Aus der Kabine dröhnten lautstark die Jubel-Gesänge auf die jungen Joker-Helden, als Edin Terzic mit einem kleinen Loblied ein altbekanntes Vorurteil ausräumen wollte.
"In der Vergangenheit wurde uns immer vorgeworfen, ein Mentalitätsdefizit zu haben", sagte der Trainer von Borussia Dortmund, "aber so wie wir gekämpft haben, wie wir klar geblieben sind in unseren Mustern - das hat mir sehr gefallen". Seine Botschaft: Mehr Mentalität als beim 3:1 (0:1) in Freiburg geht nicht.
In der Tat scheint sein Team gewandelt. Zweimal war der BVB keineswegs die bessere Mannschaft - und doch steht nach dem knüppelharten Auftakt gegen Champions-League-Teilnehmer Bayer Leverkusen und beim Pokalfinalisten der Vorsaison die Maximalausbeute von sechs Punkten.
La Liga
Barça-Theater endlich vorbei: Lewandowski erhält Spielerlaubnis
UPDATE 12/08/2022 UM 22:01 UHR
Denn die Westfalen gewinnen derzeit auch die knappen Partien im Stile eines Champions. Nun warten Werder Bremen und Hertha BSC - machbare Aufgaben. Der Vizemeister könnte in einen Flow kommen.

Schlotterbeck predigt: Dortmund muss Demut bewahren

Es gelte, "demütig" zu bleiben, mahnte Innenverteidiger Nico Schlotterbeck: "Wir haben ein bisschen was zugelassen. Die Gegner haben zum Glück nicht so viel genutzt, und wir waren eiskalt vorm Tor."
Es gelte zukünftig, die Begegnungen "nicht nur zu gewinnen sondern auch mal zu dominieren". Das war in Freiburg ganz und gar nicht der Fall, stattdessen brauchte der Bayern-Herausforderer viel Glück und ein goldenes Händchen von Terzic.
Denn der wechselte alle drei Torschützen ein. Beim Ausgleich des 18-jährigen Jamie Bynoe-Gittens (77.) half Sport-Club Torhüter Mark Flekken gewaltig mit. Den Schockzustand der Breisgauer nutzten der an allen Toren beteiligte 17 Jahre alte Youssoufa Moukoko (84.) sowie der bereits zur Pause für den desolaten Thomas Meunier gekommene Marius Wolf (89.).

Jamie Bynoe-Gittens

Fotocredit: Getty Images

Terzic schwört Mannschaft ein

"Die Stärke der Mannschaft zeichnet sich nicht durch die elf Spieler aus, die starten. Es braucht wirklich die ganze Mannschaft", betonte Terzic: "Wir sind sehr glücklich mit der Qualität des Kaders." Die Teenager-Joker hätten "das Spiel entschieden", ergänzte Schlotterbeck. Und doch kam die Wende mit der Initialzündung von Flekkens Blackout fast aus dem Nichts.
Freiburg hätte nach dem Führungstreffer von Michael Gregoritsch (35.) bereits vor der Halbzeit ein zweites Tor nachlegen müssen, auch nach dem Wechsel hatte das Team von Christian Streich zunächst die besseren Chancen. Dortmund brauchte Glück, einen erneut starken Gregor Kobel im Tor und die Großzügigkeit von Schiedsrichter Tobias Welz beim eigentlich rotwürdigen groben Foul des Ex-Freiburgers Schlotterbeck an Ritsu Doan (67.).
"Wir hatten unseren ersten Rückschlag und haben in der zweiten Halbzeit eine gute Reaktion gezeigt", sagte Terzic: "Es ist wichtig, dass wir füreinander da sind. Nur so haben wir die Chance, Siege einzufahren." Es gelte generell, "Emotionen ins Spiel zu kriegen", forderte Schlotterbeck: "Die Dynamik im Team ist einfach gut. Man merkt, dass wir uns gut verstehen und das müssen wir aufrechterhalten. Dann kann es eine gute Saison werden."
Das könnte Dich auch interessieren: Barça-Theater endlich vorbei: Lewandowski erhält Spielerlaubnis
(SID)

Streich will kein Mitleid: "Fußball ist brutal"

La Liga
Fehlstart für Sevilla: Rakitic und Co. verlieren in Osasuna
UPDATE 12/08/2022 UM 21:53 UHR
Fußball
Wegen Morddrohungen - Willian löst Vertrag bei Corinthians auf
UPDATE 12/08/2022 UM 21:40 UHR