bayer Leverkusen Gedanken über die Zukunft des deutschen Klubfußballs gemacht. Die Bundesliga werde "wahrscheinlich über die nächsten Jahrzehnte finanziell nur schwer mit englischen oder anderen von Investoren geführten Klubs mithalten können", so der 34-Jährige gegenüber den "Funke"-Medien. Man müsse daher auf etwas anderes setzen.
Bayern-Coach Julian Nagelsmann in Aktion
Fotocredit: Imago
Das Zauberwort heißt Emotionalität.
Er wolle "emotionalisierenden Fußball sehen, nicht einschläfernden Ballbesitzfußball oder langweiliges Hin- und Hergekicke", betonte Julian Nagelsmann.
Kann man durchaus als Seitenhieb auf Vereine wie Manchester City oder Paris Saint-Germain werten, die mit gewaltigen Finanzspritzen operieren und sich den Erfolg in weit größerem Maße erkaufen (wollen), als dies der FC Bayern tut.
In der Bundesliga betrachtet Nagelsmann indes nicht den aktuellen Verfolger und heutigen Gegner Bayer Leverkusen (ab 15:30 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de) als gefährlichsten Widersacher, sondern die Borussia aus Dortmund. Dort werde "gut in den Kader investiert". Der BVB sei überdies ein "äußerst emotionaler Klub" mit "guten Entscheidungsträgern".
Da war sie wieder, die Emotionalität, mit der Nagelsmann der europäischen Elite trotzen will.
Das "Gesamtpaket von der Kaderqualität und den Fans im Stadion" mache die Schwarz-Gelben "immer zu einem Hauptkonkurrenten", lobte der Bayern-Trainer die Schwarz-Gelben.
Nagelsmann: "Wenn wir nicht Meister werden ..."
Das ändere freilich nichts daran, dass für ihn und seine Mannschaft der Titel Pflicht sei. "Wenn wir nicht Meister werden, wird auf dich mit dem Finger gezeigt: Da, der Erste, der es seit neun Jahren nicht geschafft hat", wies Nagelsmann auf die Tatsache hin, dass die Bayern in dieser Saison zum zehnten Mal in Serie deutscher Meister werden wollen.
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Nagelsmann scherzt nach erster Pleite: "Sie haben bestimmt meine Nummer"
Quelle: Perform
Der eigentliche Gradmesser aber wird das Abschneiden auf internationalem Parkett sein. Finanzielle Ungleichheiten hin oder her, der deutsche Rekordmeister peilt in der Champions League einmal mehr den Titel an. Zuzutrauen ist das der Nagelsmann-Auswahl allemal, auch wenn Klubs wie PSG den namhafteren Kadern haben mögen.
"Paris muss ab sofort als Mannschaft funktionieren, sonst wird es nix mit der Champions League, und da denke ich sofort an ein Team, das es wie kein anderes in Europa seit etlichen Jahren verkörpert: Bayern München", lobte vor Kurzem Frankreichs Fußball-Legende Robert Pires im "kicker".
Pires: PSG muss sich an Bayern orientieren
Während bei Bayern meist die Rede vom Verein oder der Mannschaft sei, gehe es bei Paris Saint-Germain "stets um einzelne Spieler wie Kylian Mbappé, Lionel Messi oder Neymar. Das ist es, was mich immer wieder stört. In dieser Hinsicht sollten sich die Pariser am FC Bayern orientieren, wenn sie international ihre Ziele erreichen möchten", so der Weltmeister von 1998.
Nagelsmann hofft indes, dass alle mitziehen, um die großen Ziele zu realisieren. Dazu gehört dann eben auch die Buchhaltung des Vereins. "Intern ist mir wichtig, dass wir eine gute Stimmung haben, dass sich auch Mitarbeiter im Rechnungswesen über Siege freuen und Niederlagen ärgern."
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Nach Haftbefehl für Bayern-Star Hernández: Nagelsmann äußert sich
Quelle: Eurosport
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