Drei Dinge, die beim Leipziger Pokaltriumph gegen Borussia Dortmund auffielen: Der BVB hat nichts verstanden
VonThomas Gaber
Publiziert 05/04/2023 um 23:53 GMT+2 Uhr
Klatsche in München, DFB-Pokalaus in Leipzig - Borussia Dortmund hat binnen fünf Tagen zwei empfindliche Pleiten kassiert und läuft Gefahr, die Saison wegzuwerfen. Die Leistung des BVB in der ersten Halbzeit bei RB war die schlechteste seit langem, obwohl es im Vorfeld genügend Warnungen gegeben hatte. RB profitiert dagegen von der Rückkehr eines Weltklassespielers. Drei Dinge, die auffielen.
"Katastrophal": Terzic legt nach Pokal-Aus Finger in die Wunde
Quelle: Perform
Bayern München raus, Union Berlin raus, Borussia Dortmund raus - die drei derzeit besten Bundesligamannschaften erlebten im DFB-Pokal-Viertelfinale ihr Waterloo.
Einen Tag nach Bayern und Union musste auch der BVB in Leipzig die Segel streichen nach einer desaströsen Leistung in der ersten Halbzeit, die durch Timo Werners Tor (22.) bestraft wurde.
Willi Orban vollendete einen letzten Konter von RB in der Nachspielzeit zum 2:0 (90.+8.). Damit steht der Titelverteidiger auch 2023 schon mal im Halbfinale.
Drei Dinge, die uns in Leipzig auffielen.
1.) Der BVB hat nichts verstanden
Nach dem 2:4 bei den Bayern mussten sich die Dortmunder anhören, dass ja alles wie immer gewesen sei beim Gastspiel in München. Trotz der Superserie in der Liga mit 28 von 30 möglichen Punkten. Trotz der unmittelbar vor dem Duell eroberten Tabellenführung. Trotz der Unruhe beim Gegner inklusive der folkloristischen Debatte über den Fortbestand des Klubmantras "Mia san Mia".
Die Klatsche holte sich der BVB dennoch ab, wie immer eben. Und wie immer wurde auch diesmal wieder die Mentalität der Schwarz-Gelben infrage gestellt. Vier Tage später bekamen die Dortmunder die Chance zur Wiedergutmachung. Viertelfinale im DFB-Pokal. Gegen die Schießbude Leipzig (0:11 Tore in den letzten drei Pflichtspielen). Die Bayern schon draußen. Berlin schon in Sichtweite. Läuft.
Und was kam dann dabei heraus? Die mit Abstand schlechteste erste Halbzeit des BVB in dieser Saison. Kollektives Versagen von hinten nach vorne, mit Ausnahme von Torhüter Gregor Kobel, der Dortmund mit drei, vier starken Paraden im Spiel hielt. "Leipzig hat uns in der ersten Halbzeit aufgefressen. Wir haben es nie geschafft, gefährlich zu werden und waren im Spiel gegen den Ball zu weit auseinander", sagte Kapitän Marco Reus im "ZDF".
Eigentlich hätte der lange Zeit schwache Auftritt in München schon Warnung genug sein müssen für den BVB, dass man von Beginn an voll dagegenhalten muss. Und die Borussen werden mitbekommen haben, wie fahrlässig der FC Bayern am Vorabend gegen Freiburg seinen ersten von drei möglichen Titel verspielte. Doch auch diese Warnung zeigte keinerlei Wirkung bei der Mannschaft von Edin Terzic.
Der Trainer rechnete nach dem Spiel im "ZDF" mit seiner Mannschaft ab: "Das war eine katastrophale erste Halbzeit von uns. Wir haben uns gewundert, dass es Zweikämpfe gibt und waren sehr nervös am Ball ohne Tiefe im Spiel nach vorne. In der zweiten Halbzeit wurde es besser, aber immer noch nicht gut."
Terzic bemängelte, dass der BVB "aus der Situation in München, wo wir zwar den besseren Start ins Spiel hatten, nach dem ersten Gegentor aber eine ähnliche Leistung in der ersten Halbzeit gebracht haben, nichts gelernt haben".
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Wechsel-Shirt und "Hürdenlauf": Rose scherzt über Jubel-Sprint
Quelle: Perform
2. ) Hummels kann seine Chance nicht nutzen
Da Nico Schlotterbeck wegen einer Muskelverletzung im linken Oberschenkel verletzt passen musste, verteidigte Mats Hummels innen neben Niklas Süle. Der Routinier begann nervös, bis zu seinem ersten Fehlpass dauerte es gerade mal 30 Sekunden.
In einem aufgescheuchten Defensivhaufen bekam Hummels auch in der Folge nie die nötige Sicherheit. Laut dem Datendienst "Opta" verlor er bis zu seiner Auswechslung in der 85. Minute 16 Mal den Ball, entweder durch Fehlpässe oder verlorene Zweikämpfe. Vor dem Gegentor ließ er sich von Mohamed Simakan überrumpeln, seine Geschwindigkeitsdefizite traten nicht nur in dieser Situation zutage.
Mitte der ersten Halbzeit bekam er einen Ball aus kurzer Distanz an den Kopf, musste leicht benommen behandelt werden, konnte aber weiterspielen. Immerhin verhinderte Hummels mit der einen oder anderen Rettungstat einen höheren Rückstand.
Alles in allem konnte sich der 34-Jährige allerdings nicht für weitere Startelfeinsätze empfehlen. Hummels tut sich schwer, auf hohem Niveau noch mithalten zu können.
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Nach einem Kopftreffer musste Mats Hummels behandelt werden, konnte aber weiterspielen
Fotocredit: Imago
3.) Dani Olmo, Fußballgott
Acht Leipzig-Spiele verpasste Dani Olmo seit Ende Januar aufgrund eines Museklfaserrisses. RB-Trainer Marco Rose führte den Spanier peu à peu wieder an die Mannschaft heran, ließ ihn zuletzt mal 20 und mal 35 Minuten spielen.
Gegen Dortmund feierte Olmo sein Startelf-Comeback. "Er ist unglaublich wichtig für uns", hatte Rose vor dem Spiel im "ZDF" erklärt. Im veränderten System mit Dreierabwehrkette und den offensiv ausgerichteten Außenbahnspielern Benjamin Henrichs und David Raum sollte Olmo das zuletzt brach liegende Leipziger Angriffsspiel ankurbeln.
Dies gelang dem 24-Jährigen vor allem in der Anfangsphase in Weltklasse-Manier. Zweikampfstärke, geniales Passspiel, Torgefahr und das gepaart mit seinen bekannt geschmeidigen Bewegungsabläufen - Olmo zuzuschauen war eine Augenweide. Er macht RB Leipzig ein ganzes Stück besser.
Nach 70 Minuten verließ Olmo unter stehenden Ovationen den Platz, seine Kollegen retteten den knappen Vorsprung ins Ziel. Dass Leipzig weiter von der erfolgreichen Titelverteidigung träumen kann, hat maßgeblich mit Dani Olmo zu tun.
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Quelle: Perform
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