Urs Meier nimmt Felix Zwayer nach strittigen Entscheidungen im Topspiel BVB gegen Bayern in Schutz

Der frühere Top-Referee Urs Meier hat Schiedsrichter Felix Zwayer nach turbulenten Tagen in Schutz genommen. Zwayer wurde nach dem Topspiel zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München nach den umstrittenen Elfmeter-Entscheidungen heftig kritisiert. Meier äußert sich zu dieser Kritik, stellt sich auf die Seite des Unparteiischen und findet die "Hexenjagd gegen Zwayer" grenzwertig.

Urs Meier verteidigt Felix Zwayer nach dem Bundesliga-Topspiel

Fotocredit: Imago

Im Interview mit "spox.com" kommentierte Meier das wilde Geschehen der vergangenen Tage um Schiedsrichter Felix Zwayer.
Seiner Meinung nach sei die scharfe Kritik nach dem Spiel und die Verbindung zum Wettskandal 2005 unangemessen: "Das man jetzt das wieder ausgräbt nach all diesen Jahren, das finde ich nicht in Ordnung. Man kann darüber diskutieren, ob er den ein oder anderen Fehler gemacht hat, aber letztlich er hat seine Strafe von damals abgesessen. Egal ob von Medien, Spielern oder Trainern – jetzt darf es nicht mehr um seine Vergangenheit gehen. Diese Hexenjagd, die aktuell gegen ihn stattfindet, das finde ich schon ziemlich grenzwertig."
Meier spricht außerdem über Zwayers Ansetzung fürs Topspiel trotz der Verwicklung in den Hoyzer-Skandal vor 16 Jahren. "Dazu habe ich eine ganz klare Meinung. Zunächst einmal ist er für seine Verfehlungen von damals von der DFB-Kommission bestraft worden und musste ein halbes Jahr aussetzen. Natürlich kann man im Nachhinein immer fragen, ob die Strafe hart genug gewesen ist", so Meier.
Jedoch fügt er an, dass er als Schiedsrichter-Chef damals anders gehandelt hätte: "Dennoch muss ich sagen: Wenn ich Schiedsrichter-Chef beim DFB gewesen wäre und es einen Schiedsrichter gegeben hätte, der Geld angenommen hätte, der wäre bei mir nie mehr Schiedsrichter gewesen. Da gäbe es eine Nulltoleranz."

Bellinghams Aussagen "fies" und "perfide"

Des Weiteren thematisierte Meier die Aussagen des BVB-Youngsters Jude Bellingham und kritisierte den Engländer scharf. Nach Ansicht des Schweizers war die Schiedsrichter-Schelte des Jungstars von Borussia Dortmund nach dem Bundesliga-Topspiel gegen Bayern München (2:3) "fies" und "perfide".
"Auch wenn ich kein großer Freund von Felix Zwayer bin - das war ein dickes Brett", sagte Meier in seinem Podcast: "Das war unter der Gürtellinie. Es suggeriert den Fans, dass Zwayer bestechlich ist."
Bellingham hatte Zwayer beim norwegischen TV-Sender "Viaplay Fotball" hart angegangen. "Man gibt einem Schiedsrichter, der schon mal Spiele verschoben hat, das größte Spiel in Deutschland. Was erwartest du?", sagte der englische Nationalspieler.

Meier fordert den DFB zum Handeln auf

Meier sieht mit Blick auf Zwayer den Deutschen Fußball-Bund (DFB) gefordert. "Ich habe immer gesagt, dass mit mir als Schiri-Chef so ein Schiedsrichter nicht mehr in der Spitze gepfiffen hätte. Aber man kann das anders sehen, der DFB hat anders entschieden", äußerte Meier.
"Er hatte seine Strafe. Jetzt müsste sich jemand von der Schiedsrichter-Spitze des DFB vor Zwayer stellen. Er ist schließlich der verlängerte Arm des DFB auf dem Platz", so der Ex-Referee weiter.
(mit SID)
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