Die Lesart des Ergebnisses beim Ballon d'Or ist eindeutig in München. Platz zwei für Robert Lewandowski ist eine Abfuhr durch die Jury. Aufgrund der Vorzeichen und der Leistungen des Polen zweifelte an der Säbener Straße niemand daran, dass es nur einen Sieger hätte geben dürfen.
Nun ist es anders gekommen. Das Positive daran: Es ist nicht zu befürchten, dass Lewandowski nun in ein sportliches Loch fällt, im Gegenteil: Der Angreifer dürfte die Wahl als Ansporn nehmen, noch eine Schippe draufzulegen.
Die Konkurrenz in der Bundesliga und in der Champions League - in beiden Wettbewerben führt der Bayern-Profi die Torjägerliste an - darf sich auf einiges gefasst machen. Oder ob des einbrechenden Winters im Bild zu bleiben: Die Abwehrreihen der Bayern-Gegner sollten sich warm anziehen.
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Das legen auch die Aussagen von Trainer Julian Nagelsmann nahe. Lewandowski habe "eine unfassbare Haltung zu seinem Sport", so der 34-Jährige am vergangenen Wochenende. Das dürfe man bei all der "Gier auf Tore" nicht vergessen.

Anna Lewandowska: "Bis zum Mond und zurück"

Wie es Lewandowski nach der Gala im Pariser Théâtre du Châtelet wirklich ging, kann man nur vermuten. Der Bayern-Star ist keiner, der mit seinem Innenleben in die Öffentlichkeit drängt. Stattdessen präsentierte er sich als fairer "Verlierer", gratulierte Messi, der Frauen-Siegerin Alexia Putellas sowie allen Nominierten.
Wesentlich emotionaler äußerte sich Ehefrau Anna Lewandowska. "Meine Liebe, Robert Lewandowski, für mich bist du der Beste! Ich bin immer stolz auf dich! Ich liebe dich bis zum Mond und zurück!", schrieb die 33-Jährige bei Instagram und versah die berührende Botschaft mit zahlreichen Herzen.
Der Sieger der Herzen war Lewandowski allemal, nicht nur für seine Frau. Dass der Ausnahmestürmer des FC Bayern nach einem unglaublichen Rekordjahr nicht den prestigeträchtigen Ballon d'Or im Gepäck hatte, als er traurig nach München zurückkehrte, sorgte für Verwunderung und Kritik.

Matthäus und Fjörtoft mit Kritik und Spott

"Ehrlich gesagt verstehe ich nach dieser Wahl die Welt nicht mehr. Bei allem Respekt für Lionel Messi und alle anderen großartigen, nominierten Spieler. Keiner hätte es so verdient gehabt wie Lewandowski", sagte der frühere Weltfußballer Lothar Matthäus bei "Sky" in aller Deutlichkeit. Wenn es solche Auszeichnungen schon gebe, ergänzte Rio-Weltmeister Toni Kroos, "dann sollten sie auch gerecht sein. Und das ist in meinen Augen dieses Mal absolut nicht der Fall".
Der frühere Stürmer Jan-Aage Fjörtoft machte sich über die nicht nur aus seiner Sicht einfältige Wahl einer Journalisten-Jury, die Messi bereits zum siebten Mal ehrte, sogar lustig. Der Norweger schrieb mit Blick auf die Saison 2026/27: "Lewandowski schießt 63 Tore, hat den besten Impfstoff gegen COVID entwickelt, gewinnt die Champions League, wird nach Johannes Paul der zweite Papst aus Polen, mit Polen sensationell Weltmeister - den Ballon d'Or gewinnt Messi."

Der Moment der Entscheidung: Messi gewinnt Ballon d'Or

Selbst dem Superstar, der zuletzt in Barcelona und jetzt in Paris wenig überzeugend agiert, war die erneute Auszeichnung etwas peinlich.
Der Argentinier, immerhin mit dem Nationalteam Gewinner der Copa América, schlug bei seiner Dankesrede vor, dem überragenden Bayern-Stürmer im Nachhinein den Goldenen Ball 2020 zu überreichen: "Jeder weiß, und wir alle stimmen zu, dass du der Gewinner im letzten Jahr warst." Wegen der Corona-Pandemie war die Trophäe damals nicht vergeben worden.
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Auch wenn der FIFA-Weltfußballer des vergangenen Jahres die Krönung und ein weiteres Superlativ in seiner beeindruckenden Karriere verpasst hatte und sich mit dem Trostpreis "Torjäger des Jahres" zufriedengeben musste - für die Bayern ist Lewandowski weiterhin unangefochten der Beste.

Kahn sicher: Weitere Lewandowski-Rekorde folgen

Auch ohne den Goldenen Ball sei "Lewy im Olymp der Größten des Weltfußballs längst angekommen", betonte Vorstandschef Oliver Kahn: "Ich bin gespannt, welche Rekorde er mit unserem Klub in der Zukunft noch aufstellen wird. Er wird auch im nächsten Jahr wieder ein Kandidat sein."

Tore am Fließband: Bayern-Goalgetter Robert Lewandowski

Fotocredit: Getty Images

Nachdem der Stürmer in der vergangenen Saison den historischen Rekord von Legende Gerd Müller mit 41 Treffern geknackt hatte, führt Lewandowski auch jetzt wieder die Torjägerliste in Bundesliga (14) und Champions League (9) an. Bereits am Samstag will er im Gipfeltreffen bei Borussia Dortmund (ab 18:30 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de) und im mit Spannung erwarteten Duell mit Herausforderer Erling Haaland weitere Ausrufezeichen setzen.
"Er ist ein Musterprofi und wird niemals nachlassen. Robert nimmt sich immer wieder neue Ziele vor - deshalb ist er einer der besten Spieler der Welt", sagte Bayerns Sportvorstand Hasan Salihamidzic über den "Ausnahmespieler". Auch Präsident Herbert Hainer sprach einmal mehr mit Stolz von Lewandowski, "denn er hätte es verdient gehabt, nach Gerd Müller, Franz Beckenbauer und Karl-Heinz Rummenigge der vierte Spieler in unserer traditionsreichen Vereinsgeschichte zu werden, der diesen Titel gewinnt".
Lewandowski wird alles daran setzen, diese im kommenden Jahr nachzuholen. "Viele Menschen würden sich zurücklehnen, wenn sie solche Erfolge wie Robert gefeiert hätten", so Nagelsmann. "Aber wenn ich dann auf Instagram wieder Bilder seines - es ist wohl eher ein Zehnerpack - sehe, dann weiß ich: Wenn Lewy sich doch mal zurücklehnt, kommt er mit einem Sit up wieder hoch."
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