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Zuschauer-Obergrenze für Profisport in Deutschland beschlossen - Söder kündigt Geisterspiele an
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Publiziert 02/12/2021 um 15:33 GMT+1 Uhr
Der deutsche Profisport ist von bundesweiten Geisterspielen verschont geblieben, muss aber starke Zuschauer-Restriktionen verkraften. Vorerst dürfen die Stadien der Fußball-Bundesliga nur noch zu 50 Prozent ausgelastet werden - bei maximal 15.000 Fans. Für Hallensportarten sind höchstens 5000 Zuschauer erlaubt. Die Ergebnisse der Bund-Länder-Beratungen sind allerdings nicht deutschlandweit gültig.
Der FC Bayern wird wohl bald wieder auf Zuschauer in der Allianz Arena verzichten müssen
Fotocredit: Getty Images
Ein bisschen "Atmo" bleibt: Der deutsche Profisport ist zwar vom Schreckgespenst bundesweiter Geisterspiele verschont geblieben, muss aber starke Zuschauer-Restriktionen verkraften. Vorerst dürfen die Stadien der Fußball-Bundesliga nur noch bis zu 50 Prozent ausgelastet werden - allerdings gedeckelt bei maximal 15.000 Fans. Für Hallensportarten gilt dieselbe Prozent-Regelung bei höchstens 5000 Zuschauern.
Die Ergebnisse der Bund-Länder-Beratungen vom Donnerstag zur zugespitzten Coronalage sind allerdings wie erwartet nicht deutschlandweit einheitlich gültig. Denn neben diesen "Mindeststandards" sind den Bundesländern zusätzlich schärfere Maßnahmen wie Partien vor leeren Rängen vorbehalten - was unter anderem Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen voraussichtlich umsetzen werden.
"Wir halten Geisterspiele für sinnvoll und werden das auch morgen im bayerischen Kabinett umsetzen. Ich finde es schade und auch schlecht, dass wir uns nicht einigen konnten, dass einige Bundesländer Zuschauer erlauben wollen", sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder: "Bei den Geisterspielen wollen wir das ab diesem Wochenende machen, sonst macht das ja keinen Sinn. Für dieses Jahr also Geisterspiele, im nächsten Jahr muss man dann sehen, wie die Infektionslage ist."
Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig sprach sich ebenfalls für strengere Einschränkungen bei Sportveranstaltungen aus. 15.000 Zuschauer seien aktuell "viel zu viele". In ihrem Bundesland könne man dies "nicht verantworten", solange Pflegekräfte auf den Intensivstationen an der Belastungsgrenze arbeiteten.
Seifert findet Beschränkungen "bedauerlich"
DFL-Geschäftsführer Christian Seifert nannte die neuen Beschränkungen vor allem angesichts der niedrigen Impfquote "bedauerlich", kann diese allerdings nachvollziehen: "Eine vorübergehende Beschränkung bei der Zulassung von Fans in die Stadien ist daher dem Grunde nach verständlich. Die DFL hofft, dass mit diesem Beschluss von Bund und Ländern die Grundlage für eine zügige Verbesserung der pandemischen Lage gelegt ist", sagte Seifert.
Einhellig verständigten sich die Spitzenpolitiker bei ihren Beschlüssen darauf, dass medizinische Masken getragen werden müssen. Außerdem gilt, dass nur Geimpfte und Genesene (2G) in die Arenen dürfen. Ergänzend kann für die Zuschauer ein aktueller Test (2G-Plus) vorgeschrieben werden.
"Die Lage in unserem Land ist ernst. Die vierte Welle muss gebrochen werden", sagte die noch amtierende Bundeskanzlerin Angela Merkel: "Die Regelungen sind quasi Mindeststandards. Die Länder können strenger vorgehen."
Regelung nach Ländern unterschiedlich
Weitergehende Maßnahmen sind tatsächlich möglich - auch wenn die Formulierung vage ist. "In Ländern mit einem hohen Infektionsgeschehen müssen Veranstaltungen nach Möglichkeit abgesagt und Sportveranstaltungen ohne Zuschauer durchgeführt werden", heißt es in dem Beschlusspapier.
Vor dem Bundesliga-Topspiel am Samstag zwischen Borussia Dortmund und Bayern München (18.30 Uhr im Liveticker) äußerte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke sein Verständnis für Maßnahmen. "Alle der im Fußball Verantwortlichen sind der Meinung, dass wir in dieser Phase der Pandemie eine signifikante Reduzierung der Zuschauerzahlen benötigen", sagte Watzke am Donnerstag: "Aus Infektionsschutzgründen und als Zeichen in die Gesellschaft hinein."
Schon vor den Politik-Beratungen ging es bei der Zuschauer-Thematik "nur" noch um die Fragen des Ausmaßes und der Einheitlichkeit. Das hatte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) deutlich gemacht. Dennoch war schon vor den Beratungen klar, dass erneut ein Flickenteppich droht.
Klubs schon auf Beschränkungen eingestellt
Die Regierungschefinnen und -chefs der Länder hatten sich zusammen mit Merkel (CDU) und ihrem designierter Nachfolger Olaf Scholz (SPD) schon am Dienstag grundsätzlich über die Verschärfung von Maßnahmen verständigt. Die Details dieser Regelungen wurden nun beschlossen.
Die Klubs hatten sich schon im Vorfeld auf Einschränkungen eingestellt. So hatte Dortmund den Verkauf der Eintrittskarten für das Spitzenspiel storniert. Den gleichen Schritt war Borussia Mönchengladbach gegangen. Arminia Bielefeld, die TSG Hoffenheim und Fortuna Düsseldorf stoppten den Kartenverkauf, der VfB Stuttgart machte sich auf Geisterspiele gefasst.
Neben dem Fußball sind auch die anderen Sportarten wie Handball, Basketball und Eishockey betroffen. Der Beschluss vom Donnerstag dürfte für ein gewisses Aufatmen bei den Verantwortlichen sorgen, denn die Spitzen der Ligen hatten zum Teil mit Geisterspielen gerechnet.
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(SID)
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