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Drei Dinge, die bei VfL Bochum - Borussia Dortmund auffielen: Edin Terzics Ansage wird zum Boomerang
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Publiziert 29/04/2023 um 00:43 GMT+2 Uhr
Borussia Dortmund hat am 30. Spieltag gegen den VfL Bochum einen Dämpfer im Titelrennen kassiert. Der Spitzenreiter kam im "kleinen" Revierderby gegen den abstiegsbedrohten Nachbarn nicht über ein 1:1 (1:1) hinaus. Neben einer altbekannten Schwäche der Dortmunder standen jedoch auch einige strittige - und wohl entscheidende - Schiedsrichterentscheidungen im Fokus. Drei Dinge, die auffielen.
Terzic hadert mit Schiedsrichter: "Ich finde es sehr ungerecht"
Quelle: Perform
Es war ein Freitagabend der besonderen Art. Flutlicht, einsetzender Regen, Spitzenreiter gegen Abstiegskandidat. Umstände, die das "kleine" Revierderby zwischen dem VfL Bochum und Borussia Dortmund am 30. Spieltag zum großen Zünglein an der Waage machen konnten - und es letztlich auch taten.
Der BVB kassierte nur eine Woche nach der umjubelten Eroberung der Tabellenführung einen empfindlichen Rückschlag im Titelrennen gegen den zurzeit strauchelnden FC Bayern München. Zwar beträgt der Vorsprung auf den deutschen Rekordmeister noch zwei Punkte, die Münchner könnten mit einem Sieg gegen Schlusslicht Hertha BSC aber wieder an die Spitze eilen.
Beim 1:1 gegen den abstiegsbedrohten VfL wurde den Borussen dabei eine Mischung aus Selbst- und Fremdverschulden zum Verhängnis. Trotz der teils brillanten Aktionen der Dortmunder Flügelzange um Torschütze Karim Adeyemi und Donyell Malen blieb Schwarz-Gelb im entscheidenden Moment aber ohne Erfolg.
Auf der anderen Seite stand im Vonovia Ruhrstadion der beherzte Auftritt von sich aufbäumenden Bochumern - die Dortmund-Coach Edin Terzic Lügen straften.
Drei Dinge, die uns beim Spiel VfL Bochum gegen Borussia Dortmund auffielen.
1.) Terzic-Ansage wird zum Boomerang
"Heute gibt es nur eine Mannschaft, die entscheiden kann, wie gut der VfL ins Spiel kommt - und das sind wir", lautete die Kampfansage von Terzic im Vorfeld der Partie. Eine Aussage, die beim BVB Wirkung zeigen und die Devise für die anstehenden 90 Minuten vorgeben sollte. Daraus wurde aber nichts.
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Terzic nach Remis in Bochum kämpferisch: "Alles dafür tun"
Quelle: Perform
Waren in der Analyse des Gegners noch die hohen Bälle auf Takuma Asano und Philipp Hofmann als besonders gefährliche Mittel ausgemacht worden, war von den Vorsätzen des Spitzenreiters bereits nach wenigen Minuten nichts mehr zu merken. Lediglich fünf Zeigerumdrehungen benötigte Bochum nämlich, um die Gäste mit ihrer Taktik zu übertölpeln.
Ein langer Ball des über den ganzen Abend hinweg herausragend agierenden Keepers Manuel Riemann auf Hofmann leitete die Blitz-Führung für die Hausherren ein. Hofmann legte auf Linksverteidiger Danilo Soares ab, der schließlich Asano mit einem Ball in den Lauf perfekt in Szene setzte. Nachdem die Hereingabe des Japaners noch geklärt wurde, zirkelte Kapitän Anthony Losilla den Ball zauberhaft in den Winkel.
Dortmund gelang zwar mit dem Ausgleich durch Adeyemi (7.) die direkte Antwort, Bochum setzte seinen mutigen Auftritt aber fort und stemmte sich vor allem in der zweiten Halbzeit gegen die Offensivkraft der Dortmunder - und verwandelte die Terzic-Ansage in einen für den BVB verhängnisvollen Boomerang.
Eine Darbietung, die Bochum im Abstiegskampf nach dem deutlichen 1:5 gegen den VfL Wolfsburg am vergangenen Spieltag wohl neue Flügel verleihen könnten. "Heute kann ganz Bochum stolz auf uns sein", schwärmte Kevin Stöger im Anschluss an die Partie bei "DAZN". "So muss man spielen im Abstiegskampf."
2.) Alte Schwäche holt den BVB ein
22 Schüsse feuerte der BVB auf den Kasten von Riemann ab - die Ausbeute könnte für die Borussia aber kaum enttäuschender gewesen sein.
Mit Adeyemi und Malen standen die beiden Sinnbilder für den Dortmunder Erfolg der letzten vier Monate immer wieder im Fokus. Besonders in der ersten Halbzeit waren die beiden Dreh- und Angelpunkt der schwarzgelben Offensive, die vorwiegend auf den Außenbahnen stattfand.
Den Erwartungen, die aus ihren starken Leistungen der letzten Wochen resultierten, konnten sie jedoch nicht vollends gerecht werden. Vielmehr wurde den Dortmundern in der entscheidenden Phase des Titelrennens eine (fast) vergessene Achillesferse zum Verhängnis.
"Man ärgert sich am Ende am meisten über die Dinge, die man selbst beeinflussen kann. Das waren in unserem Fall eben die Chancen, gerade in der ersten Halbzeit", bemängelte Julian Brandt am "DAZN"-Mikrofon die Abschlussschwäche des Tabellenführers.
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Karim Adeyemi beim Spiel gegen den VfL Bochum
Fotocredit: Getty Images
Trotz der starken Anfangsphase habe sich Dortmund in der Folge an der von Bochum angestifteten Unruhe auf dem Rasen beteiligt. "Wir haben uns in der zweiten Hälfte an diesem Chaos beteiligt, es ging hin und her. Fast so wie in einem Basketballspiel. Das hat uns nicht geholfen", so Brandt. Das Feuer der Anfangsphase verlor stetig an Kraft und erlosch schließlich in der Regenschlacht von Bochum vollends.
Mit dem viel berüchtigten Quäntchen Glück hätte es laut Brandt zwar in Richtung Sieg gehen können, letzten Endes stolperte der BVB aber ausgerechnet über seine altbekannte Schwäche. "Am meisten ärgere ich mich über das eigene Unvermögen", unterstrich Brandt zum Abschluss.
3.) VAR greift (nicht) in den Titelkampf ein
Das Thema, welches die Aufarbeitung des "kleinen" Revierderbys bestimmen sollte, hatte aber nichts mit fehlender Stärke im Abschluss zu tun. Vielmehr standen Schiedsrichter Sascha Stegemann und dessen fragwürdige Entscheidungen im Mittelpunkt.
In der 65. Minute kochten die Emotionen erstmals richtig hoch. Nach einer Hereingabe von Brandt wurde Adeyemi im Bochumer Strafraum von seinem Gegenspieler Soares von hinten zu Fall gebracht. Ein klares Foulspiel - doch Stegemann ließ weiterlaufen. Im Anschluss entschied sich der 38-Jährige auch gegen die Sichtung am VAR-Monitor. Ein Umstand, der bei einigen Protagonisten für Unmut sorgte.
"Je häufiger man die Szene sieht, desto unfassbarer ist diese Situation", kommentierte "DAZN"-Experte Sandro Wagner die strittige Szene. "Er hatte keine Chance auf den Ball. Es gibt Situationen, da kann man diskutieren im Fußball, bei dieser Szene aber nicht."
Zum Leidwesen des BVB blieb es jedoch nicht bei dieser einen strittigen Entscheidung. Vielmehr trieben auch ein Foulspiel an Emre Can im Vorfeld der 1:0-Führung der Hausherren und ein Handspiel von Erhan Masovic in der Nachspielzeit (90.+1) die Dortmunder Akteure zur Weißglut.
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Der Schiedsrichter stand im Match zwischen dem VfL Bochum und Borussia Dortmund im Fokus
Fotocredit: Getty Images
"Es gab drei Schlüsselszenen in diesem Spiel, drei Fehlentscheidungen, die mehr als unglücklich für uns gelaufen sind: Das Gegentor und die beiden Elfmeterszenen", prangerte Terzic an.
"Ich habe dem kompletten Schiedsrichtergespann gesagt, was ich von den Entscheidungen halte und wie viel hier auf dem Spiel steht. Es ist für uns und für mich persönlich eine einmalige Chance in meinem Leben, so nah an die Meisterschale zu kommen", so der 40-Jährige. "Ich habe den Schiedsrichter einfach nur gebeten: Schau es dir noch mal an. Das hat er nicht getan."
BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl pflichtete seinem Trainer bei und holte angesichts der schwerwiegenden Bedeutung des Ergebnisses für das Titelrennen zum Rundumschlag aus. "Der Schiedsrichter hat das Spiel entschieden", brachte er seinen Frust zum Ausdruck.
"Fünf Spieltage vor Schluss, wenn es um die deutsche Meisterschaft geht, sich nicht diese Situation anzuschauen, halte ich für fahrlässig, feige und komplett falsch", lautete sein krachendes Fazit.
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