BVB: Vertragspoker um Marco Reus und Mats Hummels spitzt sich zu - Borussia Dortmunds Drahtseilakt

Abseits des sportlichen Geschehens dreht sich bei Borussia Dortmund in diesen Tagen fast alles um die Zukunft der Stars Marco Reus und Mats Hummels. Die Verträge der beiden BVB-Aushängeschilder laufen am Ende der Spielzeit aus - wie es danach mit dem Duo weitergeht, ist aktuell noch völlig offen. Sportlich haben sowohl Reus als auch Hummels genügend Argumente gesammelt - doch reicht das aus?

Reus-Zukunft beim BVB? Das sagt Trainer Terzic

Quelle: Perform

Marco Reus lenkte, dirigierte und feierte am Ende ausgelassen mit seinen Teamkollegen.
Dank eines knappen, aber nicht unverdienten 1:0 (1:0)-Erfolgs bei der TSG Hoffenheim setzte Borussia Dortmund seine imposante Erfolgsserie (neun Siege in neun Pflichtspielen) im neuen Jahr fort und grüßte sogar erstmals in dieser Saison - wenn auch nur für eine Nacht - von der Bundesliga-Tabellenspitze.
Kein Wunder also, dass die schwarz-gelben Hoffnungen auf die erste Meisterschaft seit 2012 aktuell von Woche zu Woche wachsen.
"Wir werden niemandem auf der Welt verbieten zu träumen", kommentierte BVB-Trainer Edin Terzic die "Spitzenreiter"-Rufe, die am Samstag nach Abpfiff aus dem Gästeblock durch die PreZero Arena hallten. Und auch Sportdirektor Sebastian Kehl kündigte im "Aktuellen Sportstudio" des "ZDF" an, "den Borsigplatz abzureißen", sollte der BVB nach elf Jahren wieder den Ligatitel holen.
Bis es möglicherweise so weit ist, stehen den Westfalen allerdings noch entscheidende Wochen ins Haus - nicht nur auf sportlicher, sondern auch auf personeller Ebene.

Kehl kündigt Entscheidung bei Hummels und Reus an

Speziell die Zukunft von Kapitän Reus und Mats Hummels, deren Verträge beide im kommenden Sommer auslaufen, beschäftigen den amtierenden Vizemeister.
"Ich bin sowohl mit den Spielern als auch mit den Beratern im Austausch. Ich glaube, dass wir in den nächsten Wochen zielführende Entscheidungen treffen werden", erklärte Kehl im Hinblick auf seine beiden ehemaligen Teamkollegen und deutete eine finale Entscheidung schon im März an.
Es gebe laut Kehl auch schone eine Tendenz - in welche Richtung ließ der 43-Jährige jedoch unbeantwortet. Ähnlich hatte sich zuletzt auch Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke gegenüber der "WAZ" geäußert: "In beiden Fällen ist das völlig offen."
Dortmund täte gut daran, den Poker schnellstmöglich zu einem Ende zu bringen, damit im Meisterrennen beim BVB keine Unruhe aufkommt.
picture

Marco Reus (l.) und Mats Hummels (r.)

Fotocredit: Getty Images

Reus glänzt als Scorer

Rein sportlich gesehen haben die beiden altgedienten Kräfte genügend Argumente in dieser Saison gesammelt, um eine Verlängerung zu rechtfertigen.
Mit wettbewerbsübergreifend fünf Treffern und sieben Vorlagen (in 18 Partien) ist Reus nach Jude Bellingham und Brandt der drittbeste Dortmunder Scorer - und das, obwohl er verletzungs- oder krankheitsbedingt insgesamt 13 Spiele verpasste.
Alleine in den vergangenen fünf Spielen war der 33-Jährige an fünf Toren direkt beteiligt (zwei Treffer, drei Assists) und demonstrierte einmal mehr, dass er in optimaler körperlicher Verfassung noch immer zu den absoluten Leistungsträgern bei den Schwarz-Gelben zählt. Von seiner Rolle als Identifikationsfigur ganz zu schweigen.
"Es geht nicht nur um ihre Leistungen auf dem Platz, sondern auch um ihre Ansprachen in der Kabine und darum, als Ansprechpartner für die jungen Spieler zu dienen", sagte "Sky"-Experte Lothar Matthäus.
picture

Marco Reus (vorne) und Marius Wolf (beide Borussia Dortmund) bejubeln den Sieg in Hoffenheim

Fotocredit: Getty Images

Matthäus sieht Reus und Hummels sportlich entbehrlich

Dennoch ist der ehemalige Nationalspieler hinsichtlich einer Vertragsverlängerung mit den beiden Routiniers zwiegespalten. "Sie sind in einem gewissen Alter und viele junge Spieler haben sie fußballerisch vielleicht schon überholt. Sportlich brauchen sie sie nicht unbedingt, aber es gibt auch noch andere wichtige Dinge", ergänzte er.
Sollten Reus und Hummels jedoch gehaltstechnisch zu Einbußen bereit sein, sehe Matthäus keinen Grund, warum man nicht dem Duo verlängern sollte. "Wenn sie gesund sind, haben sie auch immer abgeliefert", so der 61-Jährige.
Tatsächlich könnte genau hier die Krux liegen: Einem Bericht der "Bild" zufolge soll Reus gar auf rund die Hälfte seines aktuellen Gehalts von zwölf Millionen Euro verzichten. Ein ähnliches Szenario ist durchaus auch für Hummels denkbar, der zuletzt nicht mehr die Premiumlösung, sondern eher der Back-up von Nico Schlotterbeck und Niklas Süle in der Innenverteidigung war.

Hamann plädiert für Hummels-Verbleib

Dass er der Mannschaft mit seiner Erfahrung gerade in wichtigen Spielen nach wie vor helfen kann, hat der 34-Jährige jedoch auch in dieser Saison unter Beweis gestellt.
"Ich würde es mir überlegen, weil er die Situation annimmt. Den jüngeren Spielern würde er helfen, wenn er noch ein Jahr da wäre", sprach sich "Sky"-Experte Dietmar Hamann für eine Verlängerung mit Hummels aus.
Letzten Endes könnte es allerdings auch eine Gehaltsfrage sein, ob der BVB die beiden Aushängeschilder noch einmal mit einem neuen Arbeitspapier ausstattet. Sollte man sich hierbei einig werden, steht einem letzten Hurra eigentlich nichts im Wege.
picture

BVB-Coach Terzic schwärmt von Reus - und blockt Vertragsfrage ab

Quelle: Perform

Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung