Erstmal gemütlich bei Schmuddelwetter auf der Bank bequem machen war nicht für Julian Brandt.
Weil sich Pechvogel Giovanni Reyna bereits in der ersten Minute eine Muskelverletzung im rechten Bein zuzog, wurde Brandt bei Borussia Dortmund früh in die Partie geworfen - nach kurzem Aufwärmprogramm ging's schon in Minute sechs auf den Platz.
So richtig lange brauchte der Nationalspieler allerdings nicht, um auf Betriebstemperatur zu kommen: In Minute zwölf besorgte Brandt nach Vorarbeit von Erling Braut Haaland die BVB-Führung - früher traf noch nie ein Joker in der Bundesliga.
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In der zweiten Halbzeit erzielte Brandt dann auch noch das 2:0 (71.) und machte damit seinen ersten Bundesliga-Doppelpack im BVB-Trikot perfekt.

Brandt bei Einwechslung unter Druck

"Es war okay heute", meinte der 25-Jährige anschließend gewohnt euphorisch im "DAZN"-Interview. Er habe wirklich sehr schnell in die Partie gemusst. "Ich habe zumindest versucht, mich ein bisschen warm zu machen", schilderte er. Doch die BVB-Verantwortlichen drängelten, wollten nicht in Unterzahl spielen. "Da steht man relativ schnell unter Druck", so Brandt.
Beim 1:0, ausgelöst durch einen Steilpass auf Haaland, bei dem Abseitsverdacht bestand, sei er "auf Verdacht einfach mal mitgelaufen". Die richtige Entscheidung. "Ich war selbst überrascht, dass das Tor dann zählte", gab Brandt zu. Abseits war jedoch auf den Video-Bildern beim besten Willen nicht zu erkennen, der Treffer war regulär.
Blitzsauber dagegen war Brandts 2:0, erzielt mit einem herrlichen Fernschuss ins kurze Eck. Für den Ex-Leverkusener waren das die Saisontore sechs und sieben. "Es können gerne noch ein paar mehr werden", sagte er - vielleicht sogar eine indirekte Antwort auf Berichte, er würde in Dortmund auf der Streichliste stehen. " Ich hatte eine schwierige letzte Saison, die ich gerne vergessen will", gab er zu: "Da helfen mir die zwei Tore ganz klar."

Julian Brandt jubelt über sein zweites Tor - VfB Stuttgart vs. Borussia Dortmund

Fotocredit: Getty Images

BVB gibt Antwort auf Leipzig-Klatsche

Dem BVB gelang mit dem 2:0 eine gute Reaktion auf das 1:4 bei RB Leipzig vergangenen Samstag. "Die beste Antwort, die du geben kannst, ist das nächste Spiel zu gewinnen", sagte Brandt zufrieden. Leider sei man beim BVB diese Saison allerdings "oft gezwungen, solche Reaktionen zu zeigen. Das müssen wir definitiv verbessern. Aber die Jungs wollen immer", so Brandt.
Dass sich neben Reyna auch noch Mahmoud Dahoud, Mats Hummels und Raphael Guerreiro in Stuttgart beim BVB verletzten, trübte den Sieg derweil deutlich.
Er sei "schon zufrieden, weil wir gewonnen haben", meinte Trainer Marco Rose: "Wir haben den Kampf angenommen, das Wetter angenommen, die Atmosphäre angenommen. Wir hatten auch viel Kontrolle, auch wenn wir wieder ein paar große Chancen zugelassen haben. Trotzdem haben wir verdient 2:0 gewonnen."

Rose nimmt Physio in Schutz

Die Verletzungen seien allerdings ein großer Malus. "Gio ist fix und fertig. Es ist wieder sein Oberschenkel, das ist sehr bitter", sagte Rose über Reyna: "Umso wichtiger ist es, dass Julian reinkommt und seine Aufgabe erfüllt, zwei Tore schießt, insgesamt ein sehr gutes Spiel macht und wir bei uns bleiben."
Ärgern musste sich der BVB-Trainer zudem über einen Bericht, der Physiotherapeut Thomas Zetzmann betraf. Dieser müsse Dortmund im Sommer angeblich wegen der anhaltenden Verletzungsmisere verlassen, hieß es - eine Darstellung, die der BVB energisch widersprach.
"Die Diskussion über unsere Physiotherapeuten, die diese Woche aufkam, ist eine Farce. Das ärgert mich", sagte Rose: "Wir sind megaprofessionell aufgestellt, das können sie mir glauben." Sprach's und entzog sich dem Stuttgarter Schmuddelwetter.
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