Der österreichische Nationalspieler habe Eintracht Frankfurt am Donnerstag über seinen Entschluss informiert, seine aktive Profikarriere beenden zu wollen und entsprechend darum gebeten, ihn von seinem bis 2024 laufenden Vertrag zu entbinden.
Dem Wunsch, den Kontrakt auszusetzen, sei der Vorstand nach intensiven Gesprächen mit Hintereggers Berater Christian Sand sowie nach Rücksprache mit Cheftrainer Oliver Glasner nachgekommen, wie der amtierende Europa-League-Sieger in einer Pressemitteilung bestätigte.
"Ich hatte bereits im vergangenen Herbst erste Gedanken, nach der Saison aufzuhören. Ich habe mich sportlich in einer schwierigen Phase befunden: Meine Leistungen waren schwankend. Die Siege haben sich nicht mehr so gut angefühlt, dafür tat jede Niederlage doppelt so weh", wird der 29-Jährige in der Mitteilung zitiert:
Bundesliga
Mané-Transfer: Hoeneß schwärmt von Salihamidzic
VOR 9 STUNDEN
"Mein Leistungsschub im Frühjahr und unsere gemeinsamen Erfolge in der Europa League haben mich dann umso mehr motiviert, mich mit einem großen sportlichen Erfolg zu verabschieden. Den Sieg in der Europa League habe ich deswegen so ausgiebig genossen, weil ich da schon wusste, dass es meine letzte große Siegesfeier mit den fantastischen Fans in dieser Stadt sein würde, die meine zweite Heimat geworden ist."

Hinteregger dankt Eintracht Frankfurt

Der Verteidiger, der in dreieinhalb Jahren bei Eintracht Frankfurt insgesamt 138 Pflichtspielen (14 Tore, sechs Vorlagen) bestritt, blickte weiter voller Dankbarkeit auf sein Engagement bei den Hessen zurück.
"Ich werde ausschließlich mit großer Dankbarkeit und Freude an meine Zeit bei der Eintracht zurückdenken, mich weiterhin mit dem Verein und seinen Anhängern fest verbunden fühlen und die Mannschaft bei ihrem weiteren Weg durch Europa als Fan unterstützen", sagte Hinteregger und ergänzte:
"Ich danke meinen Teamkollegen, dem Trainerteam, dem Team hinter dem Team, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und der sportlichen Führung für das Vertrauen, die Unterstützung und die fantastische Zeit, die ich hier erleben durfte vor allem danke ich den Fans, die immer hinter mir gestanden haben, gerade auch in schwierigen Zeiten."

Martin Hinteregger - Eintracht Frankfurt

Fotocredit: Getty Images

"Hinti-Cup": Hinteregger entschuldigt sich für "Irritationen"

Hinteregger hatte zuletzt mit der Austragung des 'Hinti-Cups', einem veranstalteten Hobby-Turnier in Kärnten, an dem auch der FPÖ-Politiker Heinrich Sickl mitgewirkt hat, für Aufsehen gesorgt. Hinteregger vermied es, Sickl trotz dessen Verbindungen zur rechtsextremen Szene zu verurteilen. Stattdessen griff er einen Journalisten, der die Verbindung aufgedeckt hatte, öffentlich an.
"In den vergangenen Wochen haben sich rund um meinen 'Hinti-Cup', den ich mit Herzblut und besten Gewissens ausgetragen habe, einige Themen ergeben, deren Tragweite mir erst im Nachhinein klar geworden ist. Emotionale, vielleicht unbedachte Worte von mir haben zu Irritationen geführt und dafür möchte ich mich entschuldigen. Das bedaure ich sehr", zeigte sich der 29-Jährige einsichtig und betonte:
"Um es nochmal ganz klar zu sagen: rechtes, intolerantes und menschenverachtendes Gedankengut verurteile ich aufs Schärfste. Wer mich kennt, weiß das. Zunächst gilt es für mich, etwas Abstand zu gewinnen und mein Leben neu auszurichten. Ich bin dankbar, dass mir die Eintracht die Möglichkeit gibt, diesen Schritt jetzt zu gehen."

Krösche: Hintereggers Abschied "unerwartet"

Obwohl sich Frankfurts Sportdirektor Krösche hinsichtlich Hintereggers Schritt überrascht zeigte, unterstrich der 41-Jährige, welchen Stellenwert der Verteidiger beim amtierenden Europa-League-Sieger genossen habe.
"Martin Hinteregger hat in den vergangenen Jahren für Eintracht Frankfurt Großartiges geleistet und maßgeblich dazu beigetragen, dass der Klub diese tolle Entwicklung nehmen konnte. Martins Entscheidung kam für uns unerwartet, aber er hat uns seine Perspektive und Gründe eindrücklich und überzeugend dargelegt. Daher war es für uns keine Frage, diesem sportlich schmerzlichen aber menschlich nachvollziehbaren Wunsch zu entsprechen", erklärte Krösche, der weiter die Entschuldigung von Hinteregger hinsichtlich des "Hinti-Cups" akzeptierte:
"Martins Schritt verdient Respekt und Anerkennung. Nicht zuletzt aufgrund seiner aufrichtigen Entschuldigung für sein Verhalten in den zurückliegenden Tagen und Wochen und seiner deutlichen und glaubhaften Distanzierung von rechtem Gedankengut bleibt er in Frankfurt als verdienter Spieler und Europapokalsieger immer willkommen. Wir hoffen, dass er seinen Weg nach der aktiven Karriere findet und wir wünschen ihm für die Zukunft alles Gute", sagte er abschließend.

Hintereggers Abschiedsstatement im Wortlaut:

"Ich hatte bereits im vergangenen Herbst erste Gedanken, nach der Saison aufzuhören. Ich habe mich sportlich in einer schwierigen Phase befunden: Meine Leistungen waren schwankend. Die Siege haben sich nicht mehr so gut angefühlt, dafür tat jede Niederlage doppelt so weh. Mein Leistungsschub im Frühjahr und unsere gemeinsamen Erfolge in der Europa League haben mich dann umso mehr motiviert, mich mit einem großen sportlichen Erfolg zu verabschieden. Den Sieg in der Europa League habe ich deswegen so ausgiebig genossen, weil ich da schon wusste, dass es meine letzte große Siegesfeier mit den fantastischen Fans in dieser Stadt sein würde, die meine zweite Heimat geworden ist. Ich werde ausschließlich mit großer Dankbarkeit und Freude an meine Zeit bei der Eintracht zurückdenken, mich weiterhin mit dem Verein und seinen Anhängern fest verbunden fühlen und die Mannschaft bei ihrem weiteren Weg durch Europa als Fan unterstützen. Ich danke meinen Teamkollegen, dem Trainerteam, dem Team hinter dem Team, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und der sportlichen Führung für das Vertrauen, die Unterstützung und die fantastische Zeit, die ich hier erleben durfte - vor allem danke ich den Fans, die immer hinter mir gestanden haben, gerade auch in schwierigen Zeiten. In den vergangenen Wochen haben sich rund um meinen 'Hinti-Cup', den ich mit Herzblut und besten Gewissens ausgetragen habe, einige Themen ergeben, deren Tragweite mir erst im Nachhinein klar geworden ist. Emotionale, vielleicht unbedachte Worte von mir haben zu Irritationen geführt und dafür möchte ich mich entschuldigen. Das bedaure ich sehr. Um es nochmal ganz klar zu sagen: rechtes, intolerantes und menschenverachtendes Gedankengut verurteile ich aufs Schärfste. Wer mich kennt, weiß das. Zunächst gilt es für mich, etwas Abstand zu gewinnen und mein Leben neu auszurichten. Ich bin dankbar, dass mir die Eintracht die Möglichkeit gibt, diesen Schritt jetzt zu gehen."
Das könnte Dich auch interessieren: Ein Jahr nach dem Herzstillstand: Eriksen erstaunt sie alle

Ratschläge von Klopp für die Zeit bei Bayern? Das sagt Mané

Bundesliga
Klartext von Hoeneß: Barça kann sich Lewandowski-Angebote sparen
VOR 9 STUNDEN
Bundesliga
Warten auf Haller und Co.: BVB bei Trainingsauftakt von 1000 Fans gefeiert
VOR 9 STUNDEN