FC Bayern München – Serge Gnabrys Zukunft im Schatten des Star-Trios: Wie ein Ersatzreifen am Dreirad

Die zehnte Meisterschaft des FC Bayern in Folge ist abgefrühstückt, nun dreht sich alles daraum, wie sich der Klub künftig aufstellt. Im Fokus stand und steht das Star-Trio Lewandowski, Neuer und Müller. Gnabry, dessen Arbeitspapier ebenfalls 2023 ausläuft, steht weitestgehend im Schatten, wirkt wie ein Ersatzreifen am Dreirad. Doch seine Verlängerung könnte die wichtigste für die Zukunft sein.

Serge Gnabry vom FC Bayern

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Einige mögen die Art und Weise, wie der FC Bayern die Vertragsverlängerung von Thomas Müller öffentlich kommunizierte, kreativ gefunden haben, auf andere dürfte das Ganze einigermaßen obskur gewirkt haben.
Dass der Verein sich die Mühe gab, das ehemalige Zimmer des Eigengewächses nachzubauen und Müller im Dress der Saison 1995/96 auf einem Kinderbett platzierte, war aber zumindest eines: originell. Das Urgestein, das bereits seit seinem zehnten Lebensjahr beim FCB spielt, unterschrieb ein neues Arbeitspapier bis 2024.
Es war die erste erfolgreiche Weichenstellung für die Zukunft. Nach der geklärten Müller-Frage soll nun auch schnellstmöglich bei Manuel Neuer und Robert Lewandowski, deren Verträge (wie Müllers ehemaliger Kontrakt) ebenfalls 2023 auslaufen, Klarheit geschaffen werden.
Während man sich in Neuers Fall optimistisch gibt, zeitnah eine Einigung zu erzielen, gestaltet sich die Situation beim polnischen Torgaranten diffiziler. In der vergangenen Woche fand ein Treffen zwischen Klubverantwortlichen und Lewandowskis Berater Pini Zahavi statt, die Gespräche seien laut Trainer Julian Nagelsmann zwar "gut" gewesen, allerdings wisse jeder, "dass Pini gerne verhandelt und dann braucht man da auch ein wenig Geduld."

Was wird aus Lewandowski?

Zuletzt machte Sportvorstand Hasan Salihamidzic deutlich, dass der deutsche Rekordmeister Lewandowski keinesfalls vor Ende dessen Vertragslaufzeit im Sommer nächsten Jahres abgeben werde. Sollten die Verhandlungen mit dem Lewy-Lager jedoch zu keiner Übereinkunft führen, würde der 33-Jährige im Anschluss an die kommende Saison ablösefrei von dannen ziehen. Als möglicher Abehmer wird der FC Barcelona gehandelt.
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Robert Lewandowski

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Bei allen Spekulationen und Wasserstandsmeldungen steht ein wichtiger Akteur jedoch im Schatten des Star-Trios: Serge Gnabry. Auch sein Vertrag ist nur noch bis 2023 gültig. Während medial das Scheinwerferlicht auf die Altstars gerichtet ist, sind die Bosse darum bemüht, im Hintergrund auch ihn längerfristig zu binden.
Gnabry, dessen aktuelles Gehalt auf rund acht Millionen Euro pro Jahr taxiert wird, soll laut "Sport Bild" ein Angebot vorliegen, das sein jährliches Salär mehr als verdoppeln würde. Von einer Summe zwischen 17 und 19 Millionen Euro ist die Rede. Damit würde er in die Riege um seine beiden Flügelflitzer-Kollegen Kingsley Coman und Leroy Sané aufsteigen.

Gnabry soll mangelnde Wertschätzung beanstanden

Doch der deutsche Nationalspieler zögert, wie die "Sport Bild" erfahren haben will. Demnach sei Gnabry enttäuscht, dass er im Gegensatz zu seinen Mannschaftskameraden Joshua Kimmich und Leon Goretzka, die bereits im vergangenen Jahr jeweils ihre Verträge verlängert hatten, zu wenig Wertschätzung erfahre.
Aufseiten der Bayern sei man nicht bereit, eine verbesserte Offerte vorzulegen, stattdessen plane der Verein ein Entscheidungsultimatum für Gnabry. Die Münchner forcieren, bis zum Saisonende Klarheit zu haben, um einen weiteren Fall wie bei David Alaba oder Niklas Süle zu vermeiden.
Apropos Alaba: Der Österreicher, der im vergangenen Sommer ablösefrei zu Real Madrid wechselte, soll versuchen, Gnabry einen Transfer zu den Königlichen schmackhaft zu machen. Ein Abgang Gnabrys im Sommer würde immerhin noch einen satten Geldbetrag in die Bayern-Kassen spülen.
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Serge Gnabry bejubelt seinen Treffer in Freiburg

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Dennoch stünde der Verein vor einem Problem. Gnabry zählt seit vier Jahren zu den Leistungsträgern, in bisher 169 Pflichtspielen steuerte er 63 Tore und 40 Vorlagen bei, im Rahmen des Champions-League-Finalturniers 2020 avancierte er mit einem Treffer im Viertelfinale gegen den FC Barcelona (8:2), vor allem aber mit seinem Doppelpack gegen Lyon (3:0) im Halbfinale zu einem der Protagonisten für den späteren Triumph.

Gnabry in der Blüte seiner Schaffenszeit

Anders als Neuer, Müller und Lewandowski, die zwar immer noch auf höchstem Level agieren, langsam aber sicher jedoch in die Jahre kommen werden, ist Gnabry mit 26 in der absoluten Blüte seiner Schaffenszeit. Ein Verlängerung mit ihm wäre also deutlich zukunftsträchtiger als beim routinierten Dreigestirn.
Zudem: Die mögliche Suche nach einem Nachfolger dürfte sich einigermaßen schwierig gestalten. Erstens müssten die Bayern in Anbetracht des aufgeblasenen Transfermarktes einen enormen Betrag in die Hand nehmen, um einen qualitativ adäquaten Ersatz an Land zu ziehen, zweitens hat der FCB bei Gnabry die Gewissheit, dass er der Mannschaft weiterhilft.
Kein Wunder, dass Nagelsmann auch öffentlich darum wirbt, Gnabry zu halten. "Ich kenne ihn schon ewig und schätze ihn als Menschen unglaublich, er ist so empathisch", sagte der Coach am Freitag auf der Pressekonferenz und schob nach: "Wir werden sehen, was die Zeit bringt. Ich will ihn auf jeden Fall behalten – aber in meiner Hand liegt es leider nicht."
Aus Gnabrys Sicht wäre eine Verlängerung sicherlich auch kein schlechter Schritt. Er nimmt eine gewichtige Rolle in einem Klub von Weltformat ein, außerdem hat er bei Bayern etliche gute Kumpels. Davon abgesehen, dass er die sportliche Qualität mitbringt, um sich auch beispielsweise bei Real durchzusetzen – gewährleistet wäre eine tragende Rolle bei den Königlichen zunächst nicht.

Nagelsmann: Müllers Verlängerung "kann andere mitziehen"

Nagelsmann wolle indes bezüglich der Vertragsgespräche mit Neuer, Lewandowski und Gnabry nicht ständig mit Updates versorgt werden. "Ich habe Brazzo gesagt, dass ich nicht immer den aktuellen Stand der Enwicklungen wissen will, weil ich mir als Trainer zu viele Gedanken mache", sagte der 34-Jährige, der die Tatsache, dass Müller schon verlängert hat, aber als gutes Zeichen wertet: "Die Verlängerung ist sehr wertvoll und sicherlich auch ein Signal nach außen und innen. Es ist immer wichtig, wenn Leistungstr#ger und Symbolfiguren verl#ngern. Das kann auch andere mitziehen."
Hoffentlich auch Gnabry. Die Bayern sollten jedenfalls auf alle verfügbaren Mittel zurückgreifen, um den gebürtigen Stuttgarter ebenfalls zu binden.
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Müller-Verlängerung für Nagelsmann ein "Signal nach außen und innen"

Quelle: Perform

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