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BVB: Nach der Pokal-Niederlage gegen RB Leipzig schrillen die Alarmglocken - Saisonziele in Gefahr
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Publiziert 06/04/2023 um 11:53 GMT+2 Uhr
BVB-Coach Edin Terzic und seine Mannschaft waren nach der 0:2 (0:1)-Niederlage gegen RB Leipzig im Pokal-Viertelfinale fassungslos. Die desolate Leistung reihte sich an den ebenso unterdurchschnittlichen Auftritt in der Bundesliga gegen den FC Bayern (2:4). In Dortmund werden die Sorgen größer, dass auch die letzte Titelchance in der Liga verspielt werden könnte. Kann der BVB die Krise abwenden?
Titelkampf? Von wegen! Terzic haut nach Pokal-Aus auf den Tisch
Quelle: Perform
Noch vor einer Woche sah man sich beim BVB voll auf Kurs: Tabellenführung in der Bundesliga sowie im DFB-Pokal die Chance auf den Halbfinaleinzug. Das Double war ein nicht unrealistischer Traum.
Am Mittwochabend in Leipzig wurden Edin Terzic und sein Team auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.
Nach der 2:4-Pleite gegen den FC Bayern im Liga-Topspiel am vergangenen Wochenende und dem Verlust der Tabellenführung schieden die Dortmunder im Pokal gegen RB Leipzig nach einer weiteren schlechten Leistung verdient aus (0:2).
Die erste Titelchance ist somit verspielt. Und auch in der Liga, wo der Rückstand auf die Münchener in der Tabelle aktuell zwei Punkte beträgt, kann sich der BVB keine weitere Niederlage leisten. Die Dortmunder müssen ihre Krise schnell abschütteln - sonst droht der sportliche Kollaps.
Terzic-Kritik: Von Leipzig "überrannt"
"Es war ein katastrophales Spiel in der ersten Halbzeit, ein Scheißabend grundsätzlich", analysierte Terzic die Pleite gegen RB Leipzig schonungslos. Der BVB-Coach war bedient. Innerhalb weniger Tage zeigte seine Mannschaft zwei desolate Leistungen. Während gegen den FC Bayern Torhüter Gregor Kobel mit einem Patzer die Pleite einleitete, versagte in Leipzig das gesamte Team - mit Ausnahme des Keepers.
"Wir haben eine katastrophale erste Halbzeit gespielt, sind ganz schlecht ins Spiel gekommen. Wir mussten uns bei Gregor Kobel bedanken, dass es nach der ersten Hälfte nur 0:1 stand", stellte Terzic bei "Sky" klar. Gegen RB sei man gerade zu Beginn "überrannt" worden, so der Dortmunder Coach: "Wir haben uns in der Offensive gewundert, dass es Zweikämpfe gibt. In der Defensive hatten wir viel zu große Abstände zum Gegner."
Auch wenn aus Sicht von Terzic in der zweiten Hälfte immerhin die Bereitschaft etwas besser wurde, könne man mit dieser Leistung nicht in die nächste Runde einziehen. Marco Reus, der wie die gesamte Dortmunder Offensive blass blieb, kritisierte im "ZDF": "In der ersten Halbzeit hat uns Leipzig aufgefressen. Wir haben über 90 Minuten wenige bis gar keine guten Möglichkeiten herausgespielt und waren sehr torungefährlich."
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Ausnahme Kobel: Terzic attestiert BVB kollektives Versagen
Quelle: Perform
Watzke: Wo waren die Führungsspieler?
Auch Hans-Joachim Watzke übte scharfe Kritik. In einem K.o.-Spiel dürfe man so "einfach nicht auftreten", betonte Watzke: "Die Frage ist, warum die Mannschaft leichtfertig niederreißt, was sie sich acht Monate lang mit harter Arbeit aufgebaut hat", sagte er den "Ruhr Nachrichten". Er sei "vor allem maßlos enttäuscht, weil wir zwei Chancen auf einen Titel hatten und eine davon leichtfertig weggeworfen haben".
"Wir haben viele Spieler in der Mannschaft, die Führungsspieler sein wollen und es eigentlich auch können. Das haben sie in dieser Saison auch schon gezeigt", sagte Watzke: "Ob Du ein Führungsspieler bist, zeigt sich aber auf dem Platz. Und nur da."
BVB: Offensive harmlos, Defensive schwach
Durch den verletzungsbedingten Ausfall von Sébastien Haller fehlte dem BVB der zuletzt etatmäßige Neuner. Ersatzmann Donyell Malen war gegen Leipzig auf verlorenem Posten. Nur 14 Ballkontakte hatte der Angreifer bis zur Pause. Auch die eingewechselten Anthony Modeste und Youssoufa Moukoko konnten keine Akzente setzen.
Malens Nebenleute Reus (17 Ballkontakte) und Julian Brandt, der nach einem Muskelfaserriss erst gegen München zurückkehrte, waren offensiv ebenso unsichtbar. Die erste ernsthafte Torchance hatte Jamie Bynoe-Gittens kurz vor Abpfiff. Ein Tor wäre angesichts der bis dahin gezeigten Leistung jedoch unverdient gewesen.
Auch defensiv wackelten die Dortmunder in Abwesenheit des verletzten Nico Schlotterbeck und wurden nur dank Kobel im Spiel gehalten. Sportdirektor Sebastian Kehl wurde daher deutlich: "Die erste Halbzeit war das Schlechteste, was ich seit geraumer Zeit von uns gesehen habe. Es war in allen Belangen viel zu wenig." Die Art und Weise der Niederlage werde "uns noch beschäftigen".
Dortmund hofft auf Wende in Bundesliga
Allzu viel Zeit hat der BVB nicht, um die beiden Pleiten zu verarbeiten. Schon am Samstag geht es in der Bundesliga im Verfolgerduell gegen den Tabellendritten Union Berlin (15:30 Uhr im Liveticker) weiter. Eine erneute Niederlage könnte die so mühsam erarbeitete Titelchance erheblich in Gefahr bringen. Nach einer mittelmäßigen Hinrunde kletterten die Dortmunder dank einer beeindruckenden Serie nach dem Jahreswechsel (acht Siege in Folge) in der Tabelle von Position sechs bis an die (zwischenzeitliche) Spitze.
Dieser geniale Lauf könnte nun innerhalb weniger Tage verspielt werden. Terzic forderte daher, nun "den Blick nach vorne zu richten. Es gibt noch einen wichtigen Wettbewerb, in dem wir eine gute Rolle mitspielen wollen". Der Trainer stellte jedoch klar: "Wenn man die Leistung heute und den Auftritt in München sieht, wird es schwer, wenn wir so weiter spielen."
Besonders bitter: Die Chance auf den Pokal-Titel schien nach dem überraschenden Aus der Bayern gegen Freiburg noch greifbarer. Doch beim BVB muss diese Niederlage schnellstmöglich abgeschüttelt werden. Die Bundesliga wartet. Terzic meinte angesprochen auf die Meisterschaftsträume: "Dass der Wunsch und der Wille da sind, ist unbestritten. Wir werden um jeden Sieg kämpfen. Wenn wir es schaffen, jedes Spiel zu gewinnen, haben wir eine gute Chance, Deutscher Meister zu werden."
Acht Spiele hat Dortmund in der Bundesliga, um dafür zu sorgen, dass die sportlich schwarze Woche der schwarz-Gelben Anfang April am Ende nur ein Zwischentief bleibt.
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