Serge Gnabry ist kein Lautsprecher, im Gegensatz zu Robert Lewandowski gehen dem gebürtigen Stuttgarter etwaige Abwanderungsgedanken nicht in der Öffentlichkeit über die Lippen.
Gnabry scheut Nachfragen über seine Zukunft, im Rahmen der jüngsten Länderspielreise sagte der Offensivmann auf einer Pressekonferenz, dass er sich nicht äußern wolle und legte mit einer Bitte an die anwesenden Reporter nach: "Dazu bitte keine weiteren Fragen mehr."
Der 26-Jährige hat dieser Tage Zeit, sich Gedanken um seine Zukunft zu machen. Auf Instagram lässt er seine zweieinhalb Millionen Follower an seinem Urlaub teilhaben, postet Strandfotos und Bilder, die ihn beim Backgammonspielen zeigen. Eine Entscheidung, wie es weitergeht, will er nach den Ferien treffen.
Bundesliga
Jagd auf Bayern: BVB-Hoffnungen ruhen auf hochkarätigen Neuzugängen
UPDATE 29/06/2022 UM 17:48 UHR
In den vergangenen Wochen galt seinem Noch-Mitspieler Lewandowski die mediale Aufmerksamkeit, doch den FC Bayern trieb auch Gnabrys Situation um.

FC Bayern Warum hat Gnabry noch nicht verlängert?

Der deutsche Rekordmeister möchte mit dem Nationalspieler verlängern, Gnabry, der sich in München wohlfühlt, ist nicht abgeneigt, einen neuen Vertrag zu unterschreiben.
Eigentlich die perfekten Voraussetzungen - doch warum wurde bislang kein Deal unter Dach und Fach gebracht? Übereinstimmenden Medienberichten zufolge spielt das Thema Wertschätzung eine Rolle.
Gnabry habe nicht gefallen, dass die FCB-Verantwortlichen erst verhältnismäßig spät auf ihn zugekommen waren, um über eine längere Zusammenarbeit zu sprechen.
Bis zur endgültigen Klärung der Zukuntsfrage stehen drei mögliche Szenarien im Raum.

1.) Gnabry verlängert langfristig

"Wir führen mit Serge seit Längerem Gespräche, aber es hat leider noch keine Einigung gegeben", sagte Präsident Herbert Hainer Anfang Juni im Gespräch mit der "Sport Bild". Er ergänzte: "Da gibt es noch ein paar unterschiedliche Vorstellungen. Daran arbeiten wir."
Wie sich die Meinungsverschiedenheiten äußern, konkretisierte Hainer nicht. Zumindest finanziell dürfte sich eine Ausdehnung des Kontrakts für Gnabry durchaus lohnen. Dem früheren Arsenal-Spieler liegt laut "Sport Bild" ein unterschriftsreifer Vertrag vor, der Gnabry ein Jahresgehalt zwischen 17 und 19 Millionen Euro garantiert. Bislang streicht er dem Vernehmen nach rund acht Millionen Euro per anno ein.
Mit dem kolportierten Salär würde Gnabry in die Gehaltssphären seiner Teamkollegen Kingsley Coman und Leroy Sané vordringen. Doch ihm gehe es nicht bloß ums Geld, wie er zuletzt bestätigte.
"Es ist nicht so, wie die Medien häufig behaupten, dass jeder von uns ans Geld denkt", sagte Gnabry, auf das Thema Wertschätzung angesprochen: "Im Arbeitsverhältnis gibt es auch viele andere Dinge, die eine große Rolle spielen."

Serge Gnabry - FC Bayern

Fotocredit: Getty Images

Etwas kryptisch, aber zumindest ein kleiner Hinweis darauf, dass Wertschätzung, in welcher Form sie sich auch immer äußern möge, tatsächlich eine Rolle spielt. Dass die Verpflichtung von Sadio Mané, der wie Gnabry auf der Außenbahn beheimatet ist und somit als Konkurrent betrachtet werden darf, Einfluss auf die Entscheidung des Schwaben haben könnte, gilt als unwahrscheinlich.
Sowohl er als auch Mané können theoretisch auch in der Spitze agieren - eine Option, die vor allem im Falle eines Lewandowski-Abgangs besteht. Nach Informationen der "Sport Bild" kann sich der technisch versierte Angreifer sogar sehr gut vorstellen, ins Sturmzentrum zu rücken.

2.) Gnabry wechselt im Sommer

Real Madrid soll sich bereits seit geraumer Zeit mit Gnabry beschäftigen, kürzlich brachten die "Manchester Evening News" auch Manchester United ins Spiel, dem FC Liverpool wurde ebenfalls immer mal wieder Interesse nachgesagt.
Die Ablösesumme, die ein Abnehmer für Gnabry zahlen müsste, soll sich zwischen 40 und 50 Millionen Euro bewegen. Allerdings: Bislang ist kein Verein mit einem Angebot an die Bayern herangetreten.
Bis dato hat auch Gnabry keinerlei Hinweise darauf gegeben, dass er sich einen Vereinswechsel vorstellen könnte. Sollte in den kommenden Wochen dennoch ein Verein eine zufriedenstellende Offerte machen, könnten die Bayern ins Grübeln kommen.
Ein Verkauf im Sommer wäre im Falle einer scheiternden Vertragsverlängerung nämlich die einzige Möglichkeit, noch Geld für Gnabry zu generieren. Ansonsten würde im kommenden Jahr - ähnlich wie im Falle Niklas Süles oder David Alabas - ein ablösefreier Abgang drohen.

3.) Gnabry verlängert nicht - und wechselt 2023 ablösefrei

Sollte Gnabry sich dazu entschließen, ins letzte Vertragsjahr zu gehen, wäre das für die Bayern die denkbar schlechteste Option. Einmal mehr würde der Verein einen wertvollen Spieler verlieren, ohne Geld für ihn einzunehmen.
Dementsprechend versuchen die Verantwortlichen, ebenjenes Szenario zu vermeiden. Und das offenbar mit einem überraschenden Gedankenspiel. Der "kicker" berichtet, dass es Überlegungen gebe, Gnabry auf die Tribüne zu verbannen, sollte er seinen Vertrag nicht verlängern.
Eine einigermaßen kuriose Drohgebärde. Einen Spieler wie Gnabry, der stets in der Lage ist, den viel zitierten Unterschied auszumachen, aus dem Kader zu streichen, würde mit Sicherheit zu enormen Diskussionen und zu einer riesigen Unruhe führen.
Man stelle sich einmal vor, die Bayern würden eine sportliche Talsohle durchschreiten, während ein potenzieller Stammspieler nicht berücksichtigt wird, das können sich die Bosse schlichtweg nicht erlauben - selbst wenn sie mit einer derartigen Aktion sicherlich ein Exempel für nachfolgende Verlängerungsverweigerer statuieren würden.
Gnabry soll der Druck indes kaltlassen. Der "kicker" schreibt, dass er um seinen Stellenwert wisse. Ein DFB-Star unverletzt auf der Tribüne? Ein extrem unrealistisches Szenario.
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