Aus Wolfsburg berichtet Oliver Jensen
Ein Tor, ein verhaltener Jubel - und ein Abschied? Der Treffer von Robert Lewandowski zum zwischenzeitlichen 2:0 gegen den VfL Wolfsburg (Endstand 2:2) könnte sein letztes Tor im Trikot des FC Bayern München gewesen sein.
Vor dem Spiel hatte Sportvorstand Hasan Salihamidzic den Wechsel-Wunsch des Top-Stürmers bestätigt: "Ich habe mit Lewa gesprochen. In dem Gespräch hat er mir mitgeteilt, dass er unser Angebot, den Vertrag zu verlängern, nicht annehmen möchte und dass er den Verein gerne verlassen würde."
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Einen Kontakt zum FC Barcelona, der laut Medienberichten das Ziel von Lewandowski sein soll, gibt es laut Salihamidzic allerdings nicht. Er pocht auf das vereinbarte Arbeitsverhältnis: "Lewa hat Vertrag bis zum Sommer nächsten Jahres. Das ist Fakt."
Mit einem Verkauf würde er sich nicht beschäftigen, versicherte Salihamdizic. Tatsächlich allerdings ist es seine Pflicht, sich bereits jetzt mit potentiellen Nachfolgern zu beschäftigen.

Ersetzt Sadio Mané Robert Lewandowski?

Sadio Mané vom FC Liverpool soll nach "Sky"-Informationen ein Kandidat sein. Auch Sasa Kalajdzic vom VfB Stuttgart, Patrik Schick von Bayer Leverkusen oder Sébastien Haller von Ajax Amsterdam wurden in den Medien bereits mit dem Rekordmeister in Verbindung gebracht.
Salihamidzic steht vor einer schwierigen Entscheidung: Lässt er Lewandowski ziehen, um in diesem Sommer noch eine Ablöse zu kassieren, benötigt er einen hochkarätigen Ersatz. Dieser müsste sofort funktionieren und ohne große Eingewöhnungszeit.
Es gilt dann, einen Stürmer mit 50 Pflichtspieltoren in einer Saison zu ersetzen. Würde Lewandowski wiederum noch ein Jahr bleiben, verzichtet Bayern auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag und lässt nach David Alaba und Niklas Süle den nächsten Top-Star ablösefrei ziehen. Ein wirtschaftliches Debakel!

Nagelsmann über Lewandowski: "Wenig Raum für Trauer"

Lewandowskis letztes Spiel für die Bayern?

Lewandowski weiß genau, was er will. Offenbar ganz schnell weg. Nach dem Abpfiff des letzten Saisonspiels in Wolfsburg schritt er als erster Bayern-Spieler zu den Fans in der Gäste-Kurve. Immer wieder applaudierte er ihnen.
Zum Abschluss des Tages bekam er auch noch an Ort und Stelle die Torjäger-Kanone vom "kicker" überreicht. Wie bei einer Siegerehrung hob er diese unter dem Jubel der Fans hoch. Auffällig oft winkte er den Bayern-Anhängern danach zu. War das bereits ein Zeichen des Abschieds?
"Es ist sehr gut möglich, dass das mein letztes Spiel für die Bayern war", sagte der 33-Jährige im polnischen Fernsehen. "Ich kann das nicht zu 100 Prozent sagen. Aber das war es vielleicht. Wir werden die beste Lösung für mich und den Klub finden.“ Eines ist sicher: Für die Personalplanung der Bayern ist der Abwanderungswunsch von Lewandowski ein Rückschlag.

Nagelsmann bedauert Verlust, verfällt aber nicht in Trauer

"Ja, es ist ein Verlust“, sagte Julian Nagelsmann. Von einem sofortigen Weggang geht Bayerns Cheftrainer allerdings nicht aus. "Er hat Vertrag bis 2023. Alle haben dazu Stellung bezogen. Aber es gibt keine andere Aussage dazu, außer dass er bis 2023 Vertrag hat."
In spätestens einem Jahr einen der in den letzten fünf Jahren besten Stürmer der Welt zu verlieren, löst bei Nagelsmann Bedauern aus - und weckt den Ehrgeiz: "Wenn du einen sehr guten Spieler verlierst, ist das nie schön. Traurig ist das falsche Wort. Es gibt andere Dinge, über die man traurig sein kann. Es ist eher der Anreiz, einen Spieler zu finden, der ihn nach der nächsten Saison ersetzen kann. Das ist wenig Platz für Trauer."
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